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Anita Tillmann Die Premium-Frau der Fashion Week geht nach Übersee

Die Düsseldorferin hat die Fashion Week groß gemacht, die am Dienstag in Berlin beginnt. Jetzt will die mutige Unternehmerin in die USA expandieren.
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Die 46-Jährige hat gerade die Mehrheit an ihrer Firma verkauft. Quelle: Anita Tillmann
Anita Tillmann

Die 46-Jährige hat gerade die Mehrheit an ihrer Firma verkauft.

(Foto: Anita Tillmann)

Geht nicht, gibt‘s nicht, so lautete das Motto ihres Vaters, erzählt Anita Tillmann bei einem Kaffee. Mit der Philosophie des Mannes, der einst aus Kroatien nach Deutschland kam, und dem Mut zum Risiko ist sie aufgewachsen und hat es weit gebracht: Die 46-jährige Düsseldorferin ist der einflussreichste Kopf der Fashion Week, die am Dienstag in Berlin beginnt.

Als Geschäftsführerin der Premium-Gruppe hat Tillmann gleich mehrere große Messen und Events etabliert, die im Rahmen der Modewoche stattfinden und die sie prägen: von der Premium-Messe für gehobene Mode über die Freizeitmodemesse Seek bis zu Workshop-Events wie der Fashiontech.

Zudem hat die Textil- und Bekleidungsfachwirtin die Lobby-Organisation German Fashion Council aufgebaut, um deutsche Mode international salonfähig zu machen. Jetzt will sie gemeinsam mit der finanzstarken britischen Clarion-Gruppe in die USA expandieren.

Branchenkenner wie Marco Götz, CEO und Inhaber des Männerlabels Drykorn, schätzen an ihr, dass „sie sehr visionär denkt und neue Strömungen schon früh erkennt“ und dann auch „klar und direkt sagt, was sie denkt“. Sie scheut sich nicht, Probleme klar zu benennen: „Die Modebranche bewegt sich viel zu wenig, es scheint, als seien alle eingefroren“, kritisiert Tillmann.

„Ich wundere mich nicht, dass es so vielen schlecht geht, ich wundere mich, dass es noch so viele Marken und Stores gibt.“ Viele seien nicht schnell und stark genug, die Digitalisierung voranzutreiben oder neue Trends in ihre Läden zu bringen.

Auch die Modemessen müssen sich anpassen. So hat Tillmann gerade die Bright, eine Messe für Skatermode, ausgesetzt, um ein neues Konzept zu erarbeiten. Und bei ihrer Hauptveranstaltung Premium hat sie „alles von rechts auf links gedreht und in den vergangenen drei Jahren rund 40 Prozent der Marken aussortiert“, weil sie nicht mehr relevant und attraktiv genug waren.

Die Modebranche ist schnelllebig. So machte Karl-Heinz Müller einst die Bread & Butter zum Star der Berliner Fashion Week. Dann stürzte die bunte Messe für Freizeitmode in die Insolvenz. Zalando machte daraus eine Kundenveranstaltung und stellte sie vor Kurzem erst einmal ein.

Anita Tillmann hat das Geschäft einst bei Modemarken wie Joop! und Kathleen Madden gelernt. Später beriet sie bei Pixelpark, dem Pionier im Onlinebusiness, Kunden wie Adidas oder Mexx. 2003 machte sie sich selbstständig und gründete die Premium. „Damals gab es das Premiumsegment gar nicht in der Mode“, erzählt sie stolz.

Privat entspannt sich die Mutter von zehnjährigen Zwillingsmädchen bei Yoga und Pilates. Das gibt ihr Kraft für den nächsten großen Schritt: die Expansion in die USA. Ende des letzten Jahres hat Tillmann die britische Clarion-Gruppe als Mehrheitsgesellschafter aufgenommen. Sie selbst hält noch zehn Prozent an der Premium-Gruppe.

Gemeinsam wollten sie die Mehrheit an dem amerikanischen Messebetreiber Liberty erwerben, „um deren Modemesse in L.A. weiterzuentwickeln“, kündigt sie an. Zudem haben sie in das Berliner Start-up Veee.com investiert, eine B-to-B-Plattform für Mode. Viel auf einmal. Aber geht nicht, gibt‘s nicht.

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