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Cristina Stenbeck Eine der mächtigsten Frauen Schwedens sorgt für einen Kurssturz bei Zalando

Die neue Aufsichtsratschefin des Modehändlers verkauft ein großes Aktienpaket. Es ist nicht das erste Mal, dass Stenbeck für eine Überraschung an der Börse sorgt.
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Stenbeck: Chefkontrolleurin lässt Zalando-Kurs abstürzen Quelle: Oskar Omne/European Business Press
Christina Stenbeck

Die 41-Jährige verkaufte ein großes Aktienpaket von Zalando.

(Foto: Oskar Omne/European Business Press)

Düsseldorf Es war ein Schock: Der Aktienkurs von Zalando stürzte am Dienstag zeitweise um mehr als elf Prozent ab. Auslöser der Turbulenzen war eine der mächtigsten Frauen Schwedens: Cristina Stenbeck.

Die 41-Jährige verkaufte ein großes Aktienpaket des Online-Modehauses. Damit sank der Anteil ihrer Kinnevik-Holding an dem Berliner Unternehmen von 31 auf knapp 26 Prozent – und bescherte ihrer Beteiligungsfirma einen Verkaufserlös von rund 558 Millionen Euro.

Ihre Überraschungsaktion löste Ängste aus, dass sich Kinnevik bei Zalando ganz zurückziehen könnte. Kinnevik-Chef Georgi Ganev erklärte den Schritt aber damit, das „Investitionstempo aufrechtzuerhalten“, um den Anteil an nicht börsennotierten Firmen zu erhöhen.

Stenbecks Interesse an Zalando ist nach wie vor groß. Erst im Mai hat sie den Chefposten im Aufsichtsrat übernommen. Sie freue sich auf ihre Aufgabe, der neue Vorstand würde „die Weichen für die nächsten zehn Jahre“ stellen, wurde sie in einer Mitteilung zitiert.

Es ist nicht das erste Mal, dass Stenbeck die Börse überrascht. Vor zwei Jahren hatte sie in Schweden für Aufsehen gesorgt, als sie plötzlich den Vorsitz des Aufsichtsrats bei Kinnevik abgab. Inzwischen hat sie sich sogar komplett aus dem Gremium zurückgezogen.

Stenbeck krempelte Kinnevik-Konzern um

Sie wolle mehr „Zeit für die Dinge haben, die einen Mehrwert für unser Unternehmen bedeuten, und neue Geschäftsideen finden und entwickeln“, sagte sie damals in einem ihrer seltenen Interviews der schwedischen Zeitung „Svenska Dagbladet“.

Denn sie ist niemand, der Verantwortung scheut: Sie war gerade 24 Jahre alt, als ihr Vater, der charismatische Jan Stenbeck, 2002 im Alter von 59 Jahren an einem Herzinfarkt starb. Seine Tochter, geboren in New York und bei der amerikanischen Mutter aufgewachsen, arbeitete da erst zwei Jahre in der Marketingabteilung des Luxusmodeherstellers Ralph Lauren.

Viele hatten deshalb Zweifel, ob sie der Aufgabe gewachsen sei. Doch sie war es und krempelte den Kinnevik-Konzern um, den ihr Großvater vor 83 Jahren gegründet hatte: von der Konzentration auf Medienfirmen hin zu Beteiligungen im Onlinegeschäft, wie etwa am damaligen Start-up Zalando.

Bei den Berlinern ist ihre Erfahrung in den nächsten Jahren gefragt. Zalando muss sich vom Internetversender zu einer umfassenden Modeplattform wandeln, um sich gegenüber Konkurrenten wie Amazon zu behaupten. Es geht darum, das Kosmetikgeschäft auszubauen, den Umsatz pro Bestellung zu erhöhen und die Pakete noch schneller zu den Kunden zu bringen.

Wie lange Cristina Stenbeck als Aufsichtsratschefin bei Zalando zur Verfügung stehen wird, ist allerdings offen. Schon einmal führte sie das Kontrollgremium und trat dann 2016 völlig überraschend ab.

Mehr: Deutsche Modehändler haben lange Zeit die Online-Konkurrenten als große Gegner gesehen. Mittlerweile wollen sie im Digitalgeschäft mitspielen.

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