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Boggi Milano Diese italienische Modefirma greift Ermenegildo Zegna und Massimo Dutti an

Boggi Milano expandiert in Deutschland und will weitere Filialen eröffnen. Firmenchef Paolo Selva sieht im Premiummarkt noch viel Potenzial.
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187 Filialen in mehr als 33 Ländern. Quelle: imago/Manfred Segerer
Store von Boggi Milano

187 Filialen in mehr als 33 Ländern.

(Foto: imago/Manfred Segerer)

Düsseldorf Paolo Selva ist selbst die beste Werbung für sein Unternehmen. Der 45-jährige Italiener kommt zum Gespräch in einem stahlblauen Anzug, darunter eine ockerfarbene Strickjacke und dunkelblaue Sneaker aus Stoff – aber keine Krawatte. Der CEO von Boggi Milano will mit eleganter bis legerer Kleidung für Männer punkten.

„Wir sind eine Premiummarke“, sagte Selva in seiner neuen Boutique auf der Düsseldorfer Königsallee. „Wir gewinnen Kunden von Ermenegildo Zegna, aber auch von Massimo Dutti“, sagt er selbstbewusst. Filialen beider Konkurrenten liegen denn auch hier in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Seinen ersten Laden eröffnete der von Paolo Boggi 1939 in der Nähe von Neapel gegründete Herrenschneider 1964 in Mailand. Heute gibt es 187 Filialen in mehr als 33 Ländern. Und das Unternehmen mit 750 Mitarbeitern und Zentrale in der Schweiz erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro.

Aber längst gehört Boggi Milano nicht mehr der Familie des Gründers. Über eine Zwischenstation wurde das Unternehmen an die italienische Familie Zaccardi verkauft, die auch die Modekette Brian & Barry besitzt. Die Zaccardis wollen mit Selva kräftig expandieren. Allein in Deutschland betreibt das Unternehmen schon 18 Filialen. Weitere sollen hinzukommen.

Noch erzielt Boggi Milano die Hälfte seines Umsatzes mit Anzügen, Hemden, Hosen und Accessoires in Italien. Rund zehn Prozent entfallen bereits auf Deutschland. Als größte Konkurrenten nennt Selva Hugo Boss aus Metzingen und die niederländische Kette Suit Supply.

Der Mann, der neben Italienisch und Deutsch noch Französisch, Spanisch und Englisch spricht, lässt den Großteil der Kleidung in Italien produzieren. Quelle: BOGGI MILANO
Paolo Selva

Der Mann, der neben Italienisch und Deutsch noch Französisch, Spanisch und Englisch spricht, lässt den Großteil der Kleidung in Italien produzieren.

(Foto: BOGGI MILANO)

Anzüge, lange Zeit das Kerngeschäft, machen nur noch rund ein Viertel des Umsatzes aus, ebenso wie Sakkos. Ein Großteil des Geschäfts entfällt auf Hemden und Hosen sowie Accessoires.

„In Deutschland haben Männermodemarken im Premiumbereich wie Boggi Milano gute Chancen“, sagt Michael Hauf, geschäftsführender Gesellschafter der Beraterfirma Hachmeister + Partner. „Denn es gibt im Premiummarkt noch Luft für qualitativ hochwertige individuelle Marken.“

Offen für Technologiethemen

Selva bringt für den Chefposten viel Erfahrung bei Modefirmen mit. Seit 1994 arbeitet er in der Branche, anfangs viele Jahre in der Seidenindustrie in der Region Como und dann ab 2008 für Boggi Milano. Eigentlich wollte er IT-Ingenieur werden. Aber er brach das Studium „wegen der vielen Partys“ ab, wie er lächelnd erzählt. Doch im Studium habe er das „strukturierte Denken“ gelernt, sagt er. Das helfe ihm bei der Umsetzung seiner Strategien.

Heute ist Selva kein Partygänger mehr. Er hat vier Kinder und lebt mit seiner zweiten Frau im Tessin. Wenn er mal eine Auszeit braucht, fährt er mit seinem E-Bike in die Berge rund um seine Heimatstadt Como.

Von seinem Studium ist die Offenheit für Technologiethemen geblieben. So setzt er Künstliche Intelligenz ein, um den Warenfluss zwischen den Absatzmärkten und die Läden in den einzelnen Ländern besser zu steuern. Und die Boutiquen hat er mit Angeboten wie „Click & Collect“ oder „Reserve in Store“ mit dem eigenen Onlineshop vernetzt.

Der Mann, der neben Italienisch und Deutsch noch Französisch, Spanisch und Englisch spricht, lässt den Großteil der Kleidung in Italien produzieren. Mit den italienischen Wurzeln will sich Boggi Milano gegenüber Konkurrenten durchsetzen. Für das laufende Jahr erwartet Selva „ein Umsatzplus von mehr als 20 Prozent“. Dazu tragen auch die neuen Läden bei.

Mehr: Die Managerin des chinesischen Großaktionärs Fosun will den Vorstandsvorsitzenden und Finanzchef der Modekette Tom Tailor loswerden – und sichert eine mittelfristige Finanzierung.

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