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Export China-Geschäft macht Deutschen Freude

Bis zu 43,3 Prozent Exportzuwachs: Die deutschen Intralogistik-Anbieter feiern Absatzrekorde in den boomenden Schwellenländern. Doch bevor sie auf den Fremden mörkten Erfolge feiern können, müssen sie erst einmal kulturelle Hürden überwinden.
  • Andreas Menn

KÖLN. Als Christoph Beumer kürzlich seine Langstreckenflüge aus dem vergangenen Jahr zählte, kam er auf 28. Der Geschäftsführer der Beumer Maschinenfabrik GmbH umrundet mittlerweile routinemäßig den Erdball, um bei den Tochtergesellschaften seines Beckumer Intralogistik-Unternehmens vorbeizuschauen. Drei Länder kamen auf Christoph Beumers Flugplan in den vergangenen fünf Jahren neu dazu, nämlich Indien, China und Russland.

Das ist kein Zufall. Denn Schwellenländer entwickeln sich zu Boommärkten für die deutsche Intralogistikbranche, die sich immer stärker global positioniert. Im vergangenen Jahr kletterte der Export nach China um 6,5 Prozent, nach Indien um 18,1 Prozent und nach Russland um sagenhafte 43,4 Prozent, meldet das Forum Intralogistik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Mit der raschen Modernisierung auf den neuen Märkten wächst der Bedarf nach maschinellen Lösungen für Lagerung, Sortierung und Transport.

Beispiel Gabelstapler: "Wenn Volkswirtschaften vom Eselskarren auf den Lastwagen umsteigen, erfolgt auch die Beladung nicht mehr per Muskelkraft, sondern maschinell", sagt Gordon Riske, Vorsitzender der Geschäftsführung der Kion Group, einem der weltweit führenden Hersteller für Flurförderfahrzeuge. "Darum sind unsere Stapler in den Schwellenländern sehr gefragt." 950 000 Stapler konnte Kion im vergangenen Jahr verkaufen - elf Prozent mehr als im Vorjahr.

Ein wichtiger Markt für Kion ist China. Mit dem Kauf der Gabelstapler-Sparte von Linde erhielt Kion auch das Linde-Werk in Xiamen, das bereits seit 1995 Stapler für den chinesischen Markt produziert. Dort verlangen Unternehmen besonders eines von Gabelstaplern: Dass sie funktionieren. "Maschinen, die in China eingesetzt werden, müssen vor allem robust, zuverlässig und intuitiv zu bedienen sein", sagt Gordon Riske. Ein klarer Unterschied zum europäischen Markt, wo sie die neuesten technischen Finessen brauchen.

Während bisher in Schwellenländern einfache Basis-Lösungen für die Intralogistik auf die stärkste Nachfrage stießen, ist auch der weitergehende Trend zur Automatisierung klar absehbar. "China und Russland sind inzwischen nah am europäischen Niveau", sagt Jürgen Hess, Geschäftsführer der Miebach Logistik Holding GmbH. "Hochregallager, Palettenfördertechnik, Behälterfördertechnik, Barcode und Datenfunk sind hier etabliert." Rund um Moskau zum Beispiel haben sich global agierende Logistik-Unternehmen angesiedelt, die ausgefeiltes technisches Know-How mitbringen. Auch deutsche Intralogistiker sind darunter.

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