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Chronext und Chrono24 Uhrenhersteller Nomos stoppt Zusammenarbeit mit Online-Plattformen

Die Uhrenmarke wollte E-Commerce neu erfinden – und provozierte einen Krach mit den Juwelieren. Jetzt rudern die Glashütter zurück.
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Der Nomos-Gründer geht auf den klassischen Einzelhandel zu.
Roland Schwertner

Der Nomos-Gründer geht auf den klassischen Einzelhandel zu.

Düsseldorf Manchmal werden auch Nicht-Ereignisse branchenrelevant: Nomos, die beliebteste deutsche Uhrenmarke, schrieb nun ihre Fachhändler an, man werde nicht weiter mit den Online-Plattformen Chrono 24 und Chronext kooperieren.

Das wäre kaum der Rede wert, wenn nicht genau diese Kooperation noch vor gut einem halben Jahr weit über Deutschland hinaus für einen Eklat in der sonst so stillen Uhren-Industrie gesorgt hätte: Der Filial-Riese Wempe kündigte brüsk alle Verträge mit den Glashüttern.

Boykott-Aufrufe anderer Händler machten die Runde. Es ging schnell ums Grundsätzliche, nämlich die Gefahren des E-Commerce und den dort grassierenden Graumarkt, der auf Margen und Stimmung drückt.

Zwar wollte Nomos-Gründer Roland Schwertner mit seinem Online-Ausflug eigentlich das Gegenteil erreichen: Festpreise auch im Netz. Aber andere Marken, etwa aus der Schweiz, folgten seinem Seitensprung ins Netz nicht. Und schlussendlich verkauften sich die nagelneuen Nomos-Uhren bei Chronext nicht mal.

Schwertner hatte die Wahl: als einsamer Revolutionär untergehen oder in den Schoß der arrivierten Juwelier-Branche zurückzukehren. Ab 1. März ist Schluss mit der digitalen Partnerschaft. „Damit nehmen wir unseren Fachhandelspartnern hoffentlich auch die Angst vor diesen Plattformen“, so Roland Schwertner, der die Auseinandersetzungen der letzten Monate als für die Branche existenziell erachtet.

Wempe will sich noch nicht äußern, könnte aber auch wieder einlenken. Es geht ja auch ums Geschäft. Und die Branche atmet auf – wenn auch sicher zu Unrecht.

Der Grund: Mittlerweile arbeiten alle großen Filialketten von Wempe bis Christ und von Bucherer bis Rüschenbeck an eigenen Online-Plattformen. Große Marken wie Audemars Piguet setzen lieber gleich auf eigene Boutiquen. Dazwischen dürfte es für den kleinen Juwelier am Eck noch sehr eng werden.

„Uns hat die Auseinandersetzung letztlich geholfen“, bilanziert Schwertner. Nun habe man mal erfahren, wie wichtig Nomos für die Branche längst ist. „Insofern hat es unserem Selbstverständnis durchaus genutzt – und dem versuchen wir nun, gerecht zu werden.“

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