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Coronakrise Laborausrüster Eppendorf profitiert von der Krise – und verzichtet trotzdem auf eine Prognose

Das Unternehmen erfährt eine deutlich höhere Nachfrage durch die Pandemie. Doch wegen der drohenden Rezession übt sich das Führungsduo in Zurückhaltung.
20.04.2020 - 12:48 Uhr Kommentieren
Die Coronakrise führt zu einer höheren Nachfrage nach Produkten des Laborausrüsters. Quelle: Bloomberg
Pipette von Eppendorf

Die Coronakrise führt zu einer höheren Nachfrage nach Produkten des Laborausrüsters.

(Foto: Bloomberg)

Frankfurt Mehr digitale Lösungen für Labore und eine schnellere Entwicklung von neuen Produkten – das sind zwei wichtige strategische Ziele, die sich das Führungsduo des Laborausrüsters Eppendorf vorgenommen hat. Eva van Pelt, 54, und Peter Fruhstorfer, 52, steuern seit Dezember des vergangenen Jahres das Hamburger Familienunternehmen, das an diesem Montag die Geschäftszahlen für 2019 veröffentlicht hat.

Das global tätige Life-Science-Unternehmen steigerte seinen Konzernumsatz um zehn Prozent auf knapp 804 Millionen Euro. Währungsbereinigt lag das Plus bei etwas mehr als sieben Prozent und damit über dem Wachstum der Branche, die laut Unternehmen etwa fünf Prozent zulegte. Wegen hoher Investitionen unter anderem in die Standortinfrastruktur sank das Betriebsergebnis (EBIT) wie vom Management erwartet um sechs Prozent auf 144,2 Millionen Euro.

Eppendorf stellt Geräte und Verbrauchsartikel her, die in Laboren zu Einsatz kommen, aber auch für die Produktion von Biotech-Produkten in der Pharmaindustrie benötigt werden. Das Unternehmen ist für seine „Eppis“ bekannt: kleine Probengefäße mit Schnappdeckel, die jeder, der im Labor arbeitet, kennt.

Höhere Nachfrage durch die Krise

Aktuell beschert die Coronakrise dem Unternehmen eine deutlich höhere Nachfrage nach seinen Produkten. Diagnostik-Labore, die Corona-Tests durchführen, ordern mehr Verbrauchsmaterialien wie etwa Pipettenspitzen aber auch Pipettier-Roboter, mit deren Hilfe sich Testgefäße deutlich schneller befüllen lassen. Zudem fragen Pharmaunternehmen mehr Ausrüstung nach, die für die Erforschung von Antikörpern und zur Entwicklung von Impfstoffen benötigt wird.

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    Van Pelt ist gelernte Diplom-Kauffrau und seit 2017 im Eppendorf-Vorstand. Quelle: Eppendorf
    Eva van Pelt

    Van Pelt ist gelernte Diplom-Kauffrau und seit 2017 im Eppendorf-Vorstand.

    (Foto: Eppendorf)

    Trotz guter Zahlen verzichtet das Unternehmen angesichts der drohenden globalen Rezession auf einen Ausblick fürs laufende Geschäftsjahr. „Eine verlässliche Prognose für das Gesamtjahr ist derzeit nicht möglich“, sagt Co-CEO van Pelt. „Weder lässt sich der Geschäftsverlauf antizipieren, noch kann ich heute etwas über das zu erwartende Ergebnis der Eppendorf-Gruppe sagen.“

    Zudem hat die Krise für höhere Kosten gesorgt, etwa durch die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen. So hat Eppendorf an allen Produktionsstandorten Zwei-Schicht-Systeme eingeführt, um Produktionsausfälle durch potenzielle Infektionen zu vermeiden.

    Außerdem muss das Unternehmen die Lieferketten stärker überprüfen und die Läger stärker befüllen als in normalen Zeiten. „Das ist zwar aus betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht optimal, aber wir sehen uns als systemrelevantes Unternehmen im Life-Science-Markt verpflichtet, auch hiermit unseren Beitrag bei der Bekämpfung von Covid-19 zu leisten“, sagt van Pelt.

    Erfolge durch Investitionen

    Laut Fruhstorfer hat Eppendorf im abgelaufenen Geschäftsjahr das Budget für Forschung und Entwicklung um mehr als elf Prozent auf 50,3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr erhöht und den Innovationsprozess mit agilen Methoden erneuert.

    Erste Erfolge kann das Management bereits bekanntgeben: Insgesamt 20 neue Produkte hat Eppendorf im vergangenen Jahr auf den Markt gebracht. Diese haben Fruhstorfer zufolge zum positiven Geschäftsverlauf erkennbar beigetragen. Die Palette reicht von neuen Probengefäßen über umweltfreundlichere Gefrierschränke bis hin zu Cloud-Lösungen für die bessere Vernetzung der Geräte im Labor.

    Der Manager kam 2018 zu Eppendorf. Quelle: Fabian Bimmer/Eppendorf AG
    Peter Fruhstorfer

    Der Manager kam 2018 zu Eppendorf.

    (Foto: Fabian Bimmer/Eppendorf AG)

    Die Firma Eppendorf hat ihren Namen vom Hamburger Stadtteil Eppendorf. Dort neben dem Uniklinikum gründeten 1945 der Ingenieur Heinrich Netheler und der Physiker Hans Hinz die „Elektromedizinische Werkstätten GmbH“. Im Lauf der Jahre wandelte sich Eppendorf vom Medizintechnikhersteller zu einem reinen Life-Science-Anbieter, dessen Produktpalette von Pipetten über Zentrifugen bis hin zu Fermentern für Zellkulturen reicht.

    Die Firma ist im Besitz der Nachfahren der Gründer. Vertreter der Familien sitzen auch heute noch im Aufsichtsrat.

    Van Pelt ist gelernte Diplom-Kauffrau und seit 2017 im Eppendorf-Vorstand, zu ihrem beruflichen Werdegang gehören verschiedene Führungspositionen bei Unternehmen wie Siemens, Hitachi und Leica Microsystems.

    Fruhstorfer kam 2018 vom Laborausrüster Thermo Fisher zu Eppendorf, zuvor war der Diplom-Chemiker unter anderem mehrere Jahr für die Carl-Zeiss-Unternehmensgruppe tätig.

    Mehr: Gilead-Arznei soll erste Erfolge bei Corona-Patienten zeigen.

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