Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Fachkräftemangel Zeppelin fehlen Mechaniker in Russland

Höher Ölpreis hin, Immobilienkrise her. Der Münchener Zeppelin-Konzern wächst rasant. Doch gerade in der Boomregion Russland kämpft der Baumaschinenhändler mit einem Fachkräftemangel; ein Problem, was viele deutsche Unternehmen kennen. Wenn westliche Konzerne mit russischen Firmen um qualifiziertes Personal buhlen.
Zeppelin verdient sein Geld zum größten Teil mit dem Handel von Baumaschinen des Typ Caterpillar. In Deutschland und in Osteuropa haben die Bayern exklusiv die Vertriebsrechte. Foto: Archiv

Zeppelin verdient sein Geld zum größten Teil mit dem Handel von Baumaschinen des Typ Caterpillar. In Deutschland und in Osteuropa haben die Bayern exklusiv die Vertriebsrechte. Foto: Archiv

MÜNCHEN. Im ersten Halbjahr kletterte der Umsatz des Baumaschinenhändlers um 18 Prozent. "Wir könnten allerdings noch viel stärker zulegen", klagt Zeppelin-Chef Ernst Susanek, "wenn wir in Russland genügend qualifiziertes Personal bekommen würden."

Russland sowie die angrenzenden ehemaligen Sowjetrepubliken sind für Zeppelin eine Goldgrube. In der Region stiegen die Erlöse seit Jahresbeginn um mehr als die Hälfte auf 241 Mill. Euro. Die russischen Baukonzerne kaufen massenhaft moderne Bagger, Laster und Raupen, um das Land zu erschließen und neue Bürotürme und Wohnanlagen in die Höhe zu ziehen.

Nur: Zeppelin findet in dem Land nicht genügend Mechaniker, um die Stützpunkte zu eröffnen, die für die Expansion nötig sind. Das Problem kennen viele deutsche Unternehmen: Für den Mittelstand ist Russland und Osteuropa derzeit die Wachstumsregion schlechthin. Doch beklagen viele Firmen, dort zu wenig gut ausgebildete Mitarbeiter zu finden, heißt es bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer.

Ein Grund dafür ist der Boom in der Region: Westliche Konzerne buhlen mit russischen Firmen um qualifiziertes Personal. Dessen Zahl wächst aber nicht in gleichem Maße wie die Nachfrage. Experten sehen einen Grund dafür in der fehlenden dualen Ausbildung, wie es sie in Deutschland gibt. Das parallele Lernen in einer Berufsschule und Arbeiten im Betrieb gibt es in Russland nicht - beides ist strikt getrennt.

Vorerst müssen die Unternehmen daher selbst in die Ausbildung des Nachwuchses investieren - meist mit nicht geringen Beträgen. "Wir haben alleine 14 Ausbilder in Russland, das ist richtig teuer", sagt Zeppelin-Chef Susanek.

Handelsblatt Zukunft Mittelstand Newsletter
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote