Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Coworking Dieser Gründer will WeWork Konkurrenz machen – auch in Deutschland

Der New Yorker Amol Sarva hat die Idee des Coworkings weiterentwickelt. Mit seinen „flexiblen Büros“ will der Knotel-Gründer den Platzhirsch WeWork überholen.
Kommentieren
Mit dem Coworking-Start-up Knotel expandiert er nach Deutschland. Quelle: Bloomberg/Getty Images
Amol Sarva

Mit dem Coworking-Start-up Knotel expandiert er nach Deutschland.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

DüsseldorfFlexible Büroflächen gehören zu den auffälligsten Trends in der Immobilienwirtschaft. In vielen Metropolen der Welt entstehen neue, oft schick gestaltete Arbeitsräume, die sich Freiberufler, Start-ups und kleine Unternehmen teilen. Sogar die Deutsche Bahn denkt über diese Coworking-Spaces nach – an Bahnhöfen.

Der weltweit bekannteste Anbieter in diesem Feld ist WeWork. Mit Büroflächen ist das Unternehmen groß geworden, das sich seit Januar We Company nennt und mittlerweile mit einem mittleren zweistelligen Milliardenbetrag bewertet wird. In vielen Metropolen zählt das Unternehmen zu den größten gewerblichen Anbietern von Büroflächen.

In New York zum Beispiel hat WeWork mittlerweile so viele Flächen angemietet wie kein anderes Unternehmen. In Deutschland gibt es WeWork-Büros unter anderem in Hamburg, Berlin und München.

Einer der am schnellsten wachsenden WeWork-Konkurrenten kommt nun nach Deutschland: das New Yorker Unternehmen Knotel. Dessen Gründer Amol Sarva glaubt: Coworking in der bisherigen Form ist für größere Firmen ungeeignet, weil sie allein aus Gründen der Vertraulichkeit ihre Büros nicht mit anderen Unternehmen teilen könnten.

Deshalb hat der Unternehmer die Idee weiterentwickelt und vor rund drei Jahren Knotel gegründet, das ebenfalls Immobilien ausstattet, betreibt und auf Zeit vermarktet – allerdings immer nur für ein Unternehmen.

Sarva spricht deshalb auch nicht von Coworking, sondern von „flexiblen Büros“, die sich schnell vergrößern, verkleinern und ganz aufgeben lassen. „Genau diese Flexibilität suchen Unternehmen“, meint er. Design und Betrieb der Büros übernimmt Knotel – ebenso die Wartung der Kaffeemaschinen, das Wechseln von Glühbirnen sowie das Abschließen, wenn der Letzte nach Hause gegangen ist. 

Mit diesem Konzept startet das US-Startup diese Woche in Deutschland, berichtet Sarva dem Handelsblatt. Er will zunächst mit zwei Standorten in Berlin mit insgesamt 1500 Quadratmeter Bürofläche beginnen. Schon Ende des Jahres plane er dort mit 15 bis 20 Immobilien, in London soll Knotel dann sogar 50 und in Paris 100 Standorte im Programm haben.

Der wichtigste Schauplatz der Coworking-Rivalen ist allerdings New York. „Hier werden wir Ende des Jahres größer sein als WeWork“, sagt Sarva. Ohnehin wachse sein Unternehmen weltweit betrachtet bereits dreimal so schnell wie der Rivale.

Daimler gehört zu den Kunden

Das sind große Versprechen – zumal WeWork längst gegensteuert und selbst solche flexiblen Büros für einzelne Unternehmen anbietet. Aber Sarva hat schon gezeigt, dass er weiß, wie man Unternehmen groß macht. Er half unter anderem, den Mobilfunkanbieter Virgin Mobile USA aufzubauen, hat den Smartphonehersteller Peek mitgegründet und Halo Neuroscience auf den Weg gebracht – ein Start-up, das mithilfe von technischen Impulsen Menschen helfen soll, schneller zu lernen, und das in den USA schon für einige Aufmerksamkeit gesorgt hat.

Zu den Knotel-Kunden in Deutschland gehört laut Sarva bereits Daimler, und in New York hat er gerade ein Büro für die Rechtsabteilung von Netflix eingerichtet. Knotel richtet sich mit seinem Angebot also an die ganz Großen, will aber nicht teurer sein, als wenn Firmen ihre Büros selbst betreiben. Nun bleibt die Frage, wie der deutsche Markt auf diese Idee reagiert.

Der Gesamtmarkt für flexible Büros und Coworking hat sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt. Spielten sie bis vor Kurzem noch eine marginale Rolle am Markt, standen Anbieter flexibler Büroflächen im vergangenen Jahr bereits für sieben Prozent aller angemieteten Büroflächen in Berlin, München, Hamburg, Frankfurt und Düsseldorf.

In den kommenden Jahren rechnen Experten damit, dass das Geschäft mit flexiblen Büroflächen weiterwächst. Einer Analyse des Immobilienberaters Cushman & Wakefield zufolge werden allein in den fünf größten Städten 75 neue Standorte mit 270.000 Quadratmeter Fläche erwartet – 50 Prozent mehr als heute schon vorhanden.

Handelsblatt Zukunft Mittelstand Newsletter
Startseite

Mehr zu: Coworking - Dieser Gründer will WeWork Konkurrenz machen – auch in Deutschland

0 Kommentare zu "Coworking: Dieser Gründer will WeWork Konkurrenz machen – auch in Deutschland"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.