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Eigentümerwechsel Nächster Finanzinvestor übernimmt Spielzeugfirma Schleich

Die Schweizer Partners Group erwirbt den schwäbischen Hersteller von Kunststoff-Figuren. Damit übernimmt ein weiterer Finanzinvestor das Ruder.
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Die berühmten Schlümpfe des Spielwarenherstellers haben einen neuen Besitzer. Quelle: dpa
Ardian verschlumpft Schleich

Die berühmten Schlümpfe des Spielwarenherstellers haben einen neuen Besitzer.

(Foto: dpa)

München Der Spielwarenhersteller Schleich hat einen neuen Eigentümer. Die Schweizer Partners Group habe den Mittelständler mehrheitlich übernommen, teilte der Finanzinvestor an diesem Dienstag mit. Die Tierfiguren und Spielesets der Firma aus Schwäbisch Gmünd gehören seit Jahren zu den Bestsellern im deutschen Spielwarenhandel.

Zu Jahresbeginn hatte der bisherige Besitzer, die französische Beteiligungsgesellschaft Ardian, die Firma zum Kauf angeboten. Als Interessent wurde in der Branche zuletzt auch der fränkische Spielwarenproduzent Playmobil gehandelt. Zum Kaufpreis wollten sich beide Seiten nicht äußern.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zum Start des Verkaufsprozesses die Summe von 400 Millionen Euro genannt, auf die Ardian hoffe. 2014 hatte die Gruppe Reuters zufolge 220 Millionen Euro für das Unternehmen bezahlt. Ardian hatte Schleich damals von Hg Capital übernommen, ebenfalls einem Private-Equity-Haus.

Die Partners Group ist damit bereits der dritte Finanzinvestor, der antritt, um mit Schleich Geld zu verdienen. Der Firma hat das bislang offenbar nicht geschadet. Als Hg Capital die Firma 2006 schluckte, lag der Umsatz eigenen Angaben zufolge bei 61 Millionen Euro. Als die Gesellschaft acht Jahre später ausstieg, waren es 106 Millionen Euro.

2018 seien die Erlöse auf 183 Millionen Euro geklettert, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das hatte Schleich zu Jahresbeginn mitgeteilt. In Deutschland sei der Umsatz vergangenes Jahr sogar um mehr als ein Viertel in die Höhe geschossen. Zum Vergleich: Der deutsche Spielwarenmarkt ist 2018 nur um zwei Prozent gewachsen.

Schleich ist bekannt für seine detailgetreuen Tierfiguren, insbesondere für Pferde. Zuletzt gelang es Schleich-Chef Dirk Engehausen, immer mehr komplette Sets zu verkaufen, also neben den Figuren auch Zubehör wie Ställe oder Bauernhöfe.

Das Management solle an Bord bleiben und die internationale Expansion der Firma mit ihren 400 Beschäftigten vorantreiben, kündigte der neue Besitzer an. Ziel sei es, die „Marke für ein globales Publikum weiterzuentwickeln“. Es werde in den Onlinevertrieb investiert und auch in Produktinnovationen.

„Enormes Potenzial für die internationale Präsenz“

Engehausen begrüßte den neuen Besitzer: Er sehe „ein enormes Potenzial, unsere internationale Präsenz auszubauen“. Er wolle Schleich als Marktführer im globalen Spielwarenmarkt etablieren. Engehausen kennt sich exzellent aus in dem Geschäft, er war einst Europachef von Lego.

Aufgrund der globalen Präsenz und der umfassenden unternehmerischen Erfahrung sei seine Gruppe der richtige Partner, Schleich zu unterstützen, so Kim Nguyen von der Partners Group.

Eigenen Angaben zufolge verwaltet die Partners Group 83 Milliarden Dollar von 850 institutionellen Investoren. Der Hauptsitz befindet sich im schweizerischen Zug, die deutsche Niederlassung ist in München.

Schleich hat durchaus noch Potenzial, auch hierzulande. So erreichte der Marktanteil vergangenes Jahr nur gut drei Prozent, damit lagen die Schwaben auf Rang sieben. Zum Vergleich: Marktführer Lego kommt auf rund 16 Prozent. Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg zu Jahresbeginn formulierte Engehausen denn auch ambitionierte Ziele: „Im Abverkauf sind für alle Märkte zweistellige Wachstumsraten geplant“, betonte der Manager. Dazu soll unter anderem ein für den Herbst geplanter eigener Kinofilm beitragen.

Schleich wurde 1935 von Friedrich Schleich in Schwäbisch Gmünd gegründet. Bekannt geworden ist die Firma in den 1970er-Jahren durch die Schlümpfe. Die weiß-blauen Figuren sind heute noch im Programm, und auch sie sind inzwischen im Set erhältlich: Das große Schlumpfhaus mit Papa Schlumpf sowie Gargamel und seiner Katze Azrael gibt’s für 34,99 Euro im Internetshop des Mittelständlers.  

Mehr: Nach den Kinderzimmern sollen Playmobil-Figuren nun die Kinoleinwände erobern. In wenigen Tagen feiert ein Film um die bekannten Spielfiguren Weltpremiere – allerdings vor kleinem Publikum. Der offizielle Start ist für den Spätsommer vorgesehen.

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