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Clemens Maier Der Ravensburger-Chef baut den Spielehersteller kräftig um

Clemens Maier will den Spielehersteller auch global schlagkräftiger machen. In der Ravensburger-Zentrale sorgt das für erhebliche Unruhe.
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Der Ravensburger-Chef hofft, mit der neuen Struktur einerseits schlagkräftiger zu werden, andererseits aber auch global Erfolge zu feiern. Quelle: Ravensburger
Clemens Maier

Der Ravensburger-Chef hofft, mit der neuen Struktur einerseits schlagkräftiger zu werden, andererseits aber auch global Erfolge zu feiern.

(Foto: Ravensburger)

München So wie es bisher war konnte es unmöglich weiter gehen. „Wir hatten Doppelungen an vielen Stellen“, klagte Ravensburger-Chef Clemens Maier diese Woche vor Journalisten. Die einzelnen Bereiche des schwäbischen Spieleverlags hätten sich wenig abgestimmt, keine einheitliche Strategie verfolgt. „Da war wenig Stringenz drin“, ärgerte sich der Urenkel von Unternehmensgründer Otto Maier.

Bald soll Schluss sein mit dem Wildwuchs. Beschaffung und Vertrieb bündelt der 47-Jährige gerade für alle Sparten unter einem Dach. Für die 136 Jahre alte Firma ein gewaltiger Sprung: „Das ist ein großer kultureller Wandel, denn wir gehen an gelebte Strukturen heran.“

Damit nicht genug: Maier löst auch die zwei großen und äußerst eigenständigen Divisionen auf, die Spiele und den Buchverlag. Stattdessen entstehen vier Einheiten: Die traditionelle Brettspiele, Puzzles, die Bücher sowie die Sparte Spielsysteme, die aus der schwedischen Tochter Brio besteht.

Der Unternehmer hofft, mit der neuen Struktur einerseits schlagkräftiger zu werden, andererseits aber auch global Erfolge zu feiern. Denn die Hits für die Kinder sollen künftig mit Blick auf den Weltmarkt entstehen – und zwar an drei zentralen Entwicklungsstandorten: im Hauptquartier in Ravensburg, bei Brio in Malmö sowie bei der US-Tochter Wonder Forge in Seattle.

Der radikale Wandel ist nicht selbstverständlich, denn Ravensburger ist beileibe kein Sanierungsfall. Im Gegenteil: Deutschlands größter Spieleverlag wächst und ist profitabel. Der Gewinn sei vergangenes Jahr um sechs Prozent auf knapp 32 Millionen Euro geklettert, wie Finanzvorstand Hanspeter Mürle mitteilte. Der Umsatz kletterte um gut vier Prozent auf 492 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote liege bei 61 Prozent.

Vorstandschef und Gesellschafter Maier ist dennoch fest überzeugt, dass nichts so bleiben kann, wie es war. Durch einige Akquisitionen gehören schließlich inzwischen sieben Marken in fünf Ländern zur Gruppe.

Doch auch der Blick auf die Konkurrenz zeigt, dass der Erfolg in diesen Tagen schwer erarbeitet werden muss. Beim Fürther Wettbewerber Simba-Dickie etwa ging der Umsatz 2018 stark zurück. Und der deutsche Spielwarenmarkt legte lediglich um zwei Prozent zu.

Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs

Vor zwei Jahren ist der Volkswirt an die Spitze des Familienkonzerns aus Oberschwaben gerückt. Mit der Neuorganisation macht sich der betont freundlich und zurückhaltend auftretende Vater von drei Kindern jetzt erstmals daran, eigene Akzente zu setzen.

In der Zentrale in Ravensburg sorgte dies zunächst für erhebliche Unruhe, hieß es im Unternehmen. So mancher der 2150 Mitarbeiter fürchtete um seinen Job. Betriebsbedingte Kündigungen gebe es jedoch keine, beteuerte Mürle.

Clemens Maier ist dem beschaulichen Ravensburg tief verbunden. Doch er kennt die Welt, davon profitiert er jetzt bei der Expansion jenseits der Grenzen. Maier hat in Zürich gearbeitet, in London studiert, stand in New York in Diensten eines Risikokapitalgebers.

In der Spielwarenbranche gilt Maier als ausgesprochen verlässlicher Partner. „Klassisches Spielen wird wieder beliebter, da macht Ravensburger einen guten Job“, meint Tobias Schonebeck. Die Worte des geschäftsführenden Gesellschafters des Spielwarenhändlers Schäffer aus Osnabrück haben Gewicht in der Industrie. Schäffer gilt als Vorzeigegeschäft der Vedes, des größten Verbunds von Spielzeughändlern hierzulande.

Und doch gelingt auch Maier nicht alles. Mit dem internen Umbau komme er zwar gut voran, versicherte er. Eine auf der Spielwarenmesse zu Jahresbeginn groß angekündigte Spielekonsole für Kinder werde es erst einmal nicht geben. Die Qualität sei unbefriedigend.

Mehr: Deutschlands Spielwarenherstellern sterben die Händler weg. Mit völlig unterschiedlichen Wegen versuchen sie nun, ihre Kunden zu halten.

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