Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Familienunternehmen treffen Markenartikler Wolken überm Sommerbrunch

Seite 2 von 2:

Vor drei Jahren beispielsweise wurde hier ein Deal im dreistelligen Millionenbereich eingefädelt. "Damals kam der Chef einer britischen Investorengruppe mit dem Besitzer eines bekannten deutschen Handelsunternehmens zusammen, und dann wurde der Deal hier gleich mündlich ausgemacht", erinnert sich Unternehmensberater Wilkening.

Auch in diesem Jahr nutzten die Gäste die private Atmosphäre für einen Austausch ihrer Sorgen und Einschätzungen. Aus den spektakulären Insolvenzen von Arcandor und Märklin könnten sich bald neue große Zusammenschlüsse ergeben. Dann würden Märkte neu verteilt. Den Geschäftssinn schalten die meisten auch am Wochenende nicht aus.

Viele halten das Kaufhaus-Konzept für überholt. "Interessante Vorbilder zum Beispiel für Online-Geschäfte kommen auch aus gestandenen Familienunternehmen wie dem Hause Otto", sagt Kienbaum-Partner Walter Jochmann.

Sorgen bereitet vielen Produzenten und Händlern der wachsende Preisdruck. Die Menschen greifen immer öfter zu kleineren Modellen. Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass Markennamen und Qualität künftig weniger wichtig werden. Und dass es den Konsumenten bald stärker auf einen niedrigeren Preis ankommt, als dass ein Produkt langlebig ist. Sprich, dass die Kurzfristdenke siegt.

Sollten bald Massenentlassungen anstehen, droht ein deutlicher Nachfragerückgang. Wie gut die Branche solch eine Situation verkraften wird, werde maßgeblich davon abhängen, wie schnell die einzelnen Hersteller und Vertriebler ausländische Absatzmärkte erschließen. Osteuropa und Asien werden bereits anvisiert.

Doch ein paar Brunchgäste ließen sich von den Problemen nicht beunruhigen. Kirsten Häfner, stellvertretende Direktorin von Ferrero, gab sich ganz entspannt: Schokolade läuft weiter gut. Auch Bio-Produkte werden zukünftig weiter gefragt sein, ist sich Frank von Glan, stellvertretender Geschäftsführer bei Tartex & Dr. Ritter, sicher. Und Kaufland-Top-Manager Günter Fergen war ebenfalls bester Laune: Der Lebensmittelabsatz brach in der Krise nicht ein, sondern blieb stabil. Die Konsumenten meiden vielmehr die Restaurants, laden eher zu sich nach Hause ein und kochen selbst für Freunde. Dafür nähmen sie dann auch mal mehr Geld in die Hand. Beim Brunch nächstes Jahr wird sich zeigen, ob sie recht hatten.

Handelsblatt Zukunft Mittelstand Newsletter
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote