Familienunternehmen: Diese Frau investiert Goldbeck-Vermögen in nachhaltige Projekte
München, Berlin. Miki Yokoyama ist keine Hellseherin. Aber berufsbedingt sollte sie den richtigen Riecher haben. Nicht nur, weil sie als Investorin ein Gespür dafür hat, welche Start-ups groß werden. Sondern weil sie schon vor 15 Jahren aufgeschrieben hat, was sie heute tatsächlich macht.
Während ihres Studiums in Boston kaufte sie mit einer Freundin das Buch „My Life in Lists“ – eine Sammlung von Wunschlisten. Sie notierte Dinge, die sie tun möchte, bevor sie einmal stirbt. Ein Punkt: „Do Good with Others’ Money.“ Gutes mit dem Geld von anderen tun.
Genau das tut sie heute.
Im Gespräch mit der Reporterin weiten sich einmal ihre Augen. Warum sollten vermögende Familien in Gutes investieren und nicht einfach in Rüstung, so die Frage an Yokoyama. Die Frage oder vielleicht auch nur das Wort Rüstung gefällt ihr nicht. Yokoyama leitet das Impact Vehicel der Familie Goldbeck, die mit einem Bauunternehmen reich geworden ist. Sie investiert Geld dieser Familie mit sozialem oder ökologischem Effekt.
Ein Pionierprojekt, dem andere vermögende Familien folgen sollen. „Klar kann man auch mit Rendite andere Familien überzeugen, aber ich finde es total toll, wenn die Leute gar nicht mehr so sehr auf Rendite achten müssen, sondern an die nächste Generation denken“, sagt Miki Yokoyama.
Die 42-Jährige stammt nicht aus einer Unternehmerfamilie. Sie hat nicht mal BWL oder Finanzen studiert, geschweige denn besuchte sie eine Universität wie die WHU oder die Universität Sankt Gallen, wo sich sonst Finanzeliten die Hände reichen. Trotzdem investiert sie 15 Millionen Euro jährlich – Geld, das ihr die Goldbecks, eine der reichsten deutschen Unternehmerfamilien überhaupt, jährlich zur Verfügung stellen.