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Audiospezialist Sennheiser ist wieder erfolgreich – und steigt in die Autobranche ein

Daniel und Andreas Sennheiser haben den Audiospezialisten saniert. Nun wagen sie sich auf das schwierige Feld für Auto-Soundsysteme.
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Schmerzvolle, aber erfolgreiche Sanierung. Quelle: imago images / Future Image
Daniel (links) und Andreas Sennheiser

Schmerzvolle, aber erfolgreiche Sanierung.

(Foto: imago images / Future Image)

Düsseldorf Andreas und Daniel Sennheiser bekommen am kommenden Donnerstag hohen Besuch. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) macht auf seiner Mittelstandsreise den Unternehmern seine Aufwartung. Ihr Großvater Fritz hatte 1945 bei Hannover das „Laboratorium Wennebostel“ gegründet.

Heute ist Sennheiser ein führender Hersteller von Kopfhörern, Lautsprechern, Mikrofonen und drahtloser Übertragungstechnik: ein familiengeführter, global erfolgreicher Mittelständler – das viel zitierte „Rückgrat der deutschen Wirtschaft“.

Doch viele Mittelständler fühlen sich vernachlässigt von Politik und Minister Altmaier, der gern europäische Industrie-Champions aufbauen möchte. Auch Daniel, 46, und Andreas Sennheiser, 45, haben Forderungen an den Minister.

„Wir brauchen in Deutschland mehr Offenheit für Innovation, mehr Erfindergeist und mehr Mut für Neues. Wir hoffen, dass Herr Altmaier den Mittelstand auf diesem Weg unterstützt“, sagt Andreas Sennheiser. Die Politik müsse für eine sinnvolle und verlässliche Regulierung sorgen.

Der Audiospezialist kann nur dank ständiger Innovationen global vorn mitspielen. Die Branche brummt zwar, doch neue Spieler wie Apple mit Beats oder Skull Candy haben den Markt aufgemischt. Laut Midia Research fiel Sennheiser bei Kopfhörern zeitweise global auf Rang sechs zurück. So sprangen die Deutschen erst spät auf den Trend zu drahtlosen Kopfhörern auf.

Trend zu spät erkannt

Sennheiser verlor Marktanteile und Umsatz, schrieb Verluste. Die Brüder flexibilisierten die Organisation, sparten Millionen Euro und entließen Mitarbeiter.

Die Sanierung war schmerzvoll, aber erfolgreich. Der Umsatz stieg 2018 um 6,4 Prozent auf 710 Millionen Euro. Der operative Gewinn lag bei 21 Millionen Euro. Fast 2 900 Mitarbeiter sind bei Sennheiser beschäftigt, davon die Hälfte in Deutschland. Wie der Standort Deutschland attraktiver werden kann, dürfte auch eine Frage an Minister Altmaier sein.

„Um dem Fachkräftemängel entgegenzuwirken, ist es wichtig, dass wir das deutsche Bildungssystem entsprechend aufstellen und gleichzeitig gezielt qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland nach Deutschland bringen“, betont Daniel Sennheiser.

Der Mittelständler selbst investiert kräftig in Know-how und neue Technologien. 2018 flossen mehr als 60,5 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung, das sind 8,5 Prozent des Umsatzes. „Das Forscher-Gen steckt uns in den Knochen“, scherzen die Brüder gern.

Soundsystem in Luxus-Elektroautos

Innovative Impulse erhoffen sie sich auch von Dear Reality, an dem sie seit Juli die Mehrheit halten. Die Düsseldorfer Firma ist auf Audiosoftware für Virtual und Augmented Reality spezialisiert. „Für uns ist 3D-Audio die Zukunft“, sagt Andreas Sennheiser, selbst Elektrotechniker und Betriebswirt.

Nun wagen die Brüder den Schritt in ein ganz neues Geschäftsfeld – die Autobranche. Ihr 3D-Soundsystem Ambeo wird in die Elektroautos des kalifornischen Luxus-Autoherstellers Karma eingebaut. „Mit Karma verbinden wir die Zukunft der Mobilität mit der Zukunft der Audiotechnik“, sagt Daniel Sennheiser, der Produktdesign studiert hat. Die Brüder wollen das „beste Audiosystem der Branche schaffen“.

Ein ehrgeiziges Ziel, sind doch Hi-Fi-Experten wie Burmester für Porsche und Mercedes oder Bang & Olufsen für Audi hier schon lange aktiv. Zwei Jahre dauerte die Entwicklung bei Sennheiser. „Wir haben praktisch von null angefangen.“ Doch die Brüder, beide Waldorfschüler, sind hartnäckig.

Alexander Kind, Chef des Hörgeräteherstellers, charakterisiert die beiden so: „Kundenfokus, schnelle, effiziente Prozesse und innovative Produkte bestimmen ihr Denken und Handeln.“ Davon kann sich Minister Altmaier selbst ein Bild machen, wenn er durch das Werk in Wennebostel geführt wird.

Mehr: Die Mikrofontechnik für den Eurovision Song Contest kommt vom deutschen Audiospezialisten Sennheiser. Für den Mittelständler ist das immer eine Bewährungsprobe.

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