Exklusiv-Studie Was Mittelständler erfolgreich macht

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Starke Internationalisierung Die wachstumsstärksten Familienunternehmen haben eine Exportquote, die zum Teil bei mehr als 50 Prozent liegt. Selbst kleine Unternehmen haben sich frühzeitig ein weltweites Vertriebs- und Produktionsnetz aufgebaut. Die Wöhner GmbH aus dem fränkischen Rödental beispielsweise, ein Spezialist für Steuerungstechnik, ist mit einem Umsatz von rund 50 Mill. Euro vergleichsweise klein, aber mittlerweile in 60 Ländern vertreten. Andere Studien bestätigen die starke weltweite Präsenz: Die European Business School kam in einer Untersuchung zu dem Schluss, dass deutsche Familienunternehmen stärker als die Wirtschaft insgesamt auch Ressourcen wie Forschung und Entwicklung im Ausland aufbauen. Stoßrichtung der Expansion der „Wachstumschampions“ ist derzeit vor allem Russland und Mittel- und Osteuropa.

Premiumprodukte & Services Die wachstumsstärksten Mittelständler verfügen nach Angaben der IKB über jahrzehntelange industrielle Erfahrung in ihrem Segment und haben sich auf Premiumprodukte fokussiert. Die Innovationsrate ist hoch. Damit seien sie selbst in sehr wettbewerbsintensiven Branchen widerstandsfähig und könnten den Vorsprung vor aufstrebenden Konkurrenten aus anderen Ländern halten, heißt es in der IKB-Untersuchung. Auch diesen Schluss bestätigen andere Studien. Eine Untersuchung norddeutscher Mittelständler durch die Hochschule Bremerhaven ergab: Spezialisierung und Konzentration auf wenige Geschäfte in hochwertigen Segmenten gehören zu den wichtigsten Faktoren erfolgreicher Mittelständler auf globalisierten Märkten. Ihnen sei es möglich, Wissens- und Erfahrungsvorsprünge zu nutzen und maßgeschneiderte Produkte auf den Markt zu bringen. Die „Wachstumschampions“ aus der IKB-Studie verdienen zudem einen großen Teil ihres Geldes mit zusätzlichen Services und Dienstleistungen rund um das eigentliche Produkt.

Fertigung & VernetzungDiese Bündelung von Produkt und Dienstleistung gilt als gute Strategie im Wettbewerb mit jungen Firmen aus Schwellenländern, denn das Angebot ist dadurch schwieriger nachzuahmen. Erfolgreiche Mittelständler setzen sich zudem mit dem schwer kopierbaren Wissen über die Herstellung von High-Tech-Produkten ab. Deswegen ist die Fertigungstiefe bei vielen dieser Unternehmen hoch – siehe Uhrwerkhersteller SBS. Manche bauen sogar ihre Maschinen selbst. Zudem sind sie gut vernetzt: „Erfolgreiche Firmen sind selten Einzelkämpfer“, heißt es in der IKB-Studie. Sie arbeiten eng mit Forschungseinrichtungen und Hochschulen zusammen, entwickeln Produkte in enger Zusammenarbeit mit ihren Kunden und Firmen anderer Branchen.

Lokale Verankerung Die wachstumsstärksten deutschen Mittelständler stellen ihre lokale Verbundenheit stark durch gesellschaftliches Engagement heraus, ermittelte die Untersuchung. Dabei geht es nicht nur um Kultur- oder Sportsponsoring: Die Herrenknecht AG beispielsweise finanziert am Heimatstandort Schwanau eine halbe Pfarrerstelle.

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