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Bike-Components Philipp Simon – vom Studienabbrecher zum Chef von 180 Mitarbeitern

Sein Studium gab er einst auf, um bei Bike-Components anzuheuern. Inzwischen führt der 38-Jährige den dynamischen Onlinehändler.
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Er fühlt sich auf dem Mountainbike zu Hause. Quelle:  Bike Components
Philipp Simon

Er fühlt sich auf dem Mountainbike zu Hause.

(Foto:  Bike Components)

MünchenAnderswo hätten sie es ihm womöglich als Charakterschwäche ausgelegt. Nicht aber bei Bike-Components. Bei dem Aachener Radteile-Versand ist es ganz normal, das Studium abzubrechen. Schon die beiden Gründer haben vor mehr als zwei Jahrzehnten den Hörsaal vorzeitig gegen das Büro getauscht.

Dieses Frühjahr hat Philipp Simon die Geschäftsführung des dynamischen Onlinehändlers übernommen. Es ist genau 15 Jahre her, seit er sein Maschinenbau-Studium in Aachen für den ersten Job bei Bike-Components aufgab. Dem 38-Jährigen gelang eine Bilderbuchkarriere: vom Studienabbrecher zum Chef von 180 Mitarbeitern.

Die Gründer und Eigentümer, Marcus Wenkel und Klaus Hoenig, übertrugen ihm mit den Jahren immer mehr Aufgaben bei dem Mittelständler mit rund 80 Millionen Umsatz. Bis sie die Verantwortung nun komplett in seine Hände legten.

Jetzt will der Radenthusiast seine Chance nutzen. „Ich bin angetreten, Service in die Onlinewelt zu bringen“, erläutert Simon. Als Erstes eröffnete er zu Jahresanfang den frisch gestalteten Internetshop. Mit neuen Suchfunktionen will er es den Kunden leichter machen, die passenden Ersatzteile zu finden. Mehr als 70.000 Artikel von 350 Marken hat Bike-Components eigenen Angaben zufolge auf Lager.

Damit die Radler angesichts dieser Masse nicht verzweifeln, bietet der sportliche Mann mit dem rotblonden Haar zehn Stunden am Tag Telefonberatung an. Das kommt gut an, unter den Lieferanten genießt Simons Firma einen guten Ruf. „Die sind ein verlässlicher Partner“, sagt Jürgen Siegwarth, Geschäftsführer des Radtaschen-Spezialisten Ortlieb.

Natürlich hat Simon auch Glück: Radfahren ist populär wie nie. Die Händler in Deutschland haben vergangenes Jahr Räder für knapp 3,2 Milliarden Euro verkauft, 16 Prozent mehr als 2017. Der Umsatz – das Geschäft mit Ersatzteilen und Zubehör mit eingerechnet – lag bei rund sechs Milliarden Euro, so der Zweirad-Industrie-Verband.

„Wir profitieren vom Radsport-Boom und dem Aufkommen der E-Bikes“, sagt Simon. Trotzdem ist es ein umkämpftes Geschäft. Bekannte Marken wie Bike 24 oder Bikediscount treten gegen Bike-Components im Internet an, dazu kommen die Radhändler vor Ort.

Um sich von der Konkurrenz abzuheben, hat Simon Eigenmarken aufgebaut, sowohl für Ersatzteile als auch für komplette Räder. Hinzu kommt der Laden in der Aachener Innenstadt, durch den sich Bike-Components von reinen Onlineanbietern unterscheidet. So erhält der Mittelständler unmittelbaren Kontakt zu den Radlern. Denn für die meisten Kunden seien die Velos nicht einfach ein Sportgerät. Wer bei Bike-Components bestelle, für den „geht es um eine Leidenschaft“, meint Simon.

So kam auch er selbst im Studium mit dem damaligen Start-up in Kontakt. „Ich habe dort regelmäßig Radteile gekauft“, erinnert sich Simon. Anfangs verschickten die zwei Gründer ihre Päckchen in Schuhkartons von der Wohnung aus, auch Selbstabholung war möglich. Inzwischen kann sich Simon die Komponenten aus einem 22.000 Quadratmeter umfassenden Lager aussuchen.

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