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Die neuen Gründer – Sponsoo Aufs Trikot, fertig – los!

Ob Olympiasieger oder Ronaldo-Double, Fußball-Profimannschaft oder Feuerwehr-Hobbyteam: Ein Hamburger Start-up bringt Sponsoren und Sportler zusammen – passgenau. Die Idee brachte einer der Gründer aus Cambridge mit.
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Tim Grohmann, Lauritz Schoof, Philipp Wende, Karl Schulze (von vorn nach hinten). Letzterer ist bei Sponsoo gelistet. Quelle: dpa
Deutscher Ruder-Vierer

Tim Grohmann, Lauritz Schoof, Philipp Wende, Karl Schulze (von vorn nach hinten). Letzterer ist bei Sponsoo gelistet.

(Foto: dpa)

HamburgDas Team von Andreas Kitzing ist in Mannschaftstrikots aufgelaufen – auf dem Rücken der Schriftzug „Sponsoo“. Die Mission: den Start-up-Wettbewerb beim Reeperbahn-Festival gewinnen. Kitzing klickt engagiert durch die Präsentation: Sportler und Sponsoren will er über das Netz zusammenbringen – vom Olympiasieger bis zum Stadtteilverein. „Wir wollen Sportsponsoring wieder sexy machen“, ruft er, das Publikum klatscht, Sponsoo landet auf Platz zwei des Wettbewerbs.

Mit seinem Start-up stößt Kitzing in eine Lücke im wachsenden Markt für Sportsponsoring. Sportler können Profile im Netz anlegen, Unternehmen daraus zu ihrem Marketingkonzept passende Partner aussuchen. Sponsoo bekommt dafür 20 Prozent, sobald ein Deal zustande kommt – und sorgt für die Abwicklung. Zugleich soll die Plattform immer besser mit Daten umgehen können, um Sponsoren künftig automatisiert diejenigen Sportler vorzuschlagen, die besonders gut zum Marketingzweck und zur anvisierten Zielgruppe passen.

Immer mehr Werbe- und Mediaagenturen sind in das lukrative Geschäft eingestiegen. Sportsponsoring wächst – im Gegensatz etwa zu Kultursponsoring. Auf 3,5 Milliarden Euro werden die Ausgaben in Deutschland für 2016 geschätzt – eine halbe Milliarde mehr als noch vor zwei Jahren. Auch Sponsoo hat eine etablierte Agentur als Partner: Jung von Matt/Sports (JvM/Sports) ist frühzeitig mit einer Minderheitsbeteiligung eingestiegen – gegen Beratungsleistungen.

Gründertrio Andreas Kitzing, Christian Wilhelm, Christian Kaspar (v.l.). Quelle: PR
Sportbegeisterte Unternehmer

Gründertrio Andreas Kitzing, Christian Wilhelm, Christian Kaspar (v.l.).

(Foto: PR)

Den Start finanzierte Sponsoo ansonsten durch die Gründer, aus dem Umsatz, mehreren Gründerpreisen und der EU-Förderung „SpeedUP! Europe“. Im September sammelte Kitzing dann knapp 400.000 Euro bei vier Business-Angles ein. Daraus finanziert er auch die Handvoll Mitarbeiter im – noch recht improvisierten – Büro in einem alten Lagerhaus in der Hamburger Hafencity.

Inzwischen hat Kitzing nach eigenen Angaben 5.000 Angebote auf seinem Portal. Dort stehen Olympiasieger neben einem Cristiano-Ronaldo-Double, der Düsseldorfer Tennisverein Rochusclub neben dem Breitensportverein Blau-Weiß Lüsche. Über Sponsoo erhielten auch kleinere Sponsoren vor Ort die Möglichkeit, von Mäzenatentum auf „Performance-Orientierung“ umzusteigen, hofft Robert Zitzmann, Sportexperte bei JvM/Sports. „Wir können etwa einen Feuerwehr-Sportverein in Niedersachsen mit einem Hersteller von Modell-Feuerwehrautos aus Bayern zusammenbringen“, sagt Kitzing. Auch JvM nutzt Sponsoo – etwa, als es darum ging, Sportler für Red Bull zu finden. Sponsoo helfe dabei, Menschen mit starker Community im Netz zu sponsern und so junge Zielgruppen zu erreichen.

2016 habe er einen niedrigen sechsstelligen Umsatz erwirtschaftet, sagt Sponsoo-Gründer Kitzing. In den nächsten Jahren soll er sich jedes Jahr verfünffachen. Damit das gelingt, wollen die Gründer zunächst möglichst viel Geld in der Firma lassen, um in Werbung und Kundengewinnung zu investieren.

Die Geschäftsidee brachte der heute 30-Jährige von seinem MBA-Studium in Cambridge mit. Ein Langfristplan für die Internationalisierung, geschrieben von Studenten der Uni, liegt bereits in der Schublade. Dabei zielt Sponsoo auf zwei Zielgruppen: „Für große Sponsoring-Vorhaben arbeiten wir mehr wie eine Agentur mit großem Datensatz“, erklärt der Gründer. Für kleinere Anbieter hingegen sei Sponsoo eine IT-Plattform. Das heißt: Kleinere Sponsoring-Vorhaben kommen eher direkt über die Website zustande, bei großen Anfragen sucht Sponsoo aktiv passende Sportler.

Vor allem Mittelständler wie Kai Farschid von Winner Consulting , die bereits länger Sportler gesucht haben, finden auch entferntere Sponsoring-Kandidaten. Heute sponsert die Düsseldorfer Beratung eine Münchener Flüchtlingsmannschaft, die Fußball spielt. Sportler kämen zunehmend durch Mundpropaganda auf die Plattform, sagt Kitzing. Nachdem Sponsoo ein halbes Dutzend Olympiateilnehmer aktiv angeworben hatte, kamen andere nach. Das klappt auch bei Trendsportarten, oder etablierten Vereinen. Auch Friederike van der Laan vom Eimsbütteler Turnverband nutzt die Plattform: „Die Sponsorenakquise gestaltet sich für uns als einen der größten Breitensportvereine in Deutschland als sehr schwierig.“ Für den Hamburger Stadtteilverein seien die Gebühren kein Problem – schließlich biete Sponsoo dafür eine Leistung. Nur wirklich interessierte Partner würden angesprochen und langwierige und unproduktive Klinkenputztouren vermieden.

Erweisen muss sich noch, ob es Sponsoo gelingt, auch langfristig mitzukassieren. Denn: Haben Sportler und Sponsor einmal zueinandergefunden, können sie auch ohne Sponsoo zusammenarbeiten. Das will Kitzing verhindern, durch Verträge und neue Dienstleistungen. Geplant sind Sponsoren-Leistungsberichte in einem Newsfeed, die zeigen, wie viele Werbekontakte bei Spielen, in Medien und im Netz erreicht wurden.

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