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David Ekelund Der Icebug-Gründer will mit seinen Sportschuhen die Welt retten

Der schwedische Outdoor-Unternehmer hat sich entschieden, die Umwelt mit seinen Produkten nicht mehr zu belasten. Das geht aber nur mit einem Trick.
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Seit vergangenem Winter kompensiert die Firma aus der Nähe von Göteborg mehr Emissionen, als sie produziert. Quelle:  Icebug
David Ekelund

Seit vergangenem Winter kompensiert die Firma aus der Nähe von Göteborg mehr Emissionen, als sie produziert.

(Foto:  Icebug)

MünchenLanglebig sollten die Sohlen sein, vor allem aber sollten sie gut auf Eis und Schnee haften. „Das schließt sich eigentlich aus“, erläutert David Ekelund. Dem 48-Jährigen ist es aber gelungen, beide Eigenschaften zu kombinieren, und darauf beruht der Erfolg seiner Sportschuhmarke Icebug.

Anfang des Jahrtausends hat der Schwede das Label mit einem Kompagnon gegründet. Heute verkaufen sie 350.000 Paar Schuhe im Jahr, längst nicht mehr nur im Winter, sondern auch für Läufer oder Spaziergänger, die im Sommer auf glitschigem Terrain im Wald unterwegs sind. Icebug ist mit 19 Millionen Euro Umsatz ein kleiner, aber fest etablierter Anbieter auf dem Outdoor-Markt.

Ekelund jedoch reicht das nicht. Er will mit seinen Schuhen die Welt verbessern. Seit vergangenem Winter kompensiert die Firma aus der Nähe von Göteborg daher mehr Emissionen, als sie produziert. „Damit sind wir die erste klimapositive Outdoor-Schuhmarke der Welt“, behauptet Ekelund.

Dem sportlichen Mann gelingt das, weil er Projekte der Vereinten Nationen zum Klimaschutz finanziell unterstützt. Dadurch kann er die klimaschädliche Wirkung vor allem aus der Schuhherstellung in Fernost mehr als ausgleichen. Ekelund hat inzwischen so viel gespendet, um alle Umweltschäden seit der Firmengründung 2001 zu kompensieren.

Zudem versucht der Unternehmer, die Schuhe selbst so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten. Das Obermaterial besteht aus recyceltem Polyester, und er nutzt Färbe- und Gerbverfahren, in denen weit weniger Wasser verbraucht wird als bei herkömmlichen Methoden.

„Natürlich wäre es am ressourcenschonendsten, wenn wir gar nicht produzieren würden“, meint Ekelund. Aber dann würden die Leute wohl Schuhe von Konkurrenten kaufen, die sich viel weniger um die Umwelt kümmerten. Außerdem bräuchten die Menschen nun einmal gute Schuhe, insbesondere im Winter.

Trail-Running ist der größte Wachstumsbringer

Icebug liegt im Trend, wenngleich kaum eine Firma so konsequent vorgeht. „Der Konsument besteht heute darauf, dass ein Produkt verantwortungsbewusst entsteht“, sagt Bernhard Kiehl, Leiter des Nachhaltigkeitsprogramms bei Gore, einem der Lieferanten von Icebug. Früher sei es nur darum gegangen, wie gut die Ware sei. Heute würden die Käufer auch nach dem Einfluss auf die Umwelt fragen, meint der Manager.

Am allerwichtigsten sei freilich eine gute Qualität. Denn eine lange Lebensdauer sei der „stärkste Faktor, um die Natur zu schonen“.

Die 35 Angestellten von Icebug arbeiten neben einem Landschaftsschutzgebiet, quasi in unberührter Landschaft. Das sogenannte Trail-Running über Stock und Stein ist denn auch der größte Wachstumsbringer für Icebug im Sommer. Das Label veranstaltet inzwischen zahlreiche Läufe, in seiner schwedischen Heimat, aber auch weltweit. Die Laufserie „Forest Femmes“ für Frauen hat sich inzwischen bis nach München und sogar Amerika ausgebreitet.

Ekelund versucht darüber hinaus, die Konkurrenten für seinen Kurs zu gewinnen. „Die Reaktionen sind gemischt“, stellt er nüchtern fest. So würde er gerne die Fabrikbesitzer in Vietnam davon überzeugen, Solarstrom zu erzeugen. Aber in keinem einzigen Werk seiner Lieferanten stehe Icebug für mehr als ein Fünftel der Aufträge. Sein Einfluss auf die Fabriken ist daher begrenzt.

Der beste Weg, auch Wettbewerber vom umweltfreundlichen Kurs zu überzeugen, dürfte wohl ein gutes Geschäft sein. „2018 jedenfalls“, so sagt es Ekelund, „war ein Rekordjahr, und wir wachsen weiter.“

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