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ASC Technologies Gerald Kromer bringt Sprachaufzeichnungen in die Cloud – und Datenschützer zur Verzweiflung

ASC Technologies ist Marktführer im Bereich der Sprachaufzeichnung – und plant nun den nächsten Schritt. Doch Datenschützer sehen das kritisch.
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Wo Sprachaufzeichnung eingesetzt wird, führt kaum ein Weg am Unternehmen von Gerald Kromer vorbei. Quelle: ASC
Gerald Kromer

Wo Sprachaufzeichnung eingesetzt wird, führt kaum ein Weg am Unternehmen von Gerald Kromer vorbei.

(Foto: ASC)

HösbachSo ziemlich jeder Deutsche hatte in seinem Alltag bereits Berührungspunkte mit der Firma ASC Technologies aus dem fränkischen Hösbach. Ein Anruf bei der Polizei, beim Bankberater oder bei einem Callcenter genügt. Überall, wo Sprachaufzeichnung eingesetzt wird, führt in Zentraleuropa kaum ein Weg am Unternehmen von Gerald Kromer vorbei.

Der Technologie-Dienstleister, der heute 261 Mitarbeiter beschäftigt und einen zweistelligen Millionenbetrag umsetzt, blickt auf eine 54-jährige Geschichte zurück. Das Gesicht des Familienunternehmens wandelte sich in dieser Zeit aber vielfach.

Ursprünglich entwickelte ASC schließlich Hi-Fi-Anlagen, dann ein Sprachlabor. Vor zwei Jahren übergab der vorherige Geschäftsführer, Günter Müller, an Gerald Kromer. Der 49-Jährige erhielt die klare Mission, das Unternehmen auf die nächste Stufe zu heben: in die Cloud.

Kein unumstrittener Schritt, vor allem aus Sicht von Datenschützern. ASC arbeitet schließlich häufig mit Kunden aus Hochsicherheitsbereichen wie Rettungsdiensten sowie Banken oder Versicherungen zusammen. „Wir müssen unsere Kunden immer wieder überzeugen, dass unsere Lösung ein sicherer Hafen ist“, berichtet Kromer.

Entsprechend sicher muss die Cloudlösung sein. Ein Datenleck mit gestohlenen Sprachaufzeichnungen hätte fatale Folgen.

„Grundsätzlich ist das Verlegen der Daten in eine Cloud kein Problem, sofern alles technisch sauber über europäische Firmen läuft. ASC benutzt allerdings Server von Microsoft. Bei amerikanischen Unternehmen gibt es immer wieder Schauscharmützel darüber, was die USA gerne von europäischen Kunden mitschneiden würden“, sagt Peter Leppelt von der Datenschutzberatung Praemandatum.

Ohnehin ist das Geschäftsfeld emotional aufgeladen, da Gesprächspartner auch über Themen fernab der Aufnahmepflicht sprechen – die Software schneidet trotzdem mit. Kromer sieht aber einen Vorteil gegenüber seinen beiden größten Wettbewerbern Nice und Verint, die aus Amerika und Israel stammen. „Gerade als deutsches Unternehmen haben wir international hohe Glaubwürdigkeit bei Datenschutz und Datensicherheit.“

ASC profitiert auch immer wieder von neuen Compliance-Richtlinien. Seit Anfang dieses Jahres müssen Banken ihre Beratungsgespräche genauer dokumentieren. In der Folge wuchs auch der Umsatz von ASC um knapp 20 Prozent. Zudem sollen bald strengere Compliance-Regeln für den Versicherungsmarkt kommen.

„Unsere Geschäftsfelder sind dreigeteilt: Banken, Callcenter und Public Safety“, sagt Kromer. Sein Unternehmen hat knapp 5000 Kunden in 77 Ländern. In zwölf Ländern hat ASC eigene Niederlassungen. Außerdem arbeiten die Franken mit Vertriebspartnern zusammen, mit denen sie zum Teil auch gemeinsam entwickeln.

Wenn Unternehmen also auf Partner wie Microsoft oder Unify zugehen und nach Aufnahmelösungen fragen, werden diese an ASC vermittelt. „Wir könnten gar nicht so viele Vertriebler einstellen, um alle Endkunden direkt zu betreuen. Dafür arbeiten wir sehr eng mit unseren Partnern zusammen“, sagt Kromer.

Investieren will er künftig vor allem in Forschung und Entwicklung, zumal ASC noch ziemlich allein mit seiner Cloudlösung bei der Sprachaufzeichnung ist. Bislang sind nur fünf Prozent der Kunden in der Cloud, das soll sich ändern. Das ist Gerald Kromers Mission.

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