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Autobranche Ex-BMW-Manager Breitfeld heuert bei Faraday Future an

Carsten Breitfeld hat eine ungewöhnliche Karriere hinter sich: Faraday Future ist für den deutschen Automanager die dritte Station bei einem chinesischen Start-up.
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Der Deutsche soll Faraday Future retten. Quelle: Bloomberg
Carsten Breitfeld

Der Deutsche soll Faraday Future retten.

(Foto: Bloomberg)

Düsseldorf Zur Automesse in Peking im April überraschte der deutsche Automanager Carsten Breitfeld mit einer Neuigkeit. Er präsentierte nicht die neuesten Fahrzeuge des von ihm mitgegründeten E-Auto-Start-ups Byton, sondern wechselte wenige Tage zuvor zum Konkurrenten Iconiq.

Fünf Monate später gibt Breitfeld den nächsten Wechsel bekannt. Als CEO steuert er künftig den angeschlagenen chinesischen Autobauer Faraday Future, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Breitfeld hat eine ungewöhnliche Karriere hinter sich. Rund zwei Jahrzehnte arbeitete er für die deutsche Automarke BMW. Zuletzt war er Entwicklungsleiter des Hybrid-Sportwagens i8. Im Sommer 2016 folgte dann der erste Wechsel. Mit einem Team aus Kollegen von BMW und anderen deutschen Autobauern ging er in die Volksrepublik.

Dort baute er – finanziert von chinesischen Investoren – ein E-Auto-Start-up auf, das heute unter der Marke Byton firmiert. Breitfeld galt als der Mann mit dem technischen Sachverstand. Umso mehr waren Branchenexperten überrascht, dass er sich von dem Unternehmen verabschiedete, das er mitinitiiert hatte.

Bereits zum Jahresanfang 2019 hatte Co-Gründer Daniel Kirchert den Posten als CEO von Breitfeld übernommen. Im April folgte dann Breitfelds Wechsel zum chinesischen E-Autobauer Iconiq. Der jüngste Wechsel zu Faraday Future ist die nächste überraschende Wendung in der Karriere von Breitfeld.

Hinter Faraday Future steht der chinesische Internetunternehmer Jia Yueting. Der Manager war mit Onlineunterhaltung reich geworden. Im April 2014 gab er dann die Gründung des E-Auto-Start-ups Faraday Future bekannt.

Von Beginn an forderte Jia Tesla offen heraus. Mehr als 1 500 Mitarbeiter warb die Firma nach eigenen Angaben von Tesla, Apple und von weltweit führenden Automobilkonzernen ab. Die Firmenzentrale liegt in Los Angeles.

Anfang 2017 präsentierte die Firma in Las Vegas ihr Vorzeigeauto. Der FF91 kam auf 1 000 PS, eine Beschleunigung von unter drei Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde und eine Spitzengeschwindigkeit von 320 Kilometer pro Stunde.

Doch dann gab es immer wieder Probleme. Ex-BMW-Entwickler Ulrich Kranz heuerte im Juli 2017 bei Faraday Future an, warf jedoch im Oktober schon wieder hin. Auch andere Spitzenmanager wandten sich von dem Unternehmen ab. Jia geriet in den Fokus der chinesischen Börsenaufsicht. Immer wieder kursierten Gerüchte von einem nahestehenden Bankrott des Unternehmens. Bis heute ist unklar, ob ein Fahrzeug von Faraday Future in die Serienproduktion gehen kann.

Mit Breitfeld will Jia den Befreiungsschlag schaffen. Der Gründer gibt den CEO-Posten an den Deutschen ab. „Yueting und ich kennen uns schon seit einigen Jahren, und wir hatten schon in der Vergangenheit darüber gesprochen, dass ich mich dem Unternehmen anschließen könnte“, sagte Breitfeld laut Mitteilung. „Ich bin extrem beeindruckt von dem kontinuierlichen Fortschritt des Unternehmens sowie dem Vorzeigemodell FF91.“

Jia kündigte an, er werde sich auf die neu geschaffene Rolle aus Chief Product and User Officer (CPUO) zurückziehen. Gleichzeitig habe er neue Wege gefunden, um ausstehende Kredite zurückzuzahlen. „Ich habe alles aufgegeben, um Faraday Future zum Erfolg zu machen und die übrigen Schulden so schnell wie möglich zurückzuzahlen“, sagte Jia. „Mit Dr. Breitfeld als CEO scheint die Zukunft von Faraday Future heller als jemals zuvor“, hofft der Milliardär.

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