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Christian Grau So will sich Sport-Tiedje fit für den Brexit machen

Inhaber Christian Grau hat vor drei Jahren eine schottische Kette zugekauft. Jetzt muss sich der Unternehmer mit britischen Debatten herumschlagen.
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Mit Blick auf den Brexit kämpft der Sport-Tiedje-Gründer mit Unsicherheiten. Quelle: Sport-Tiedje
Christian Grau

Mit Blick auf den Brexit kämpft der Sport-Tiedje-Gründer mit Unsicherheiten.

(Foto: Sport-Tiedje)

DüsseldorfChristian Grau gehört zu denjenigen Deutschen, die in den vergangenen Monaten ein besonderes Interesse für die britische Debattenkultur und die Rituale im Londoner Parlament entwickelt haben. „Für mich als Außenstehenden wirkt es so, als ob die britische Politik deutlich mehr von Einzel- und Machtinteressen bestimmt wird“, zieht der 42-jährige Unternehmer als Schlussfolgerung aus dem Brexit-Streit.

Für den Inhaber des Fitnessgerätehändlers Sport-Tiedje hat das unmittelbare Auswirkungen: Das Geschäft für seine vor gut drei Jahren zugekaufte schottische Kette Powerhouse wird durch die Unsicherheit nicht leichter. Um gerüstet zu sein für Zollprobleme bei einem möglichen harten Brexit, hat Grau die Lagerbestände bereits deutlich hochgefahren. Geld für die Expansion investiert er derzeit lieber im deutschsprachigen Raum und in Frankreich.

Dabei ist Grau eigentlich aus Erfahrung Optimist: 2001 gründete er mit einem Partner aus einem Schleswiger Fitnessgeschäft einen professionellen Onlinestore. Inzwischen hat er zusätzlich 78 Geschäfte in acht Ländern und betreibt Flächen in Karstadt-Sport-Häusern. 128,7 Millionen Euro Umsatz kamen so 2018 zusammen – ein Plus von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Experten des Einzelhandelsinstituts EHI-Ranking sehen Sport-Tiedje als profilierten Nischenhändler in ihrem E-Commerce-Umsatz-Ranking im Bereich anderer Sport-Spezialshops wie Fahrrad XXL und Rose Sports, aber deutlich hinter allgemeinen Anbietern wie Sport-Scheck.

Das Wachstum von Sport-Tiedje schwächt sich allerdings ab. Ein Grund dafür ist der Brexit. „Mit dem Wissen von heute hätte ich Powerhouse erst später gekauft – und dafür für etwas weniger Geld“, scherzt Grau. Ladenrenovierungen und ‧Investitionen in Logistik und Lager drücken die britische Tochter noch unter die Gewinnschwelle.

Wegen des Brexits bleibt das alte, 2000 Quadratmeter große Lager trotz eines neu gebauten, mehr als doppelt so großen Lagers voll in Betrieb. Die ‧Reserve soll helfen, auch mögliche Engpässe beim Zoll für bis zu sechs Wochen zu überbrücken. Wichtig ist Grau auch, dass kaum noch Mitarbeiter aus anderen EU-Ländern in Großbritannien arbeiten.

„Wir sind auf alles gut vorbereitet“, sagt der Unternehmer. Selbst einen Plan für ein mögliches zweites Unabhängigkeitsreferendum Schottlands hat Grau: In dem Fall würde er wohl ein weiteres Lager in England bauen. Gegen die Verunsicherung der britischen Konsumenten kann der Hobbyhandballer aber wenig machen.

Neue Läden hat er dort daher seit über einem Jahr nicht mehr eröffnet. Weil das Unternehmen anderswo stärker wächst, ist der Umsatzanteil Großbritanniens von einem Drittel auf ein Fünftel gesunken. Für die Nach-Brexit-Zeit hofft Grau jedoch auf Besserung: Auf anderen Märkten außerhalb der EU wie Norwegen und der Schweiz seien die Verkaufspreise höher, weil es weniger Konkurrenz gibt.

Das Wachstumstempo schwächt sich erst mal ab. Im Heimatmarkt Deutschland gibt es schlicht nur noch wenige Regionen, in denen Grau nicht vertreten ist. Für 2019 plant er bis zu acht Neueröffnungen – darunter den ersten Laden in Paris. In Frankreich ist Sport-Tiedje bislang nur online präsent.

Trotz Brexit und des zunehmenden Wettbewerbs im Internet bleibe sein Unternehmen profitabel, sagt der zweifache Familienvater. 2017 standen laut Bundesanzeiger unter dem Strich knapp 5,5 Millionen Euro Gewinn.

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