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Airgreets Diese Start-up-Gründer finden Untermieter für Vielreisende

Wer häufig geschäftlich reist, verzichtet in seiner Abwesenheit oft auf Untermieter, weil die Zeit zum Organisieren fehlt. Airgreets will das ändern.
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Julian Ritter (links), Florian Bogenschütz (Mitte) und Sebastian Drescher sind überzeugt, dass ihr Geschäftsmodell gut in die Zeit passt. Quelle: Airgreets
Die Airgreets-Gründer

Julian Ritter (links), Florian Bogenschütz (Mitte) und Sebastian Drescher sind überzeugt, dass ihr Geschäftsmodell gut in die Zeit passt.

(Foto: Airgreets)

Düsseldorf Piloten, Unternehmensberater, IT-Spezialisten – sie alle verbringen oft den kleineren Teil ihrer Zeit in ihren eigenen Wohnungen. Genau sie aber will Sebastian Drescher, Mitbegründer des Start-ups Airgreets, als Kunden gewinnen. Vielreisende haben oft keine Zeit, Untermieter zu finden. Mithilfe von Airgreets können sie künftig trotzdem in ihrer Abwesenheit Geld verdienen, denn das 2016 gegründete Start-up nimmt ihnen alles ab.

Dreschers Firma versteht sich als Dienstleister für Wohnungsinhaber, die ihren Wohnraum zumindest zeitweise mit anderen teilen wollen. Der 31-Jährige und seine zwei Mitgründer, allesamt selbst zuvor Unternehmensberater, sind überzeugt, dass ihr Geschäftsmodell gut in die Zeit passt: „Menschen reisen immer häufiger, sei es beruflich oder privat. Fernbeziehungen oder wochenlange Projekte im Rahmen der Jobs sind lange keine Seltenheit mehr.“

Airgreets trifft seine Kunden persönlich. Kommen beide Seiten ins Geschäft, lichtet ein professioneller Fotograf die Wohnung ab. Airgreets-Mitarbeiter erstellen dann die Inserate auf Airbnb. Hat ein Gastgeber einen Zeitraum angegeben, den er außerhalb seiner Wohnung verbringt, schaltet Airgreets diese Wohnung auf der Plattform frei.

Gibt es einen Gast für die freie Wohnung, kommunizieren Mitarbeiter des Start-ups mit diesem anstelle des vielreisenden Gastgebers. Dann müssen nur noch die Wohnungsschlüssel übergeben werden. Am Ende der Buchungsdauer lässt Airgreets die Wohnung reinigen, sodass der Vermieter in ein sauberes Zuhause zurückkehrt. Im Schnitt kostet eine Airgreets-Wohnung etwa 85 Euro pro Nacht bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von vier Tagen – davon behält Airgreets ein Viertel.

Das Start-up ist bislang in Berlin, München, Hamburg, Köln, Düsseldorf und Frankfurt am Main vertreten. Um die Betreuung der Kunden und der Übernachtungsgäste zu gewährleisten, arbeitet ein Team von etwa 20 Festangestellten in Vollzeit plus Werkstudenten für das Start-up. Bisher hat dieses Team über 600 Wohnungen und über 30.000 Übernachtungen vermittelt, sagt Drescher, ohne Umsatzahlen zu nennen.

Aber offenbar haben er und seine beiden Mitgründer Julian Ritter und Florian Bogenschütz den Business-Angel Björn Jopen überzeugt. „Julian betreut das ganze Thema rund um die Finanzierung, Sebastian kümmert sich um das Marketing, und Florian verantwortet den Bereich Operations“, sagt der 43-jährige Investor, „sie ergänzen sich gegenseitig prima.“

Doch Drescher gibt zu, dass Gründen anspruchsvoll ist: „Mit den rechtlichen Schritten, der Kundenakquise oder der Webseitengestaltung waren wir vorher als Angestellte nie konfrontiert.“ Sei seien da durchaus an Grenzen gestoßen. Doch sie wollen weiter expandieren, nach Wien und im nächsten Jahr in die Schweiz.

Doch Airgreets hat auch Gegner. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) fordert die Politik auf, das „derzeitige Rechtsvakuum und die damit einhergehenden Wettbewerbsverzerrungen bei der Kurzzeitvermietung von Privatzimmern“ zu beenden, heißt es im Verband. Die Hotellerie will, dass die lokalen Behörden alle Anbieter auf Portalen zur Registrierung zwingen.

„Homesharing ist keine Zweckentfremdung, Airgreets entzieht dem Markt keinen Wohnraum für Langzeitmieter“, kontert Drescher. Er lehne Kunden ab, die die Wohnungen nicht ausdrücklich selbst bewohnen. Darin unterscheide sich sein Start-up auch deutlich von anderen digitalen Plattformen, sagt Drescher: „Ich will nicht in den Topf der Airbnb-Pauschalkritiker fallen.“

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