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Anno August Jagdfeld Immobilieninvestor erleidet im Streit mit der Signal Iduna die nächste Niederlage

Das Landgericht Dortmund weist die Milliardenklage des Immobilieninvestors gegen die Signal Iduna ab. Doch der gibt sich nicht geschlagen.
04.05.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Anno August Jagdfeld: Die nächste Niederlage Quelle: dpa
Anno August Jagdfeld

Das Landgericht Dortmund erteilte ihm im Streit mit Signal Iduna eine Abfuhr.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Zur Urteilsverkündung erschien Anno August Jagdfeld nicht mehr persönlich. Der mondäne Immobilieninvestor nahm sonst an nahezu jedem der 14 Verhandlungstage vor dem Dortmunder Landgericht teil. Doch am Donnerstag musste der 73-Jährige, der öffentlich gern im Stil des englischen Landadels mit Tweed-Jackett und Einstecktuch auftritt, dem Gericht fernbleiben.

Ein angenehmer Termin wäre es für den Fondsunternehmer aber ohnehin nicht geworden. Klar wies das Gericht die Schadensersatzklage gegen die Signal Iduna, die vor vielen Jahren in Jagdfelds Adlon-Fonds investiert hatte, als unbegründet zurück. Eine Rufmordkampagne sei nicht erkennbar, urteilten die Richter. Die von der Klägerseite „akribisch zusammengestellten Puzzlestücke ergaben kein hinreichend sicheres Gesamtbild“, teilte das Gericht nach der Verhandlung mit.

Rund eine Milliarde Euro forderte Jagdfeld von der Dortmunder Versicherung, nachdem die sich in einer Anlegerschutzgemeinschaft für die Absetzung Jagdfelds als Geschäftsführer des Adlon-Fonds engagiert hatte. Vorausgegangen waren dem Streit zweifelhafte Geschäfte des Fonds mit Mitgliedern der Jagdfeld-Familie. So erließ der Firmenpatriarch seinem Sohn etwa die Pacht für eine Diskothek, die dieser erfolglos im Adlon-Gebäude betrieb – letztlich auf Kosten der Anleger, die Jagdfelds Fonds finanzierten.

Was folgte, war eine öffentliche Schlammschlacht zwischen dem Vertreter der Schutzgemeinschaft und Jagdfeld persönlich. Vor Gericht stritt der Familienunternehmer nun mit der Signal Iduna darum, ob sich die Versicherung die verbalen Entgleisungen der Schutzgemeinschaft anrechnen lassen muss – oder ob es sich gar um eine von der Signal Iduna initiierte Kampagne zur Absetzung Jagdfelds handelte, um die Kontrolle über die Adlon-Gesellschaft zu übernehmen.

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    Doch beide Vorwürfe überzeugten das Gericht am Ende nicht. Die Kosten des Verfahrens muss nun Jagdfeld selbst tragen.

    Dritte Niederlage in Folge

    Für Jagdfeld endet damit erneut ein Prozess gegen ein Finanzinstitut mit einer Niederlage. Denn gleich an mehreren Fronten kämpft der Dürener um Vermögen und Renommee. Über Jahrzehnte hatte der Sohn aus einer Familie rheinischer Möbelhändler ein Fondsimperium geschmiedet und mit Anlegergeldern teure Bauprojekte wie das Berliner Hotel Adlon finanziert. Für sein Engagement beim „Aufbau Ost“ erhielt er sogar das Bundesverdienstkreuz.

    Doch in den vergangenen Jahren machte Jagdfeld vor allem mit Prozessen gegen frühere Geldgeber von sich reden. So scheiterte der Rheinländer bereits 2018 mit einer Klage gegen Kreditgeber, die im Jahr 2010 Verpflichtungen des Berliner Luxuskaufhauses Quartier 206 aufgekauft und nach ausbleibenden Raten von Jagdfelds Betreibergesellschaft unter Zwangsverwaltung hatten stellen lassen.

    Ähnlich lief es mit einer Klage gegen die Hamburg Commercial Bank, deren Vorgängergesellschaften den Kauf des Berliner Kunsthauses Tacheles finanziert hatten. Auch hier machte Jagdfeld Schadensersatz geltend, weil die Bank den Kredit nach ausbleibenden Zahlungen kündigte. Auch hier äußerten die Richter Zweifel an der Begründung der Klage – sprachen Jagdfeld aber immerhin einen Betrag von knapp 6,3 Millionen Euro nebst Zinsen zu, den er nach Ansicht der Richter bei der Ablösung des Kredits zu viel bezahlt hatte.

    Trotz der dritten Niederlage in Folge gibt sich Jagdfeld kämpferisch. In allen Verfahren wolle Jagdfeld in Berufung gehen, kündigte ein Sprecher an – und zog eine Parallele zum Verfahren des Medienunternehmers Leo Kirch gegen die Deutsche Bank, das nach einer langjährigen Prozessschlacht mit einer Zahlung der Bank von fast einer Milliarde Euro an die Erben Kirchs geendet hatte.

    „Der Prozess von Leo Kirch hat gezeigt, dass Schadensersatzprozesse gegen Finanzkonzerne über mehrere Instanzen gehen müssen, um am Ende erfolgreich zu sein.“ Wie im Fall Kirch hätten bei der Beweisaufnahme wichtige Dokumente gefehlt, auf die nur die Signal Iduna Zugriff gehabt hätte, so der Sprecher. Auch habe der Fall gezeigt, „dass solche Prozesse für einen mittelständischen Kläger mit strukturell schlechterer Ausgangslage kaum in der ersten Instanz zu gewinnen“ seien. Dennoch habe sich die Position der Kläger durch die Beweisaufnahmen „in allen Verfahren strategisch verbessert“.

    Die Signal Iduna stellt sich auf eine Fortsetzung des Verfahrens ein – und wies den Vorwurf zurückgehaltener Dokumente zurück. „Herr Jagdfeld muss angesichts der Entscheidung des Gerichts sehr verzweifelt sein, dass er zu solch abstrusen Vertuschungsvorwürfen greift“, sagte ein Sprecher. Das Landgericht habe bestätigt, dass es keine Rufmordkampagne gegeben habe. „Herr Jagdfeld wird von der Signal Iduna keinen Cent Schadensersatz bekommen.“

    Mehr: Milliarden-Prozess gegen Signal Iduna – Gericht will Streitparteien zu Einigung bewegen

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