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Chembid-Gründer Christian Bürger Das „Trivago für Chemikalien“ findet einen Investor

Chembid aus Oldenburg vergleicht Online-Marktplätze für Chemie und Kunststoffe weltweit. Nun investiert eine weitere Familienfirma.
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Der Chembid-Gründer will den Chemiehandel transparenter machen. Quelle: Chembid
Christian Bürger

Der Chembid-Gründer will den Chemiehandel transparenter machen.

(Foto: Chembid)

DüsseldorfKürzlich suchte Chemikalienhändler Thomas Dassler nach einem seltenen Amin. „Das war in Europa partout nicht zu beschaffen“, erzählt der Geschäftsführer der Häffner-Gruppe. Die Stuttgarter verarbeiten und veredeln Chemierohstoffe. Schließlich wurde er auf der Internetplattform Chembid fündig. Ein Anbieter aus China lieferte den seltenen Stoff nach Schwaben.

Der Markt für Chemikalien ist riesig und sehr intransparent“, erläutert Dassler. Deshalb nutzt er die Metasuchmaschine Chembid regelmäßig. Hier muss er nicht auf verschiedenen Plattformen suchen, sondern bekommt einen schnellen weltweiten Überblick. „So haben wir Lieferanten in Korea oder Indien kennen gelernt, auf die wir sonst nur nach aufwendiger Recherche gestoßen wären.“

Chembid ist die Geschäftsidee von Christian Bürger, 35. Die Oldenburger Chemiefirma Büfa mit rund 570 Beschäftigten suchte nach digitalen Geschäftsmodellen. Die Aufgabe unter dem Dach des 135 Jahre alten Familienunternehmens reizte den Düsseldorfer. Der studierte Vertriebsingenieur arbeitete bei Konzernen, bevor er ein Jobportal für Ingenieure und Informatiker und eine Internet-Marketingberatung gründete.

Zunächst baute Bürger für Büfa einen Online-Marktplatz für Chemikalien auf. Die Ernüchterung folgte auf dem Fuß. „Schnell merkten wir, dass es weltweit schon ein Sammelsurium von rund 200 Chemikalienportalen gab.“

Also startete er mit Chembid im Oktober 2017 eine Suchmaschine, die Anbieter und Preise transparent macht. Sie führt etwa zwei Millionen Produktangebote von rund 100.000 Onlineshops aus 150 Ländern zusammen. „Wir sind eine Art Trivago für Chemikalien und Kunststoffe.“

Chembid sei in der Branche einzigartig, meint Häffner-Chef Dassler. Das Geschäftsmodell hat auch die Stockmeier-Gruppe überzeugt. Das Bielefelder Chemieunternehmen mit 1.300 Mitarbeitern beteiligt sich nun als strategischer Investor bei der Büfa-Tochter Chembid. Das erfuhr das Handelsblatt vorab.

„In der Welt der Chemie von morgen werden Daten eine zentrale Rolle spielen. In Chembid sehen wir einen Informationsaggregator für Produkte und deren Verfügbarkeiten im Netz“, so der geschäftsführende Gesellschafter Peter Stockmeier. Finanzielle Details wurden nicht bekannt.

Die Zielgruppe von Chembid reicht von Bäckereien, die Natronlauge für ihre Brezel benötigen, bis zu Großfirmen, die weltweit Spezialchemikalien suchen. Einkäufer können mit Chembid gratis suchen. Anbieter können auch ohne eigenen Webshop kostenfrei Produkte einstellen.

Verdienen will das Start-up mit Premiumdiensten. Seit Kurzem bietet Chembid Internetmarketing für die Chemie- und Kunststoffbranche an. Seit Januar können auch Anzeigen auf dem Portal geschaltet werden. Zudem plant Bürger kostenpflichtige Preisstatistiken und Produktalarme.

Konkurrenz von Riesen wie Amazon Business oder Alibaba fürchtet der Gründer nicht. „Dies sind keine Metasuchmaschinen speziell für Chemikalien. Bei uns finden sich die meisten Angebote weltweit gefiltert nach Ländern, Qualität oder Lieferkonditionen.“

Bürger hat mit seinem achtköpfigen Team noch viele Ideen. So können Einkäufer kostenlos auf Chembid globale Ausschreibungen starten statt nur passiv suchen. Seine Vision: „Die Firmen legen ihre Beschaffung ein Stück weit in unsere Hände.“

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