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Christoph Schulz Dieser „digitale Nomade“ findet Plastik gar nicht sexy

Der 30-jährige Gründer Christoph Schulz vertreibt Produkte ohne Kunststoff und hat einen Ratgeber für ein Leben ohne Plastik geschrieben.
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Der Gründer von CareElite bezeichnet sich selbst als „digitalen Nomaden“. Quelle: imago/Bernd Friedel
Christoph Schulz

Der Gründer von CareElite bezeichnet sich selbst als „digitalen Nomaden“.

(Foto: imago/Bernd Friedel)

BerlinDie Fotos von dem schwangeren Walweibchen, das mit 22 Kilogramm Plastik im Magen vor Sardinien verendet ist, gehen um die Welt. Es sind genau solche Bilder und Geschichten, die Christoph Schulz aus Berlin antreiben. Mit seinem Start-up CareElite vertreibt der 30-Jährige plastikfreie Produkte und klärt über alltagstaugliches plastikfreies Leben auf.

Die Bilder von dem toten Wal gefallen dem jungen Gründer, der gerade mit seinem druckfrischen Ratgeber „Plastikfrei für Einsteiger“ ein gefragter Gesprächspartner ist, natürlich nicht. Aber er sieht es auch positiv: Die Bilder rückten das Plastikproblem einmal mehr ins Bewusstsein und zögen Besucher auf seine Homepage, die vom wiederverwendbaren Gemüsebeutel über Glasflaschen bis hin zu Hundekotbeuteln aus Papier Alternativen zum Plastik anbietet.

Vor drei Jahren, nachdem er selbst auf Sri Lanka am Strand plötzlich einem Müllberg gegenüberstand, startete Schulz mit 1.000 Holzzahnbürsten sein Unternehmen. Damals war er einer der Ersten, die dieses Produkt über Amazon handelten. Heute bietet er Hunderte Produkte, verdient daran Provision. Seit einigen Tagen spielt er in Kooperation mit der Plattform Goodjobs.de auch Stellenanzeigen auf der Seite ein.

Über Umsätze schweigt Schulz, der vor der Gründung von CareElite schon mal am Waschmaschinenverleih-Start-up Lavamo beteiligt war. Aber längst kann der gelernte Bankkaufmann von seinem Unternehmen leben.

Gut verkauft sich auch sein Buch, das vor wenigen Wochen nach Erscheinen direkt auf die Hitliste für Sachbücher bei Amazon gesprungen ist und bereits nachgedruckt wurde. Darin gibt Schulz anschaulich und praxisnah Tipps zum Leben ohne Kunststoff.

Der „digitale Nomade“, so nennt er sich selbst, lebt mit seiner Freundin in Berlin und arbeitet am Holztisch im Wohnzimmer oder oft auch in Co-Working-Spaces. Er ist sich sicher, mit CareElite den Zeitgeist zu treffen: „Plastikfrei leben ist sexy“, meint er, und das soll heißen: Der Trend zu Nachhaltigkeit kommt ihm entgegen, viele Konsumenten denken um, die Nachfrage nach Produkten für plastikfreies Leben steigt.

Da ihn auch der Idealismus und ein bisschen Weltverbesserungsdrang antreiben, wäre es ja eigentlich das Beste, wenn sein Unternehmen sich selbst überflüssig machen würde – und Kunststoff überhaupt nur dort zum Einsatz käme, wo er sinnvoll und notwendig ist. Aber angesichts von derzeit 320.000 stündlich genutzten Wegwerf-Kaffeebechern allein in Deutschland wird Schulz sein Weltverbesserungsdrang wohl noch lange Zeit erhalten bleiben.

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