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Dieter Müller und Ursula Schelle-Müller Motel One: Geschäftsmodell zufriedene Gäste

Die Hotelkette wächst kräftig und ist hochprofitabel. Hinter dem Erfolg steht die klare Linie der Chefs Dieter Müller und Ursula Schelle-Müller.
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Mit Motel One auf Erfolgskurs. Quelle: dpa
Ursula Schelle-Müller und Dieter Müller

Mit Motel One auf Erfolgskurs.

(Foto: dpa)

MünchenDie Trophäen füllen ein ganzes Regal. In einem Besprechungsraum im ersten Stock ihrer Münchener Zentrale haben Motel-One-Gründer Dieter Müller und seine Ehefrau Ursula Schelle-Müller all die Preise aufgereiht, die sie in den vergangenen Jahren überreicht bekamen.

Zuletzt zeichneten Bain & Company und das „Manager Magazin“ das Paar im November mit dem „Game Changer Award“ für bahnbrechende Innovationen aus. Die Hotelkette konzentriere sich auf das Wesentliche in Ausstattung und Service und steche durch einen hohen Qualitätsstandard bei attraktivem Preis hervor, lobte BMW-Chef Harald Krüger in seiner Laudatio.

Das Ehepaar Müller ist stolz auf die Auszeichnungen. Noch viel mehr Gewicht messen die beiden Gastronomen aber der Meinung ihrer Kunden bei. „Die ‚Neun‘ ist wichtig“, betont Dieter Müller, „da hängt alles andere dran.“ Der 65-Jährige bezieht sich dabei auf eine in der Hotellerie gängige Bewertung durch die Gäste. Zehn ist optimal, neun ein glänzender Wert.

In den meisten Kategorien rangiere Motel One über neun, bei der Lage der Häuser etwa oder der Atmosphäre am Empfang, freut sich Hotelier Müller. Nur beim Frühstück gebe es mit 8,5 Nachholbedarf: „Aber da sind die Geschmäcker auch sehr, sehr verschieden.“

Müllers Kalkül: Zufriedene Gäste sorgen für ein gutes Geschäft. Die Ergebnisse, die CEO Müller und Marketingchefin Schelle-Müller, 53, an diesem Donnerstag präsentierten, scheinen dies zu bestätigen. So ist der Umsatz vergangenes Jahr um gut ein Fünftel auf rund 487 Millionen Euro in die Höhe geschossen.

Das lag einerseits daran, dass neun Hotels hinzukamen. Zum Jahreswechsel zählte die Kette 71 Häuser. Andererseits steigerte der Mittelständler den durchschnittlichen Zimmerpreis um vier Euro auf 95 Euro.

Der Gewinn vor Steuern und Kapitalerträgen kletterte um vier Prozent auf knapp 84 Millionen Euro. Für Müller ist dies die operativ wichtigste Kennziffer. Unter dem Strich blieben 104 Millionen Euro übrig, 78 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Grund dafür: Motel One verkaufte Hotels, die das Unternehmen anschließend mietete.

Den Ertrag aus den Immobilientransaktionen schüttete die Gruppe an die Anteilseigner aus. Müller hält ein Viertel der Anteile, aber die Mehrheit der Stimmrechte. Darüber hinaus ist die Familie von SAP-Gründer Dietmar Hopp beteiligt und ein Fonds von Morgan Stanley.

Größter Hemmschuh: Fehlende Handwerker

Das Sagen haben aber die Müllers. Dieter Müller ist CEO, seine Ursula Schelle-Müller kümmert sich um Marketing und Design. Sohn Daniel, 40, ist Co-CEO und fürs Tagesgeschäft zuständig. Wann der Spross die alleinige Führung übernehme, sei offen, so Dieter Müller.

Nach einem Abschied des Paares von seinem Lebenswerk sieht es nicht aus. 27 zusätzliche Hotels mit gut 8000 Zimmern sollen bis 2022 entstehen. „Alle mit lokalem Bezug“, erläutert Schelle-Müller, die sich um die Einrichtung jedes neuen Standorts kümmert.

Der europäische Hotelmarkt ist laut STR Global gewachsen. Der Umsatz pro verfügbarem Zimmer stieg 2018 um 3,5 Prozent, in für Motel One wichtigen Städten wie Frankfurt und Hamburg ging es jedoch abwärts. Am meisten zu schaffen macht Familie Müller aber, dass Handwerker fehlen.

Dieter Müller: „Das verzögert vieles und verteuert die Arbeiten.“ Damit die Gäste immer zufrieden sind, hat jeder Mitarbeiter Zugriff auf eine App und kann stets nachschauen, wie es um seinen Standort gerade steht. Das lohnt sich, denn eine gute Bewertung erhöht das Gehalt.

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