Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Bäckereikette 40 von 100 Oebel-Filialen sind trotz Insolvenz gerettet

Die Aachener Bäckereikette ging im Zuge der Kronenbrot-Pleite insolvent. Fest steht nun: Zumindest 240 Mitarbeiter können weiterbeschäftigt werden.
Kommentieren
Oebel-Insolvenz: 40 von 100 Filialen sind gerettet Quelle: dpa
Bäckerei

Für 40 der zuletzt 100 Filialen der insolventen Bäckereikette Oebel geht es weiter.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Für rund 40 der zuletzt 100 Filialen der insolventen Bäckereikette Oebel geht es weiter. Der Insolvenzverwalter der Kette mit Stammsitz in Aachen hat verschiedene Käufer gefunden. Die Bäckerei Brinker hat fast alle Filialen aus dem Großraum Düsseldorf übernommen und führt sie unter dem Namen Oebel weiter, teilte der Insolvenzverwalter Dirk Wegener am Dienstag mit.

Die Bäckerei Schneider wiederum hat einen Großteil der Filialen aus dem Kölner Raum gekauft. Weitere Filialen gingen an die lokalen Bäckereien Hardt, Lohner und Merzenich. Damit scheinen die Arbeitsplätze von 240 der bisher rund 940 Mitarbeiter gesichert.

Die Bäckereikette hatte am 9. Juli Insolvenz anmelden müssen. Interne wirtschaftliche Probleme und die Insolvenz ihres Backwaren-Lieferanten Kronenbrot hatten zunächst zur Schließung der Verkaufsfilialen geführt. Nachdem der Insolvenzverwalter schnell neue Lieferanten ausfindig gemacht hat, öffneten alle Filialen wieder.

„Die Oebel-Gruppe hat seit Längerem Probleme“, betonte Insolvenzverwalter Wegener. Gründe für die Insolvenz sind demnach vor allem der stetige Wandel des Konsumentenverhaltens zu mehr Qualitätsprodukten. Hinzu kam die Abhängigkeit von Kronenbrot bei Backwaren und Logistik.

„Das Geschäft mit Bäckereifilialen hierzulande ist kompliziert und von operativer Exzellenz getrieben“, konstatiert Branchenexperte Werner Motyka von der Beratung Munich Strategy. Das zeige nicht zuletzt auch der Ausstieg von Edeka und Rewe, die sich von ihren Filialen getrennt haben und sich auf die Backwarenherstellung konzentrieren.

Großes Filialnetz kein strategisches Ziel

Insolvenzverwalter Wegener bedauerte, dass bei Oebel – trotz anfänglich breiten Interesses – kein Käufer die gesamtheitlichen Risiken für eine Kette ohne eigene Produktion und Logistik auf sich nehmen wollte. Ein nationales oder möglichst großes Netz von Bäckereifilialen ist laut Motyka aus heutiger Sicht kein strategisches Ziel für Marktteilnehmer mehr.

Die Bäckereikette Oebel gehörte ursprünglich zu Kronenbrot. Die Oebel-Verkaufsfilialen waren im Zuge der ersten Insolvenz von Kronenbrot im Sommer 2016 abgespalten worden. Sie gingen an die Unternehmer Lothar und Wolfgang Mainz, die früheren Chefs des Familienunternehmens Kronenbrot.

Oebel war neben Aldi einer der wichtigen Kunden von Kronenbrot. Die Großbäckerei, die laut ihres Insolvenzverwalters Biner Bär zu den fünf größten Backwaren-Herstellern in Deutschland gehörte, stellte im Juli den Betrieb ein – und riss auch Oebel in die Pleite.

Für Kronenbrot fand sich kein Käufer. Inzwischen hat Harry Brot das Kronenbrot-Werk in Witten übernommen. „Im Markt bestehen genügend freie Produktionskapazitäten“, mit diesen Worten hatte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, die Übernahme genehmigt.

Die Zukunft der restlichen Oebel-Filialen ist weiter ungewiss. Wegen Personalmangels mussten seit der Insolvenz weitere 30 Filialen schließen. Bislang wurden rund 60 Kündigungen ausgesprochen. Der Verkauf von Backwaren in den übrigen 30 nicht übertragenen Filialen soll zunächst noch aufrechterhalten werden. „Sollten sich für die noch vorhandenen Filialen kurzfristig keine Interessenten finden lassen, müssen die Mitarbeiter Ende des Monats gekündigt werden“, kündigte Insolvenzverwalter Wegener an.

Mehr: Ende Juli stellt der traditionsreiche Backwaren-Hersteller Kronenbrot seine Produktion ein - es fand sich kein Käufer für das insolvente Unternehmen.

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

Mehr zu: Bäckereikette - 40 von 100 Oebel-Filialen sind trotz Insolvenz gerettet

0 Kommentare zu "Bäckereikette: 40 von 100 Oebel-Filialen sind trotz Insolvenz gerettet"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.