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Allan Leighton Dieser Manager führt künftig den Verwaltungsrat von C&A an

Allan Leighton gilt als Freund klarer Worte. Mit dem neuen CEO soll der Brite die Modekette fit machen für den harten Konkurrenzkampf.
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Der Brite führt fortan den Verwaltungsrat von C&A an. Quelle: PR
Allan Leighton

Der Brite führt fortan den Verwaltungsrat von C&A an.

(Foto: PR)

Düsseldorf Als Allan Leighton vor vier Jahren als Chairman bei der britischen Handelskette Coop antrat, gab es eine starke Opposition. „Ich wurde als nordkoreanischer Diktator beschimpft“, sagte er vor Kurzem in einem Interview. Leighton hatte auf der Jahresversammlung der Handelsgenossenschaft klar gesagt, dass das 175 Jahre alte Geschäftsmodell so wie bisher nicht mehr funktioniert. Danach wurde das Einzelhandelsgeschäft von Coop umgebaut in eine Kette mit inzwischen 300 Nachbarschaftsläden mit sehr langen Öffnungszeiten.

Jetzt soll der 66-jährige Leighton, der bei der britischen Supermarkt-Kette Asda und bei der Royal Mail Karriere machte und als einer der am besten vernetzten britischen Manager gilt, den Verwaltungsrat der Textilkette C&A weltweit führen. Dafür zieht sich Martijn Brenninkmeijer, Mitglied der Eigentümerfamilie, aus dem Board zurück. Gleichzeitig kommt Alexander Birken, Chef der Otto-Gruppe, in den Verwaltungsrat. Für den 54-Jährigen wird das Gremium auf fünf Personen erweitert.

Mit der großen Einzelhandels- und Onlineerfahrung der beiden Topmanager will die Familie Brenninkmeijer die Transformation der Modekette zum Multichannel-Anbieter voranbringen. Gleichzeitig will sie den neuen CEO des Europageschäfts, Edward Brenninkmeijer, stärken. Dieser übernahm im März den Chefposten. Denn Alain Caparros trat überraschend ab, nachdem er beim Düsseldorfer Konzern für mächtig Wirbel gesorgt hatte.

Für den Abgang des Ex-Rewe-Chefs gab C&A gesundheitliche Gründe an, denn Caparros hatte einige Monate zuvor einen Herzinfarkt erlitten. Und so begründete er es auch selbst in einer Pressemitteilung.

Wie zu hören ist, soll Caparros aber auch mit seinen vielen Ideen wie dem Verkauf von Bobby Cars oder Karnevalskostümen von Deiters, Veränderungen im Management und seinem emotionalen Auftreten bei manchem in der Eigentümerfamilie angeeckt sein.

Nachfolger Edward Brenninkmeijer und seinem neuen, verstärkten Board muss es gelingen, sich mit C&A gegenüber Billigketten wie Primark zu behaupten. Caparros führte deshalb das Billigangebot „Best Deal“ ein. Gleichzeitig wollte er mit bekannteren Marken wie Mustang Jeans oder der Einrichtungskette Butler‘s neue Kunden gewinnen.

Einige der Kooperationen hat sein Nachfolger beibehalten. Derzeit läuft in Österreich der Versuch, Mode der Marke Only von der Bestseller-Gruppe bei C&A zu verkaufen.

Die beiden neuen Boardmitglieder Leighton und Birken signalisieren eine vorsichtige Öffnungsstrategie des verschwiegenen Familienclans, der seit der Unternehmensgründung 1841 die Firmengeschicke immer gerne selbst kontrolliert hat. Im Frühjahr übergab die Familie Brenninkmeijer erstmals das operative Geschäft ihrer Konzernholding Cofra, die neben C&A auch die Immobiliensparte Redevco und das Investmentunternehmen Bregal steuert, an einen Manager, der nicht zum Gesellschafterkreis gehört: an Boudewijn Beerkens.

Der lobt denn auch die große Erfahrung der neuen Boardmitglieder, die „einen großen Beitrag zu den Wachstumsstrategien von C&A leisten werden“. Leighton, der mit Brackley Town FC sogar Miteigentümer eines Fußballklubs ist, dürfte sich nicht scheuen, unbequeme Wahrheiten zu äußern – wie bei der britischen Coop.

Mehr: Die Zeit ist reif für ein staatliches Textilsiegel, meint Handelsblatt-Reporter Georg Weishaupt. Doch damit es wirklich funktionieren kann, müssen auch große Namen aus der Modebranche mitmachen.

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