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Ex-DFB-Präsident Schweizer Behörde erhebt Anklage gegen Theo Zwanziger

Dubiose Geldflüsse zur Fußball-WM 2006 haben für diverse Ex-Funktionäre ein juristisches Nachspiel. Die Schweizer Bundesanwaltschaft wirft unter anderem Theo Zwanziger Betrug vor.
Update: 06.08.2019 - 14:53 Uhr Kommentieren

Ex-DFB-Präsident Zwanziger muss wegen Betrugs-Verdacht vor Gericht

Düsseldorf Theo Zwanzigers Groll auf die Schweizer Bundesanwaltschaft ist groß. „Diese Leute sind Getriebene, weil sie mit einem Millionenaufwand Ermittlungen geführt haben, die jetzt zu verjähren drohen. Und sie sind zu feige, ihre eigene Unzulänglichkeit einzugestehen“, sagt der frühere Präsident des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) dem Handelsblatt. „Deshalb wird hier ein Verfahren geführt, das gegen alle Prinzipien des Rechtsstaats verstößt.“

Die Schweizer haben Zwanziger und drei weitere Ex-Funktionäre wegen eines dubiosen Geldflusses im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 angeklagt. Sie werfen Zwanziger, dem Ex-DFB-Generalsekretär Horst Schmidt und dem Schweizer Urs Linsi „Betrug in Mittäterschaft“, beziehungsweise dem ehemaligen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach „Gehilfenschaft zu Betrug“ vor.

Um eine Verjährung zu vermeiden, muss bis Ende April 2020 ein erstinstanzliches Urteil vorliegen. Im Kern geht es in dem Verfahren um eine Zahlung von 6,7 Millionen Euro im Jahr 2005. Das Geld ging vom DFB über den in der Schweiz ansässigen Fußball-Weltverband Fifa an den Ex-Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus und war als Mitfinanzierung einer Gala deklariert.

Die Gala allerdings fand nie statt. Schon 2002 war die gleiche Summe – offenbar von Franz Beckenbauer mit von Louis-Dreyfus geliehenem Geld an den inzwischen lebenslang gesperrten Ex-Fifa-Funktionär Mohamed bin Hammam geflossen. Der Zweck dieser Überweisung ist weiter unklar.

In Deutschland erhob die Staatsanwaltschaft ebenfalls Anklage gegen Zwanziger & Co. Der Vorwurf lautete hier auf schwere Steuerhinterziehung, beziehungsweise Beihilfe dazu. Doch das Landgericht Frankfurt lehnte die Anklage ab. Die Staatsanwaltschaft legte Revision gegen die Entscheidung ein. Zwanziger, heute 74 Jahre alt, gab kürzlich zwei Verdienstkreuze der Bundesrepublik Deutschland zurück, weil er sich „unverhältnismäßig verfolgt“ fühlte.

Der Schweiz kann Zwanziger keine Orden zurückgeben, er spart aber nicht mit Kritik. „Alle Anklagepunkte wurden bereits fallengelassen, bis auf diesen irren Vorwurf des Betrugs. Die Schweizer beziehen sich hier auf einen angeblichen Tatbestand in Deutschland, der hier längst verjährt ist“, sagt Zwanziger. „Es gibt in der heutigen Pressemitteilung der Schweizer Bundesanwaltschaft nur einen Satz, der richtig ist: Es gilt die Unschuldsvermutung.“

Mehr: Die früheren DFB-Präsidenten Niersbach und Zwanziger sowie Ex-Generalsekretär Schmidt müssen nicht vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hatte ihnen Steuerhinterziehung vorgeworfen.

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