Ernüchternde Erfahrungen mit den Banken Die Nöte des Mittelstands lindern

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Stahl hat diese Situation zum Anlass genommen, selbst initiativ zu werden. Der ESB-Professor gehört zu den Gründern der KMU Financial Services GmbH & Co. KG (KMU FS) in Reutlingen. Bereits vor der Eintragung stand die KMU FS nach Auskunft von Geert Müller-Seubert, Geschäftsführer der KMU FS, mit rund 40 beitrittswilligen Unternehmen in Verhandlungen. Müller-Seubert weist darauf hin, dass die Initiative keine Konkurrenz für die Banken darstelle, sondern als Ergänzung zu den bestehenden Banken zu verstehen sei. Ziel sei es, Mittelständler auf der Basis des genossenschaftlichen Grundgedankens im Sinne einer Selbsthilfeorganisation zusammenzuführen. Man wolle, so Müller-Seubert, "Hilfe zur Selbsthilfe" leisten.

Die Finanzierungskonzepte der KMU FS ermöglichten sowohl eine erhöhte Eigenkapitalzufuhr als auch maßgeschneiderte Finanzierungskonzepte. Wer in den Genuss dieser Leistungen kommen will, muss allerdings Kommanditist werden. Derzeit beträgt die Mindesteinlage rund 5 000 Euro. "Durch diesen Zusammenschluss werde eine nicht zu übersehende Nachfragemacht gebildet, die naturgemäß bessere Konditionen heraushandeln kann, als ein einzelner Mittelständler", zeigt sich Stahl überzeugt. Dass der Geldfluss nicht versiegt, dafür sorgt unter anderem eine französische Genossenschaftsbank. Diese Partnerbank beabsichtigt nach Aussage von Müller-Seubert eine Expansion im Ausland und hat ihr Kreditvolumen in fünf Jahren von 600 Mill. auf 1,2 Mrd. Euro verdoppelt. "Ohne uns kommt die Bank aber nicht an deutsche Mittelständler", hebt Müller-Seubert hervor. Die KMU FS sei der "Saugnapf der französischen Bank".

Diese Bank ist aber beileibe nicht die einzige, mit der die KMU FS kooperiert. "Für die Vermittlung von stillen Beteiligungen haben wir beispielsweise einen sehr günstigen und renommierten Schweizer Partner aus dem Investment-Banking", ergänzt Stahl.

Nutznießer der Vermittlerrolle der KMU FS sind ihre mittelständischen Kommanditisten. Die Vorteile, die die KMU FS bietet, sind Unternehmen wie KNT Netzwerksysteme oder Do it Mechatronik bereits zugute gekommen. Michael Klas war vor allem von der fairen und kompetenten Bewertung der "weichen Faktoren", worunter auch die Zukunftsperspektiven seines Unternehmens fallen, überrascht. Auch die effizienten Bemühungen, gemeinsam nach Möglichkeiten und Lösungen zu suchen, seien eine "echte Erfrischung". Ähnlich sieht es Martin Fink, der betont, dass es die Geschäftsleitung der KMU FS verstanden habe, ihren eigenen positiven Eindruck von Do it Mechatronik auf den Bankvertreter zu übertragen.

Langfristiges strategisches Ziel der KMU-Initiatoren ist die Umwandlung in eine Vollbank. Dafür bedarf es freilich viel Geld: Fünf Millionen Euro Eigenkapital müssen aufgebracht werden. "Wir denken zunächst an einen Einstieg bei einer Privatbank, um über deren Banklizenz ein Cash-Pooling anbieten zu können", sagt Müller-Seubert. Ein echtes Cash-Pooling wird durch die Liquiditätsüberschüsse einzelner Kunden der KMU FS erzielt. Mit diesen Überschüssen können Finanzierungsengpässe von KMU-Kommanditisten überbrückt werden. Eine Banklizenz würde der KMU FS weitere attraktive und innovative Möglichkeiten eröffnen, die Finanzierungsnöte der Mittelständler weiter zu lindern. Es wird nicht zuletzt von deren Engagement für die Reutlinger Initiative abhängen, ob dieses Ziel erreicht werden kann. Kontakt: KMU Financial Services GmbH & Co. KG, Tel.: 07 12 1 / 57 65 44, E-Mail: info@kmu-financial-services.de.

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