Baustoffkonzern Annäherung im Übernahmestreit der Gipshersteller Knauf und USG

Der Baustoffkonzern Knauf will für 5,9 Milliarden Dollar den US-Rivalen USG übernehmen. Nun hat der USG-Aufsichtsrat Verhandlungen ermöglicht.
Update: 01.05.2018 - 20:58 Uhr Kommentieren
Knauf und USG: Annäherung im Übernahmestreit der Gipshersteller Quelle: dpa
Knauf

Das Familienunternehmen hat 5,9 Milliarden Dollar für USG geboten. Dessen Aufsichtsrat fand diese Offerte „völlig unangemessen“.

(Foto: dpa)

FrankfurtIn den milliardenschweren Übernahmestreit der beiden Gipskonzerne Knauf und USG kommt Bewegung. Der Aufsichtsrat des US-Konzerns USG, der eine Offerte des fränkischen Konkurrenten Knauf auf dem Tisch hat, gab am Dienstag seinem Management überraschend freie Hand, mit den Deutschen zu verhandeln.

Zuvor hatte der USG-Aufsichtsrat die Knauf-Offerte einstimmig als „völlig unangemessen“ zurückgewiesen. Die mitten im Umbau steckende USG sei deutlich mehr wert als die gebotenen 5,9 Milliarden Dollar (knapp 4,8 Milliarden Euro) oder 42 Dollar pro Aktie.

Doch damit hat USG offenbar zu hoch gepokert. Knauf hatte mitgeteilt, die einflussreichen Aktionärsberater ISS und Glass Lewis würden den Aktionären von USG empfehlen, auf der Hauptversammlung am 9. Mai gegen alle vier Kandidaten für den Vorstand zu stimmen. So solle USG zu Gesprächen über die Knauf-Offerte gebracht werden.

Auch Starinvestor Warren Buffett unterstützt den Deal. Sein Konglomerat Berkshire Hathaway ist der größte Aktionär von USG und hatte signalisiert, seinen Anteil für mindestens 42 Dollar pro Aktie verkaufen zu wollen.
Berkshire war 2008, mitten in der Immobilien- und Finanzkrise, vergleichsweise günstig bei USG eingestiegen, indem er Schulden aufkaufte. Für den Verkauf stellt Buffett jedoch Bedingungen:

Für die Option, die Papiere der Investmentgesellschaft zu erwerben, soll Knauf Berkshire vorab zwei Dollar je Aktie extra zahlen.
Gelingt Knauf die Übernahme nicht, sollen diese knapp 87 Millionen Dollar dennoch bei Berkshire bleiben. Knauf erklärte, man werde dieses Angebot juristisch prüfen lassen.

USG legte Ende April schwache Zahlen für das erste Quartal vor. Der Gewinn ging um rund 16 Prozent auf 46 Millionen Dollar zurück. Der Umsatz dagegen stieg leicht. USG-Chefin Jennifer Scanlon warb damals noch um die Gunst der Aktionäre. „Wir sind ein transformiertes Unternehmen“, versicherte sie.

USG blickt auf krisengeschüttelte Jahre zurück. Nach einem Asbestskandal musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Kurz nach der fünfjährigen Restrukturierungsphase begann die Krise auf dem US-Häusermarkt.
Sowohl Knauf als auch USG hatten sich noch in der vergangenen Woche an die USG-Aktionäre gewandt. Knauf forderte die USG-Anteilseigner auf, gegen die Wiederwahl von vier Verwaltungsräten zu stimmen und sich somit für einen Zusammenschluss mit Knauf auszusprechen.

Der Widerstand von USG „spiegelt eine Corporate Governance wider, die den Aktionären gegenüber unfreundlich ist“, kritisieren Alexander Knauf und Manfred Grundke, die den Brief unterzeichnet haben. Das Argument der Deutschen: USG habe einen ambitionierten Wachstumsplan in einer zyklischen Branche. Ob der aufgehe, sei unsicher. Daher sollten die Aktionäre lieber jetzt das Angebot von 42 Dollar pro Aktie annehmen.

Die 42 Dollar seien ein Aufschlag von 25 Prozent im Vergleich zum Aktienpreis vom 23. März, dem Tag bevor das Angebot bekannt gegeben wurde. Den Wert hat die Aktie seit 2007 nicht mehr überschritten. Die Amerikaner wunderten sich zunächst über das aggressive Vorgehen des Familienunternehmens, das seit 18 Jahren an USG beteiligt ist und derzeit gut zehn Prozent am Unternehmen hält.

USG-Chefin Scanlon hofft immer noch, einen höheren Kaufpreis auszuhandeln. Knauf „sollte durch den Zusammenschluss“ zusätzliche Werte in dem Unternehmen finden, heißt es in einer Mitteilung.

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