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Auszeichnung Cloud&Heat zum innovativsten der 50 wachstumsstärksten europäischen Start-ups gekürt

Cloud&Heat baut und betreibt wassergekühlte Rechenzentren. Damit hat das Start-up bereits das Interesse von EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger geweckt.
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EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (links) und Nicolas Röhrs, Geschäftsführer Cloud&Heat Technologies, gehen beim Besuch des Unternehmens über das Firmengelände. Quelle: dpa
Günther Oettinger besucht IT-Unternehmen

EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (links) und Nicolas Röhrs, Geschäftsführer Cloud&Heat Technologies, gehen beim Besuch des Unternehmens über das Firmengelände.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Cloud&Heat wurde zwar schon 2011 gegründet, das Start-up ist aber in den vergangenen Wochen deutlich häufiger in der Öffentlichkeit aufgetreten als üblich. In der Nacht zu Freitag ist das aus der TU Dresden gegründete Unternehmen zum innovativsten der 50 wachstumsstärksten europäischen Start-ups gekürt worden.

Dabei wurde Cloud&Heat erst im Februar in die Liste der 50 wachstummstärksten Technologieunternehmen aufgenommen, denen eine Milliardenbewertung zugetraut wird.

Anfang der Woche hatte Cloud&Heat EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zu Besuch. Sie loten aus, ob Cloud&Heat mehr „grüne Rechenzentren“ in strukturschwachen Gebieten wie der Lausitz installieren kann. In der Nähe von Solarparks oder Kraftwerken will das Unternehmen Rechenzentren aufbauen. Damit würde das Unternehmen auch noch einen Beitrag zum Strukturwandel liefern. Das Hauptinteresse der Investoren liegt naturgemäß ganz woanders.

Denn das Geschäftsmodell des Start-ups löst gleich zwei Probleme. Das Unternehmen baut und betreibt wassergekühlte Rechenzentren, davon 15 in Eigenregie und ebenso viele für Kunden. Das Besondere ist, dass Cloud&Heat die Abwärme der Rechenzentren nutzt, um Gebäude zu beheizen oder in die Nah- und Fernwärme einzuspeisen. „Wir müssen die Rechenzentren nicht runterkühlen, das ist nicht nur kostengünstig und energiesparend, wir sparen massiv CO2 ein“, sagt Vorstandschef Nicolas Röhrs.

Zurzeit werden drei Prozent des weltweiten Stroms durch IT- und Rechenzentren verbraucht, 2025 sollen es 20 Prozent sein, weiß Röhrs. Da Digitalisierung also alles andere als ressourcenschonend ist, trifft das Start-up mit seinem Geschäftsmodell einen Nerv: Die patentierte Technik spart Strom und Kühlkosten für die Rechenzentren und senkt zugleich die Kosten fürs Heizen oder die Aufbereitung von Warmwasser.

Das honoriert auch die Auszeichnung, die dem Unternehmen nun zuteil wurde.

Wie das Handelsblatt vorab bereits am Donnerstag berichtete, wird an diesem Freitag ein Ergebnisbericht der deutschen Akademie für Technikwissenschaften, der Förderbank KfW und der deutschen Börse vorgelegt. Dabei geht es um die Sorge, dass zu viele Start-ups nicht nur durch ausländische Kapitalgeber finanziert werden, sondern dass insgesamt zu viel Know-how aus Deutschland abfließt. In einer Studie der Lehrstühle für Entrepreneurial Finance an der TU München wird gemahnt, dass zwei von drei mit ausländischem Kapital geförderte Unternehmen später an einen ausländischen Investor verkauft werden oder im Ausland an die Börse gehen.

Cloud&Heat-Chef Röhrs warnt aber davor, ausländische Investoren zu verteufeln. „Ohne das Netzwerk unserer ausländischen Investoren hätten wir nicht so schnell wachsen können.“ Beim Dresdner Unternehmen sind mittlerweile zwei eingestiegen: der Environmental technologies fund (ETF-Partners) mit Sitz in London und Inven Capital, hinter dem sich der der größte tschechische Energieversorger verbirgt.

Als deutsche Investoren sind die beiden Familiy Offices von Oliver Heine und John Jahr investiert. Die Anteile seien gut verteilt. Deutschland sei als Markt aber zu behäbig, findet Röhrs. „Auch dank des Netzwerks der ausländischen Investoren sind wir in viel agileren Ländern, wo es meist gleich um Hunderte Kunden geht, sehr erfolgreich.“

Zunächst hatte sich Cloud&Heat auf den deutschen Markt fokussiert, inzwischen betreibt das Unternehmen auch Rechenzentren in Norwegen und Japan und stellt gerade Mitarbeiter in San Francisco ein. Im vergangenen Jahr ist das Unternehmen um 400 Prozent gewachsen. Ursprünglich wurde das Unternehmen von Jens Struckmeier, Marius Feldmann und Christof Fetzer gegründet aus einem Forschungsprojekt heraus gegründet. CEO Röhrs stieß erst 2014 dazu, ist aber Mitgründer.

Das Prestigeprojekt ist das Eurotheum im Herzen Frankfurts, das ehemalige luftgekühlte EZB-Rechenzentrum, das von Cloud&Heat in ein hochmodernes wassergekühltes Rechenzentrum umgebaut wurde. Mit der Wärme wird das darüber liegende Hotel geheizt. 65.000 Euro würden so gespart und 557 Tonnen CO².

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