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Ein Unternehmer, mit dem sich die Mitarbeiter identifizieren Der schwere Weg durch die Generationen

Wenn Familien mit den Generationen größer werden und sich verzweigen, entsteht meist ein typisches Problem. Die Mitglieder verlieren den engen Bezug zum Familienunternehmen, der in der Gründergeneration noch das Unternehmertum ausmachte: Die persönliche Verantwortung fürs Geschäft.
  • Ruth Vierbuchen

DÜSSELDORF. Die Antwort auf die Frage, wer aus dem Clan die Führung übernimmt und wie verhindert werden kann, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht, ist für Familienunternehmen elementar. Streitigkeiten zwischen Familienmitgliedern können sogar den Fortbestand eines Unternehmens gefährden. Der langjährige Streit der Hamburger Kaufmannsfamilie Herz, Eigentümerin des Kaffeerösters Tchibo, ist nur ein spektakuläres Beispiel.

Die frühzeitige Regelung der Nachfolge gehört heute denn auch zu den wichtigen Kriterien, wenn es darum geht, Familienunternehmen zu bewerten. „Für Banken ist das ein riesigen Thema“, weiß Burkhard Jung, Mitarbeiter der CMS Societät für Unternehmensberatung AG in Berlin. „Die Banker werden regelrecht getrimmt, darauf zu achten.“

Dietrich Reinhardt, Berater von Kap 1 Consulting und spezialisiert auf Nachfolgeregelungen bei Familienunternehmen, unterscheidet zwei Gefahren: „Zum einen richtet sich das Interesse vieler Familienmitglieder mehr auf das Vermögen als auf das Unternehmen. Zum andern suchen immer mehr Familienmitglieder im Unternehmen ihre persönliche Versorgung.“ Das heißt, sie wollen hier unterkommen, wenn sie gerade keinen Job haben. Das Problem: Sie steigen als privilegierte Mitarbeiter ein, ohne sich den strengen Auswahlkriterien des Marktes stellen zu müssen – sprich: oft fehlt die Qualifikation, trotzdem haben sie eine Sonderstellung.

Solche Ansinnen gleich im Keime zu ersticken, kann für Familienunternehmen überlebenswichtig sein. Vorbildlich ist für Reinhardt die Familie Brenninkmeyer, Eigentümerin von C & A (Handelsblatt vom 16.2.2005). Wer im Unternehmen aufsteigen will, muss die Ochsentour durchlaufen und seine Qualifikation vor einem Auswahlausschuss beweisen, der sich aus verdienten Familienmitgliedern zusammensetzt. Ein anderes Positivbeispiel ist laut Reinhardt die Karlsberg Brauerei KG Weber in Homburg/Saar. Seit vier Generationen ist sie im Familienbesitz und hat heute mehr als 30 Gesellschafter – sprich: Familienmitglieder. Dennoch gilt die eherne Regel, dass nur ein einziges Familienmitglied im Unternehmen operativ tätig sein darf. Das ist heute Richard Weber (61) als geschäftsführender Gesellschafter.

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