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Christian Friege Wie der Fotodienstleister Cewe mehr Emotionen aufs Papier bringen will

Der Fotodienstleister Cewe hat einen schmerzhaften Umbruch hinter sich. Firmenchef Christian Friege profitiert nun von der digitalen Neuausrichtung.
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Fotobücher bleiben Bestseller. Quelle: picture alliance / Carmen Jasper
Cewe-Chef Christian Friege

Fotobücher bleiben Bestseller.

(Foto: picture alliance / Carmen Jasper)

DüsseldorfGerade arbeitet Christian Friege mal wieder an einem Fotobuch. Über Silvester war er mit seiner Frau in Laos und Kambodscha. Die Erinnerungen verewigt er in einem Album – digital erstellt, gedruckt auf Papier. „16 Seiten sind schon fertig“, erzählt der Vorstandschef des Fotodienstleisters Cewe aus Oldenburg.

Demnächst hat er damit noch weniger Arbeit. Eine automatische Gesichts- und Objekterkennung soll das Gestalten der Fotobücher noch einfacher machen. „Wenn die Software einmal weiß, wer Paul ist, kann sie alle Bilder von ihm herausfiltern oder nur die am Strand“, sagt Friege.

Fotobücher sind die Bestseller bei Cewe. Das Oldenburger Unternehmen ist hier mit Abstand Marktführer in Europa vor Photobox. 2018 hat Cewe 6,18 Millionen Bücher gedruckt, ein Plus von 2,6 Prozent. „Wir verkaufen hochemotionale Produkte, die im Grunde unbezahlbar sind“, sagt Friege.

Fotobücher haben gerade deshalb Zukunft, weil immer mehr Menschen mit dem Handy knipsen, ist der 52-Jährige überzeugt. „Smartphones sind Fotoapparat und Bestellgerät in einem – das ist gut für einen Fotofinisher wie uns.“

Die Digitalisierung erweist sich inzwischen für Cewe als Segen – obwohl sie zunächst das Geschäftsmodell der 1912 gegründeten Firma überflüssig zu machen drohte. Denn bis Anfang der 2000er-Jahre lebte Cewe überwiegend von Fotoabzügen vom Negativ. In nur zehn Jahren brachen mehr als 90 Prozent des bisherigen Geschäfts weg.

Doch Frieges Vorgänger digitalisierten konsequent, auch wenn das schmerzhaft war. Manch anderer in der Fotobranche überlebte den Umbruch nicht.

Cewe dagegen wächst. „2018 war ein gutes Jahr“, sagt Friege. Der Umsatz des SDax-Konzerns mit 3800 Mitarbeitern legte um neun Prozent auf 653 Millionen Euro zu. Das operative Ergebnis wuchs ähnlich stark auf 53,7 Millionen Euro.

Die lange Serie an Dividendenausschüttungen will Friege auch in diesem Jahr gerne fortsetzen. Für Christoph Schlienkamp, Analyst vom Bankhaus Lampe, zeigt die gute Bilanz: „Das Geschäftsmodell von Cewe funktioniert.“

Server in Oldenburg

Mit angetrieben wurde das Wachstum von zwei Zukäufen: die französische Foto-App Cheerz und die Onlinedruckerei Laserline aus Berlin. Der Onlinedruck von Broschüren oder Flyern ist heute ein wichtiges zweites Standbein, das rund 100 Millionen Euro Umsatz bringt. „Das Geschäft wächst aber nicht ganz so schnell wie gedacht“, räumt Friege ein. Mehr Hoffnung setzt er auf Auslandsmärkte und neue Produktideen.

In Oldenburg treffen sich derzeit mehr als 400 Ceweler aus ganz Europa zu den Innovationstagen. Die Ideen, die von allen die meisten Stimmen bekommen, werden umgesetzt. So sind auch Hexxas entstanden, sechseckige variierbare Fotokacheln mit Magnethaltern. Diesen Monat startet auch ein Zukunftslabor, das an Künstlicher Intelligenz (KI) fürs Smartphone forscht.

Als deutscher Mittelständler legt Cewe dabei großen Wert darauf, dass die Daten seiner Kunden in sicheren Händen sind. Die Server stehen in Oldenburg oder anderswo in Europa. Künftig können Kunden selbst entscheiden, ob Künstliche Intelligenz ihr Fotobuch mitgestalten soll oder nicht.

Ein Beirat, dem etwa der Physiker Ranga Yogeshwar und Wolfgang Wahlster, Chef des Deutschen Forschungsinstituts für Künstliche Intelligenz, angehören, soll alles überwachen. Friege: „Schließlich vertrauen uns die Kunden Einblicke in ihr Privatleben an.“ Katrin Terpitz

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