Familienholding Die Aufräumarbeiten von Haniel-Chef Gemkow zahlen sich aus

Die Neuausrichtung der Unternehmensbeteiligungen trägt Früchte. Die Familienholding steigert ihren Umsatz und Gewinn deutlich.
Update: 11.04.2018 - 12:47 Uhr Kommentieren
Der Haniel-Chef hat seinem Unternehmen eine Online-Offensive verordnet. Quelle: dpa
Stephan Gemkow

Der Haniel-Chef hat seinem Unternehmen eine Online-Offensive verordnet.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Duisburger Familienholding Haniel profitiert von Zukäufen und sieht sich auf Wachstumskurs. Umsatz und Gewinn seien im vergangenen Jahr deutlich angestiegen, teilte Haniel am Mittwoch mit.

Haniel-Chef Stephan Gemkow blickt zudem optimistisch auf das laufende Jahr: 2018 solle der Umsatz weiter zulegen, beim operativen Ergebnis erwartet er eine deutliche Steigerung. Gemkow peilt auch weitere Übernahmen an: Haniel verfüge über mehr als 800 Millionen Euro für Zukäufe.

Gemkow hatte in den vergangenen Jahren umfangreiche Aufräumarbeiten im Portfolio vorgenommen, das neben dem Rohstoffhändler ELG und der Hygiene-Tochter CWS Boco auch Beteiligungen an börsennotierten Handelsunternehmen wie Metro, Ceconomy und Takkt umfasst.

Hohe Abschreibungen auf Metro hatten die Duisburger 2012 tief in die roten Zahlen gerissen. Haniel packte die Entschuldung an, reduzierte die Anteile an Takkt sowie Metro und verkaufte den Pharmagroßhändler Celesio für zwei Milliarden Euro.

Gemkow hatte die Hygiene-Tochter CWS Boco ausgebaut und mit Übernahmen etwa des Verpackungsmaschinen-Produzenten Rovema oder des Herstellers von Matratzenbezügen, Bekaert Deslee, die Abhängigkeit Haniels von seinen Handelsbeteiligungen vermindert.

Gemkow hat Haniel zudem eine Online-Offensive verordnet. Die Holding unterstützt die Töchter bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle für das Internet. Über verschiedene Venture-Capital-Fonds wie Cherryventures, Project A, E-Ventures und dem Hightech-Gründerfonds ist Haniel darüber hinaus an rund 200 Start-ups beteiligt.

Im vergangenen Jahr steigerte Haniel auch dank Zukäufen den Umsatz um 14 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Dabei verbuchte Haniel auch einen Gewinnsprung: Unter dem Strich verdiente die Holding 248 Millionen Euro, 72 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

In der virtuellen Bilanz-Pressekonferenz gaben sich Gemkow und Finanzvorstand Florian Funck denn auch sehr zufrieden. Auch wenn der Umsatz für Gemkow keine wichtige Größe ist, dokumentiere der Anstieg jedoch, dass das Unternehmen Haniel mit der steigenden Zahl der Gesellschafter, die zwischen 680 und 690 liegen, mithalten will.

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