Patrick Liotard-Vogt

Der schweizerische Unternehmer will mit seinem Edel-Netzwerk an die Börse.

(Foto: Newskontor)

„A Small World“ „Facebook für Reiche“ soll an die Börse

Patrick Liotard-Vogt will sein soziales Edel-Netzwerk an die Börse bringen. Gekauft hatte er es vom Skandalproduzenten Harvey Weinstein.
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ZürichProdukt und Person lassen sich bei Patrick Liotard-Vogt schwer trennen: Der schweizerische Unternehmer und Enkel des einstigen Nestlé-Chefs Pierre Liotard-Vogt liebt den Jetset. Bei den Partys des sozialen Netzwerks „A Small World“, an dem er die Mehrheit hält, ist der 33-Jährige häufig selbst zu Gast. Jetzt will er das Netzwerk an die Börse bringen.

Das soziale Netzwerk „A Small World“ wird oft „Facebook für Reiche“ genannt, aber mit dieser Bezeichnung ist Liotard-Vogt nicht sonderlich glücklich. Er spricht lieber von einem „digitalen Country-Club“: „Unsere Mitglieder sind die modernen Bonvivants, die global denken und handeln.“ Das habe aber nicht automatisch mit Geld zu tun – das allein mache Menschen schließlich noch nicht spannend. „Es gibt nichts Langweiligeres als Partys, die von Privatbankiers veranstaltet werden und auf denen der einzige gemeinsame Nenner das Geld ist.“

Anders als etwa bei Facebook ist die Mitgliedschaft bei „A Small World“ nicht kostenlos, sondern schlägt mit 100 Franken zu Buche. Dafür können sich die Mitglieder mit Gleichgesinnten austauschen – und an mehr oder weniger mondänen Events teilnehmen. Ebenfalls im Angebot: eine Mitgliedskarte, die VIP-Behandlung in 200 Nachtclubs ermöglicht – für 2.400 Franken im Jahr.

Das Netzwerk hatte Liotard-Vogt einst dem Filmproduzenten Harvey Weinstein und dessen Bruder abgekauft – lange bevor der Missbrauchsskandal um Weinstein publik wurde.

Früher hatte „A Small World“ mehrere Hunderttausend Mitglieder, nun sind es nur noch rund 29.000. Vorstandschef Jan Luescher erklärt das mit einem radikalen Umbau des Geschäftsmodells. Statt auf Quantität und Gratiszugang setze man seit 2013 auf Qualität, die auf einem Bezahlmodell beruhe. „Unsere Mitglieder sind im Durchschnitt 37 Jahre alt, stehen mitten im Leben, verfügen über ein freies Einkommen“, sagt Luescher.

Mit konkreten Zahlen hält sich das Netzwerk noch bedeckt. An Kapital soll es aber nicht mangeln. Und so plant „A Small World“ keinen Börsengang mit Kapitalerhöhung, sondern ein Listing, bei dem die Aktien zum Handel aufgenommen werden – so wie aktuell auch beim Musikdienst Spotify

Aber wieso dann überhaupt der Gang an die Börse? „Wir wollen sichtbarer werden und, falls in Zukunft beabsichtigt, leichteren Zugang zu frischem Kapital erhalten“, erklärt Liotard-Vogt. Schon einmal war von einem Verkauf die Rede, doch der Deal kam nicht zustande. Versucht der Unternehmer nun, seine Beteiligung über die Börse loszuschlagen? Liotard-Vogt hält dagegen: „Es geht nicht darum, dass wir Kasse machen wollen.“ Seine Holdinggesellschaft verpflichtet sich, bis 2020 die Mehrheit an dem Unternehmen zu halten. „Wir glauben an unser Geschäftsmodell und verkaufen beim Listing keine einzige Aktie.“

 Eins steht jedenfalls fest: An der Schweizer Börse wird „A Small World“ mit seinen knapp 40 Mitarbeitern zu den kleinen Akteuren zählen.

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