Buchhandel Thalia-Chef Michael Busch will Wachstum mit neuartigen Buchhandlungen vorantreiben

Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz von Thalia nur leicht an. Mit einem verbesserten stationären Handel will Michael Busch das ändern.
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„Welt, bleib wach“, heißt die neue Kampagne von Thalia. Quelle: obs
Thalia-Chef Michael Busch

„Welt, bleib wach“, heißt die neue Kampagne von Thalia.

(Foto: obs)

DüsseldorfEr bringt für seinen Beruf eine spannende Kombination mit: Michael Busch liest privat viel über die großen historischen Zusammenhänge und behält durch sein Volkswirtschaftsstudium gleichzeitig das Geschäftliche immer im Blick.

So zögerte der 54-Jährige auch nicht lange, vor zwei Jahren bei Thalia einzusteigen. Damals stieg Finanzinvestor Advent bei Deutschlands größter Buchhandelskette aus Hagen aus. Die brauchte neue Ideen und frisches Geld, um sich im schwierigen Markt zu behaupten.

Inzwischen ist es dem geschäftsführenden Gesellschafter und CEO von Thalia zumindest gelungen, den Umsatz des Unternehmens wieder zu steigern. Er lag im Geschäftsjahr 2017/18 „leicht über Vorjahresniveau“, wie Busch am Dienstag sagte. Genaue Zahlen nennt er nicht. Laut Branchenblatt „Buchreport“ hat der Umsatz 2016 bei rund 960 Millionen Euro gelegen.

Trotz des ersten Erfolgs ist Busch noch lange nicht am Ziel. Denn in den 270 stationären Buchhandlungen in Deutschland und Österreich sank der Umsatz um 1,6 Prozent, weil immer weniger Kunden in die Innenstädte kommen und überhaupt immer weniger Menschen Bücher lesen. Ein dickes Plus gab es nur im Onlinegeschäft von Thalia.

Deshalb will der Mann, der seit 1995 für den Buchbereich der Douglas-Gruppe, dem früheren Thalia-Eigentümer, zuständig war, in den Buchhandlungen massiv gegensteuern. „Welt, bleib wach“ heißt die wenig bescheidene Kampagne, mit der er vor Weihnachten auch in Fernsehspots für neue Lust aufs Lesen wirbt. Er hat das Bezahlen per Tablet-PC in den Filialen eingeführt, will große Buchhandlungen mit Cafés ausstatten und Abholstationen anbieten, die rund um die Uhr geöffnet sind.

Ab November will Busch die ersten Buchhandlungen im neuen Stil eröffnen. „Wir investieren massiv, um den Buchhandel im deutschsprachigen Raum flächendeckend zu erhalten“, verspricht er. Den wichtigsten Gesellschafter, die Verlegerfamilie Herder, dürfte dies freuen, aber nur, wenn auch der Umsatz weiter steigt.

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