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Café-Kette Insolventer Konditor Leysieffer findet neuen Investor

Das Traditionsunternehmen aus Osnabrück findet einen neuen Investor. Firmenchef Jan Leysieffer will nach der Insolvenz noch einmal durchstarten.
29.01.2020 - 17:18 Uhr Kommentieren
Er versucht mit weniger Filialen und weniger Personal den Neustart. Quelle: Leysieffer
Jan Leysieffer

Er versucht mit weniger Filialen und weniger Personal den Neustart.

(Foto: Leysieffer)

Düsseldorf Der Anblick ist trostlos. Die Schaufensterscheiben sind schmutzig, die Regale sind herausgerissen. Das ehemalige Café von Leysieffer auf der Düsseldorfer Königsallee, wo sich gerne die Kö-Shopper trafen, steht schon lange leer. Es ist eine Folge des Absturzes des Osnabrücker Konditor-Unternehmens im vergangenen Frühjahr. Das Familienunternehmen musste die Insolvenz in Eigenverwaltung beantragen, um sich selbst zu sanieren.

Doch jetzt schöpft die Eigentümerfamilie wieder Hoffnung. Es gibt einen neuen Investor. „Der Investor hat die Stärken und Schwächen des Unternehmens sehr gut und genau erfasst und wird seine Qualitäten und seine Expertise bei den Schwachpunkten einbringen“, freut sich der geschäftsführende Gesellschafter Jan Leysieffer.

Den Namen des neuen Investors nennt der 52-jährige Osnabrücker nicht. Auch Sachwalter Stefan Meyer von der Kanzlei Pluta, der den Sanierungsprozess überwacht, schweigt. Denn die Gläubiger des Konditors müssen dem Insolvenzplan erst noch zustimmen. Das dürfte spätestens Ende März so weit sein. Dann wollen die Beteiligten das Geheimnis um den Geldgeber lüften. Meyer verrät immerhin, dass es zwei ernsthafte Investoren gab.

Für Jan Leysieffer ist die Erleichterung groß. Der Mann, der das über 110 Jahre alte Unternehmen in vierter Generation führt, lebt für die Confiserie- und Café-Kette. So gerät er ins Schwärmen, wenn er über seine Produkte spricht. „Meine Großeltern haben es geschafft, dass die Himmlischen für Leysieffer stehen“, wie er mal in einem Interview sagte. „Das ist schon eine tolle Praline“, lobt er die Trüffel seines Hauses.

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    Doch die Bekanntheit der Süßigkeiten reichte am Schluss nicht aus, um das Unternehmen vor dem Absturz zu retten. Dafür gab es zu viele hausgemachte Fehler. „Wir hätten uns beim Vertrieb breiter aufstellen müssen“, räumte Leysieffer mal im Gespräch mit dem Handelsblatt ein. So sei er zu spät ins Geschäft mit dem Lebensmitteleinzelhandel eingestiegen.

    Außerdem verpassten es die Osnabrücker, vom Kaffeehaus-Boom zu profitieren, der Konkurrenten wie Starbucks und Coffee Fellows groß machte. So gelang es Leysieffer nicht, junge Kunden für sich zu gewinnen, die einen Coffee to go und eine moderne Wohnzimmeratmosphäre den traditionellen Cafés vorziehen.

    Filialen geschlossen

    Viele Jahre jedoch funktionierte das Leysieffer-Konzept gut. Ulrich Leysieffer, der die Maxime hatte „Qualität geht über alles“, begann in einem kleinen Café in Osnabrück. Sein Sohn Karl erfand in den Fünfzigerjahren die „Himmlischen“ und machte sie zum Markenzeichen. Er eröffnete immer mehr Filialen in Deutschland. In der Hochphase gab es 16 Filialen in Städten wie Hamburg, Berlin und Düsseldorf.

    Umso bitterer war es für Jan Leysieffer, als er im April das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragen und vier Filialen schließen musste. Denn für ihn war seit frühester Kindheit klar, dass er mal das Familienunternehmen führen wollte. Nach Abitur und Konditorlehre arbeitete er in mehreren Betrieben, auch in New York. Er kam mit neuen Ideen ins Unternehmen seiner Eltern. So startete er früh einen Onlineshop.

    Jetzt hofft er auf den neuen Investor. Der schickt zwar einen eigenen Vertreter ins Management, will Leysieffer aber als Geschäftsführer übernehmen ebenso wie die noch 260 Mitarbeiter. Bereits im vergangenen Jahr musste sich der Konditor von vielen der damals noch 350 Mitarbeiter trennen. Das war nicht leicht, weil viele Beschäftigte schon 30 Jahre und länger bei ihm arbeiten.

    Doch voraussichtlich bis Ende April dürfte das Insolvenzverfahren aufgehoben werden. Dann startet der Osnabrücker Konditor wieder als normales Unternehmen – und muss beweisen, dass er gegen die großen Kaffeehausketten bestehen kann.

    Mehr: Nestlé bringt eine Maschine auf den Markt, mit der Cafébesitzer ihren eigenen Kaffee rösten können. Der Konzern will einen Milliardenmarkt aufmischen.

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