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Christian Athen ODC – Lastenesel für kleine Onlinehändler

Das Start-up ODC übernimmt für Internethändler die gesamte Logistik – ohne eine Grundgebühr zu verlangen. Die Idee entstand unter dem Dach der Otto Group.
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Gründer Christian Athen (M.) mit den Vorstandskollegen Torben Lenhart und Torben Irmer: „Unsere Kunden gehen kein Risiko ein.“ Quelle: odc
ODC-Gründer und Vorstand

Gründer Christian Athen (M.) mit den Vorstandskollegen Torben Lenhart und Torben Irmer: „Unsere Kunden gehen kein Risiko ein.“

(Foto: odc)

DüsseldorfGrößere Auswahl, schnellerer Versand: Der Onlinehandel wird immer anspruchsvoller. Diese Erfahrung hat auch das junge Modelabel Souleway gemacht, das handgefertigte Taschen herstellt und vertreibt. „Von Logistik haben wir nicht besonders viel Ahnung“, sagt Souleway-Chef Flemming Kühl. Ein Glück, dass er damit nichts mehr zu tun hat – dank On Demand Commerce (ODC) aus Hamburg.

Das frisch gelaunchte Start-up aus dem Hause Otto will das Chaos im Onlinehandel lösen. „Ein Unternehmen, das ein gutes Produkt und Marketing hat, aber keine Kompetenz für Logistik, kann bei uns alles bekommen, was es dazu braucht“, meint ODC-Chef Christian Athen.

Zwei Jahre hatte der 41-Jährige zuvor bei Ottos Logistiktochter Hermes gearbeitet. Der Kaufmann beschäftigt sich schon immer mit smarten Lösungen für den E-Commerce. Im Sommer 2017 kam ihm und Mitgründer Torben Lenhart die Geschäftsidee zu ODC. Das Start-up, eine Tochter des Familienunternehmens Otto, hat zwar nur 19 Mitarbeiter

Trotzdem ist es in der Lage, Händlern die Logistik komplett abzunehmen. Athens Team bietet eine Cloud-Plattform, auf der alle Logistikaktivitäten zusammenlaufen: Onlineshops der Händler, Lagerhallenbetreiber, Paketdienste.

Bestellt jemand etwa eine Tasche bei Souleway, braucht sich Firmenchef Flemming Kühl damit nicht mehr auseinanderzusetzen. Der Auftrag geht via ODC direkt an einen Lagerstandort, von dem die Tasche versandt wird. ODC mietet sich in Lagerhäuser quer verteilt in der Republik ein und deponiert dort einen Teil des Sortiments der Händler. Genauso funktionieren Retouren bei ODC. Schickt der Kunde die Tasche zurück, wird die automatisch bei einem Retourenservice wiederaufbereitet.

Unternehmen ohne Kompetenz für Logistik bekommen bei uns alles, was sie brauchen. Christian Athen, Mitgründer ODC

Grundsätzlich neu ist diese Art von Plattform nicht. Amazon etwa bietet mit „Fullfilment by Amazon“ Ähnliches. Das Besondere bei ODC: Es gibt keine Grundgebühr. Die Händler zahlen je nach Größe des Pakets, selbst wenn es nur eine Sendung pro Woche ist. „Unsere Kunden gehen kein Risiko ein“, sagt Athen. Das Angebot richtet sich an Start-ups oder kleinere Händler. Für die ist der Versand über etablierte Plattformen wegen hoher Grundgebühren zu teuer.

Athen ist eine Art Robin Hood für kleine Onlinehändler. Aber natürlich will er auch Geld verdienen. Mit 70 Unternehmen arbeitet ODC bislang zusammen. Klar gehe man ein gewisses Risiko, weil man ohne Grundgebühren arbeite, sagt Athen: „Aber ich glaube, wir können damit besser als andere umgehen, weil wir eben als reine Plattform agieren.“ Der Meinung ist auch Otto-Digitalvorstand Sebastian Klauke: ODC habe das Potenzial, „ein echter Game-Changer“ zu werden. Denn es hilft den Händlern auch beim Verkauf über Amazon. Der Vorteil: Statt im Amazon-Karton werden Pakete im Design der Händler verschickt.

„Durch die Gründung unter dem Dach von Otto habe ich die Möglichkeit, auf Buchhaltung, Controlling, juristische Prozesse und Pressearbeit zuzugreifen. All das hätten wir sonst komplett aus dem Boden stampfen müssen“, begründet Athen die Entscheidung, warum er nicht unabhängig gegründet hat. Im Frühjahr hatte Otto 85 Millionen Euro für Ausgründungen bereitgestellt.

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