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Bettina Burr Rothschilds verabschieden sich nach zwei Jahrhunderten aus Österreich

Die Nachkommen der einstigen Financiers der Habsburger haben ihre letzte Länderei in Niederösterreich an das Familienunternehmen Prinzhorn verkauft.
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Die Nachfahrin der Rothschild-Familie ist Vizepräsidentin des Kuratoriums des Museum of Fine Arts in Boston und als Kunstexpertin bekannt. Quelle: Museum of Fine Arts Boston
Bettina Burr

Die Nachfahrin der Rothschild-Familie ist Vizepräsidentin des Kuratoriums des Museum of Fine Arts in Boston und als Kunstexpertin bekannt.

(Foto: Museum of Fine Arts Boston)

Düsseldorf Nach zwei Jahrhunderten schließt Bettina Burr das Kapitel der Bankiers- und Unternehmerfamilien Rothschild in Österreich. Im Auftrag ihrer Familie verkaufte die Nachfahrin der Dynastie die letzte Länderei in der Alpenrepublik. „Das ist das definitiv Ende der fast 200 Jahre alten Ära Rothschild in Österreich“, sagte Wirtschaftshistoriker und Rothschild-Experte Roman Sandgruber dem Handelsblatt.

Rund 7 000 Hektar Wald in Niederösterreich gehen in den Besitz des österreichischen Papierunternehmers Cord Prinzhorn über. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Bloomberg von drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Die Prinzhorn Holding GmbH soll rund 100 Millionen Euro für die Wälder mit historischen Jagd- und Forsthäusern gezahlt haben. Eine Anfrage ließ Prinzhorn unbeantwortet.

Bettina („Nina“) Burr ist als Kunstexpertin bekannt. Die Nachfahrin der Rothschild-Familie ist Vizepräsidentin des Kuratoriums des Museum of Fine Arts in Boston.

Die 1946 geborene Amerikanerin vermachte dem Museum die sogenannte Rothschild-Collection. Die 186 Werke waren Teil der großen Sammlung der Rothschilds, welche die Nazis für das „Führermuseum“ in Linz einst vorgesehen hatten. Die Kunstwerke wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in einem Salzbergwerk bei Altaussee von den Alliierten unversehrt geborgen.

Bettina Burr ist Tochter von Bettina Jemima Looram, geborene Rothschild, und dem amerikanischen Diplomaten Matthew James Looram Jr. Ihre Großeltern waren Baron Alfons und Baronesse Clarisse von Rothschild in Wien.

Die ursprünglich aus Frankfurt stammende Familie Rothschild spielte im 19. und 20. Jahrhundert unter den Habsburgern eine bedeutende Rolle. Mayer Amschel Rothschild sandte zu Beginn des 19. Jahrhundert seine fünf Söhne in verschiedene europäische Metropolen, darunter auch nach Wien.

Salomon Rothschild begann 1820 mit der Aufnahme seiner Geschäfte in der Donaumetropole. Die Familie stieg zum wichtigsten Financier der kaiserlichen Familie auf und investierte ein Vermögen in den Ausbau des Eisenbahnnetzes im Habsburger-Reich. Daneben erwarben Rothschilds großen Grundbesitz.

Mit dem Verkauf hat sich die Unternehmer- und Bankiersfamilie endgültig aus Österreich verabschiedet. Er war ein Abschied auf Raten. Bereits im vergangenen Jahr verkauften die Rothschild-Nachkommen Wälder in Niederösterreich mit einer Fläche von 5 400 Hektar für 92 Millionen Euro an den Unternehmer Prinzhorn. Er will offenbar beide Besitztümer zusammenführen.

Bettina Burrs Mutter, Bettina Jemima Looram, lebte bis zu ihrem Tod 2012 auf dem Besitz der Familie in Niederösterreich. Nach ihrem Tod wurde der Besitz in zwei Teilen an die Familienzweige vererbt.

Die Wälder hatte einst Baron Albert von Rothschild 1875 erworben. 1938 wurden die Ländereien von den Nazis enteignet und nach dem Kriegsende wieder an die Nachkommen der jüdischen Bankiersfamilie aus Wien zurückgegeben.

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1 Kommentar zu "Bettina Burr: Rothschilds verabschieden sich nach zwei Jahrhunderten aus Österreich"

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  • Schön, dass die Wälder an eine Papierfabrikanten übergehen, dann kann er damit das Papier produzieren, das bei der Bankenregulierung im großen Stil verbraucht wird - so schließt sich der Kreis!

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