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Ein Unternehmer, mit dem sich die Mitarbeiter identifizieren Der schwere Weg durch die Generationen

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„Mit Weber steht ein echter mittelständischer Unternehmer an der Spitze, mit dessen charismatischer Persönlichkeit sich die Mitarbeiter identifizieren“, urteilt Familienexperte Reinhardt. In seiner langjährigen Praxis hat der über 60-Jährige namhafte Familienunternehmen kennen gelernt, die bei der Regelung ihrer Führung gravierende Fehler gemacht haben. Namen zu nennen verbietet das Berufsgeheimnis. Bei Karlsberg, so lobt Reinhardt, ist es gelungen, das Unternehmen trotz der großen Zahl von Gesellschaftern auf eine Führungspersönlichkeit aus der Familie auszurichten.

Dieses Prinzip spiegelt auch die Unternehmensorganisation, die der einer AG gleicht. An der Spitze der Brauereigruppe, die 1878 von Christian Weber als „Bayrische Bierbrauerei zum Karlsberg“ erworben wurde, steht die Finanzholding Karlsberg Brauerei KG Weber, an der die 30 Gesellschafter als Kommanditisten beteiligt sind. Weber fungiert als Komplementär, als persönlich haftender Geschäftsführer. Er bestimmt die operative Linie und entwirft die Strategie. Damit bleiben, so Reinhardt, „bei Karlsberg unternehmerische Verantwortung und uneingeschränkte persönliche Haftung miteinander verbunden“ – echtes Unternehmertum also. Über der Finanzholding fungiert der siebenköpfige Verwaltungsrat – ähnlich dem Aufsichtsrat einer AG – als Kontrollgremium. Er setzt sich aus fünf Familienmitgliedern und zwei Familienfremden zusammen; einer davon stellt den Vorsitzenden. Die Gesellschafterversammlung legt nach den Vorschlägen des Verwaltungsrats die strategische Linie fest. Damit kann das Unternehmen „bei einer von Generation zu Generation wachsenden Zahl von Gesellschaftern den mittelständischen Charakter bewahren“, urteilt Reinhardt.

Gleichzeitig ist es Karlsberg gelungen, ein anderes Problem des Mittelstands zu lösen: die Internationalisierung. Denn den Schritt auf die lukrativen Auslandsmärkte muss der Mittelstand aus Sicht des Beraters genauso tun wie die Großunternehmen, wenn er rentabel und wettbewerbsfähig bleiben will. Von der Höhe des Exportanteils kann Reinhardt auf den Ertrag schließen: Hoher Exportanteil, hoher Ertrag.

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