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Automatisierung CEO Oliver Jung steuert bei Festo erfolgreich um

Der Vorstandschef des Automatisierungsspezialisten sieht gute Chancen in der Medizintechnik. In der Coronakrise habe das Unternehmen viel gelernt.
09.07.2020 - 17:26 Uhr Kommentieren
Der 57-Jährige sieht Medizintechnik und Laborautomatisierung als große Wachstumsfelder. Quelle: Festo
Festo-Chef Oliver Jung

Der 57-Jährige sieht Medizintechnik und Laborautomatisierung als große Wachstumsfelder.

(Foto: Festo)

Stuttgart In normalen Jahren lockt der Maschinenbauer Festo auf der Hannover-Messe mit künstlichen Elefantenrüsseln, Libellen oder hüpfenden Kängurus regelmäßig Bundeskanzlerin Angela Merkel oder den Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier an den Stand. Doch dieses Jahr muss der neue Vorstandschef Oliver Jung auf diesen prestigeträchtigen Termin verzichten. Die größte Industriemesse fällt wegen der Pandemie aus und schrumpft auf einen zweitägigen Digitalkongress zusammen, der kommenden Mittwoch beginnt.

Zeitlich parallel dazu präsentiert Festo diesmal einen Schwarm künstlicher Schwalben mit Federn aus Schaumstoff und Carbon, die dank Künstlicher Intelligenz in der Lage sind, sich in der Luft gegenseitig auszuweichen. Die Vögel fliegen kommende Woche durch die Halle am Stammsitz in Esslingen – übertragen durch Livestreaming im Netz.

Auch eine Präsentation hat Festo-Chef Jung ins Netz gestellt, statt der ursprünglich für Hannover geplanten Pressekonferenz. Das Unternehmen ist in der Öffentlichkeit ohnehin fast genauso zurückhaltend wie die Eigentümerfamilie Stoll, die keine Presseinterviews gibt. Fragen konnten nur vorher schriftlich eingereicht werden.

Entsprechend wenig lebhaft wirkte die virtuelle „Bilanzpressekonferenz“. Die immer streng gebundene Krawatte von Jung trug auch nicht gerade zur Auflockerung bei. Dabei hatte der 57-jährige Maschinenbauer durchaus Positives zu berichten.

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    „Wir sind systemrelevant“, ist Jung überzeugt. Medizintechnik und Laborautomatisierung seien große Wachstumsfelder. Das habe sich in der Coronakrise noch verstärkt, auch weil die Esslinger die Kunden aus der Medizin- und Labortechnik bei der Belieferung mit Komponenten etwa für Beatmungsgeräte oder Laborausrüstung wegen der weltweit andauernden Pandemie bevorzugt behandelten.

    Und das Familienunternehmen war selbst agil. Festo-Ingenieure entwickelten den Prototypen eines Beatmungsgerätes in vier Wochen. „Zum Glück wird das Gerät jetzt nicht gebraucht. Aber wir haben dabei viel gelernt“, sagt Jung. Auch für die Notfallklinik auf der Stuttgarter Messe stellte Festo die Sauerstoffversorgung bereit.

    Unternehmenschef Oliver Jung (rechts) führt Wirtschaftsminister Peter Altmeier einen Roboter vor. Quelle: dpa
    Festo auf der Hannover-Messe

    Unternehmenschef Oliver Jung (rechts) führt Wirtschaftsminister Peter Altmeier einen Roboter vor.

    (Foto: dpa)

    Seit 18 Monaten führt Jung das Familienunternehmen. Der Ingenieur bringt Referenzen von Bosch und Schmitz Cargobull mit. Seit 2013 war er Produktions- und Einkaufschef der Schaeffler AG. Dort hatte er trotz fachlichen Lobs von allen Seiten keine Aussicht, an Vorstandschef Klaus Rosenfeld, einem Ex-Banker, vorbeizukommen. Zuletzt sollen sich beide überworfen haben. Jung verließ Schaeffler 2017. Dagegen war Festo froh, den erfahrenen Ingenieur zu bekommen.

    Bei der virtuellen Präsentation der Geschäftszahlen übt sich Jung in Gelassenheit. „Wir sind bisher vergleichsweise gut durch die Krise gekommen.“ Der Automatisierungsspezialist hatte bereits im Vorjahr einen Umsatzrückgang von 3,7 Prozent auf drei Milliarden Euro erlitten.

    „Wir denken in Generationen“

    „Als unabhängiges Familienunternehmen denken wir in Generationen, nicht in Quartalen. Corona wird unsere Märkte verändern. Und wir sind darauf vorbereitet.“ Schon im vergangen Jahr habe das Unternehmen auf den Nachfragerückgang aus der Autoindustrie reagiert und die Weichen in Richtung anderer Industrien gestellt.

    Beim ersten Quartal sprach Jung noch von „guter Profitabilität und gutem Cashflow“. Dann folgte der Corona-Knick. Inzwischen läuft auch bei Festo die Kurzarbeit, in Esslingen sind 2500 Beschäftigte davon betroffen. Im zweiten Halbjahr erwartet Jung „Nachholeffekte“ – in welchem Ausmaß, lasse sich nicht abschätzen.

    Festo definiert sich immer mehr als Spezialist, der seine Industriekunden bei der digitalen Transformation begleitet – sei es mit Technologie, Kommunikationsplattformen oder der stetigen Qualifizierung der Mitarbeiter. „Unsere breite Aufstellung hilft uns, wenn einige Bereiche wie Automotive rückläufig sind“, sagte Jung, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

    Konstant 21.000 Beschäftigte zählt Festo weltweit, davon rund 6000 am Standort Esslingen. „Wir verfolgen weiterhin das Ziel, lieber Stunden zu entlassen als Menschen“ heißt es bei Festo.

    Mehr: Corona-Pandemie trifft Maschinenbauer besonders hart.

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