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Familienunternehmen Walbusch „Die Frau entscheidet, was gekauft wird“

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Auch die „Silver Ager“ bestellen heute mobil
Walbusch ist zu 100 Prozent eigenfinanziert, sagt Chef Busch: „Dennoch – die Zeiten waren auch schon mal deutlich ruhiger.“ Quelle: Ralph Sondermann für Handelsblatt

Walbusch ist zu 100 Prozent eigenfinanziert, sagt Chef Busch: „Dennoch – die Zeiten waren auch schon mal deutlich ruhiger.“

(Foto: Ralph Sondermann für Handelsblatt)

Walbusch kann sich bislang besser behaupten. Der Umsatz ist stetig gewachsen, wenn auch zuletzt nur bescheiden. 2013 stieg er um 2,1 Prozent auf rund 332 Millionen Euro. Fast 1000 Mitarbeiter beschäftigt das Versandhaus heute. 3,2 Millionen Pakete verschickt Walbusch im Jahr von Solingen. Im modernen Logistikzentrum sind 2,2 Millionen Artikel ständig auf Lager. „Wir arbeiten profitabel und legen großen Wert darauf, dass wir zu 100 Prozent eigenfinanziert sind“, betont der geschäftsführende Gesellschafter Busch. „Dennoch – die Zeiten waren auch schon mal deutlich ruhiger.“

Deshalb baut der Enkel des Firmengründers zusätzliche zukunftsfeste Standbeine für den Katalogversender aus. Das Haus Walbusch war schon immer anpassungsfähig. Großvater Walter Busch (daher der Name Walbusch) hatte vor 80 Jahren in der Klingenstadt Solingen mit dem Versand von Rasierklingen begonnen. Mitte der 60er-Jahre verschob sich der Schwerpunkt auf bequeme Herrenmode.

Inzwischen macht Damenmode rund 30 Prozent vom Umsatz aus. Christian Busch weiß um den Einfluss der Frau beim Kleidungskauf: „Der Mann entscheidet, dass gekauft wird, die Frau entscheidet, was gekauft wird.“ Auch die Outdoor-Marke Klepper und der Gesundheitsversand Avena erweitern die Angebotspalette.

Seit einigen Jahren nun betreibt Walbusch eigene Läden – vor allem in mittelgroßen Städten wie Karlsruhe, Kassel oder Krefeld. Im Mai eröffnete die 32. Filiale in Hagen. Auch Stuttgart und München sind als Standorte im Gespräch. „Der Weg vom Versandhändler zum stationären Händler ist eher ungewöhnlich“, findet BBE-Berater Frank. Normalerweise werde er umgekehrt beschritten.

Buschs Beweggrund für die personal- und kostenintensivere Filialstrategie: Dreiviertel der Bekleidung wird noch immer stationär vertrieben. „Von dem Kuchen wollen wir uns ein Stück abschneiden“, sagt Busch. Zumal viele Kunden die Ware anfassen und anprobieren wollten. Auch Berater Frank sieht Chancen: „Die Hemmschwelle, kurz einen Laden zu betreten, ist für Neukunden niedriger als zu bestellen.“

Parallel zu den Läden baut Walbusch seinen Online-Shop systematisch aus. Ein Viertel des Umsatzes wird bereits über das Internet erwirtschaftet. Ab Herbst können die Kunden auch per Tablet oder Smartphone bestellen – denn auch die „Silver Ager“ ordern heute mobil. Der Online-Shop wurde in diesem Jahr bereits mit dem Deutschen Online-Handels-Award ausgezeichnet. Auf seine regelmäßigen Kataloge will Walbusch aber auch in Zukunft nicht verzichten. Allein schon, um die rund eine Million Stammkunden nicht zu verprellen.

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3 Kommentare zu "Familienunternehmen Walbusch: „Die Frau entscheidet, was gekauft wird“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Umsatzrückgang ist doch ein Imageproblem, bzw. ein Problem der Abgrenzung.
    Warum soll ich Kleidung von teuren "Marken" kaufen, die, wie "Billiganbieter" in den gleichen Fabriken produzieren lassen, ohne Rücksicht auf Menschenrechte /würde und die Umwelt? Es ist schwer den Unterschied zwischen nachhaltigen Unternehmen und den "Sündern"

  • Wir möchten, dass Sie nur Ware behalten, mit der Sie auch zufrieden sind. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice ([email protected]) - wir finden sicher eine Lösung, bei der Sie sich auch über das geschenkte Hemd freuen.

  • Ich habe zum Geburtstag ein Walbusch Hemd geschenkt bekommen (Extraglatt Comfortline).

    Das ziehe ich nicht an, weil's steif ist und kratzt.