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Bernd Eulitz Der neue Chef von Knorr-Bremse setzt sich hohe Ziele

Der ehemalige Linde-Manager hat bei dem Autozulieferer eine schwierige Rolle auszufüllen. Handeln kann Bernd Eulitz aus einer Position der Stärke.
11.03.2020 - 17:25 Uhr Kommentieren
Der neue Knorr-Bremse-Chef ist ein Quereinsteiger mit hohen Zielen. Quelle: imago/photothek
Bernd Eulitz

Der neue Knorr-Bremse-Chef ist ein Quereinsteiger mit hohen Zielen.

(Foto: imago/photothek)

München Für seine erste Pressekonferenz hat sich Bernd Eulitz einiges vorgenommen. Eine halbe Stunde referiert der Verfahrenstechniker über chinesische Hochgeschwindigkeitszüge, redundante Bremssysteme bei Lastwagen und das Vorhaben, Knorr-Bremse zu einem klimaneutralen Unternehmen zu machen. Und zwischendurch behauptet der 54-Jährige, dass es ihm „richtig Spaß macht, darüber zu sprechen“.

Eulitz braucht Optimismus. Seit November ist der ehemalige Linde-Manager Vorstandschef des Münchener Zulieferkonzerns, nachdem sein Vorgänger Klaus Deller im April im Streit das Haus verließ. Deller hatte zuvor einen erfolgreichen Börsengang hingelegt, sich dann aber im Vorstand mit den mächtigen Chefs der Zug- und Lkw-Sparte verkantet.

Auch Mehrheitsaktionär Heinz Hermann Thiele und Aufsichtsratschef Klaus Mangold stellten sich gegen ihren Topmanager. Nach einer intensiven Suche engagierte man Bernd Eulitz.

Dass dieser bislang weder Erfahrungen im Geschäft mit Lastwagen noch Zügen hat, ist ein Novum bei Knorr-Bremse. Deshalb hat sich der neue Chef zunächst mit Technik, Geschäft und Gepflogenheiten bei Knorr-Bremse vertraut gemacht. Dabei hat Eulitz „die Weitsicht und Hartnäckigkeit“ des Mehrheitsaktionärs Thiele imponiert. „Das ist ein Erbe, das in diesem Unternehmen immer noch lebt“, sagt Eulitz.

Ein Erbe, das Chance und Bürde zugleich ist. Denn noch immer hat Thiele sein Büro in der historischen Firmenzentrale, noch immer ist der „Ehrenvorsitzende des Aufsichtsrates“ die letzte Instanz im Unternehmen. Unter Eulitz wiederum regieren die mächtigen Vorstände, die Sparten Bremssysteme für Lkws und Züge sind praktisch eigene Unternehmen.

Eulitz will aus dieser Sandwichrolle heraus die strategische Führung übernehmen. Das kann er aus einer wirtschaftlichen Position der Stärke. 2019 legte der Umsatz um 4,8 Prozent auf 6,94 Milliarden Euro zu. Mit einem Ergebnisanstieg um 8,2 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro kletterte die Umsatzrendite um 0,4 Prozentpunkte auf 18,8 Prozent.

Selbst wenn die Auswirkungen der Corona-Epidemie um sich greifen, rechnet Knorr mit einem Umsatzrückgang auf 6,5 bis 6,9 Milliarden Euro. Im Lkw-Markt rechnet das Unternehmen mit einem Rückgang von bis zu 15 Prozent. Für 2020 kalkuliert Knorr-Bremse mit einer operativen Marge von 18 bis 19 Prozent.

Die Profitabilität braucht Eulitz, um die steigenden Entwicklungskosten zu stemmen. Vor allem im Lkw-Bereich muss das Unternehmen kräftig investieren. Lastwagen fahren in Zukunft zunehmend autonom, Bremse und Lenkung werden zu einem System. Hier gerät Knorr-Bremse in das Feld des wesentlich größeren Konkurrenten ZF Friedrichshafen. Beide Unternehmen versuchen, sich möglichst viel Kompetenz und Wertschöpfung zu sichern.

Eulitz will beides schaffen: Knorr-Bremse technologisch führend halten – und mehr Gewinne. Bis 2022 soll das Unternehmen pro Jahr um vier bis fünf Prozent wachsen und die operative Umsatzrendite auf 20,3 Prozent steigen. Ein ambitioniertes Vorhaben – aber mit weniger dürfte sich Mehrheitsaktionär Thiele kaum zufriedengeben.

Mehr: Knorr-Bremse kauft Sheppard und baut seine Position bei Lenksystemen aus

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