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Digitalkonferenz DLD Outfittery-Gründerin Anna Alex will mit neuem Start-up Planetly das CO2-Problem bekämpfen

Die 35-Jährige schafft mit dem Helpling-Gründer Benedikt Franke das Start-up Planetly. Es soll Unternehmen nachhaltiges CO2-Management erleichtern.
19.01.2020 - 11:25 Uhr Kommentieren
„Es war nie eine Option, nicht noch einmal zu gründen!“, sagt die Start-up-Unternehmerin. Quelle:  Dominik Butzmann für Handelsblatt
Anna Alex

„Es war nie eine Option, nicht noch einmal zu gründen!“, sagt die Start-up-Unternehmerin.

(Foto:  Dominik Butzmann für Handelsblatt)

Düsseldorf Die Spannung war regelrecht zu spüren - zumindest virtuell, nachdem Anna Alex vor wenigen Tagen diesen Post auf dem Berufsportal LinkedIn abgesetzt hatte. „Und plötzlich weißt Du: Es ist Zeit, etwas Neues zu probieren und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen“, stand da in weißen Lettern auf rotem Grund, verbunden mit der Ankündigung, dass die Outfittery-Gründerin an diesem Sonntag auf der Digitalkonferenz DLD in München mehr zu ihren neuesten Business-Plänen sagen werde.

Das Zitat des mittelalterlichen Philosophen Meister Eckart und der zugehörige Post schlugen Wellen im Umfeld der Berliner Start-ups-Szene, in dem die 35-Jährige bestens verdrahtet ist. Dem Handelsblatt verriet sie vorab: Gemeinsam mit dem Co-Gründer von Helpling, Benedikt Franke, hat sie mit Blick auf das beherrschende Thema Klimawandel in Berlin erneut gegründet.

„Planetly“ haben sie ihr Start-up genannt, das mit Hilfe von Softwarelösungen und Datenauswertung andere Unternehmen befähigen soll, „planet positiv“ zu werden, wie sie es ausdrücken. Also: den eigenen Co2-Ausstoß schnell zu erfassen, zu neutralisieren und zu minimieren. „Es gibt zu wenige gute Technologien und Tools in diesem Bereich – diese Lücke wollen wir schließen“, sagt Alex.

Es ist ein ganz anderer Bereich als die Mode-Branche, in der sie gemeinsam mit Co-Gründerin Julia Bösch Outfittery aufgebaut hatte – jene Plattform, die mit Hilfe von Datenanalyse und Stilberatern shoppingmüde Männer einkleidet. Vor anderthalb Jahren hatte sich Alex dort operativ herausgezogen und sitzt seitdem noch im Beirat des 2012 gegründeten Online-Portals. Gleichwohl sei klar gewesen: „Es war nie eine Option, nicht noch einmal zu gründen!“, wie die zweifache Mutter erzählt. „Aber es musste alles passen: Thema, Team, Leidenschaft.“

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    Sie sei dann viel unterwegs gewesen, als Keynote-Speakerin oder eben - auch aus privatem Antrieb – engagiert bei „Leaders for Climate Action“. Die Initiative von Digitalunternehmern fordert unter anderem die lenkungswirksame Bepreisung von CO2-Emissionen sowie den Ausbau erneuerbarer Energien. Dort entstand dann auch die Idee für ihr Start-up – und alsbald die Erkenntnis, mit Benedikt Franke den richtigen Partner für die Co-Gründung gefunden zu haben. Die beiden kennen sich seit ihrer gemeinsamen Zeit bei Rocket Internet vor gut zehn Jahren, wo sie unter anderem Zalando mit aufbaute und er MyCityDeal (heute Groupon).

    Ähnliche Karrierewege

    Seither verliefen ihre Karrieren jeweils steil und ähnlich. Beide gründeten selbst, auch Franke stieg im Vorjahr operativ bei Helpling aus und zog sich in den Beirat zurück, nachdem die Vermittlungsplattform für Putzkräfte etabliert war. Und auch der 36-Jährige, der ebenfalls zwei Kinder hat und zudem als Investor bei diversen Start-ups engagiert ist, hat kürzlich in seinem LinkedIn-Profil den vielsagenden Titel eingespeist: Gründer von „TBA“, kurz für „tob e announced“ – „wird bekanntgegeben“.

    Sie seien sich einig gewesen, erzählt Alex: Die Klimakrise sei das beherrschende Thema unserer Zeit, „alle wollen etwas tun, aber keiner weiß so genau, wie. Und wir wollten nicht nur mitmachen, sondern auch vormachen.“ Nun seien sie erfahrene Gründer und Unternehmer, sagt Franke, „da war klar: Wir wollen nicht spenden oder eine NGO gründen, sondern das Problem unternehmerisch lösen.“

    Innerhalb kurzer Zeit stand die Geschäftsidee: Software programmieren, Tools entwerfen, mit den reichlich vorhandenen Daten ihrer Kunden arbeiten. Zwar gibt es schon viele Berater in diesem Bereich oder Unternehmen, die Zertifikate für Klimaneutralität verkaufen – also Unternehmen an Projekten beteiligen, die helfen, etwa durch Anpflanzung von Bäumen, auf einem anderen Ort der Welt CO2 einzusparen.

    Den Unterschied will Planetly, wo Alex und Franke derzeit noch mit einem „einstellig besetzten“ Team zugange sind, durch Datenanalyse machen: „Wir sind Tech-Unternehmer, wir glauben stark an den Wert von Technologien und Daten – und daran, dass wir hier Mehrwert schaffen und durch Datennutzung schnell ein skalierbares Geschäft aufbauen können“, sagt Alex, die weit über deutsche Grenzen als junge Gründerin bekannt ist und unter anderem bereits unter die „50 inspirierendsten Frauen in Tech“ und die „Top 40 unter 40“ gewählt wurde.

    Die beiden haben auch schon Test-Unternehmen und Investoren überzeugen können. Letztere seien „durchaus namhaft“, wollen aber derzeit noch nicht genannt werden – ebenso wenig wie das anfängliche Investitionsvolumen. Aber sie eine der Glaube daran, dass die Klimadebatte kein kurzfristiger Trend sei und die Wirtschaftswelt einen Wandel durchlebe.

    Franke, der auch der Digitalkommission der Mittelstandsvereinigung der Union angehört, sagt: „Wir sind überzeugt, dass der Grundsatz ,no climate, no business‘ bald für alle Unternehmen gelten wird“, dass also Klimaneutralität zum bestimmenden Faktor werde.

    „Bislang haben wie das Business und das soziale Engagement von Unternehmen oft getrennt betrachtet, aber diese Sichtweise ist veraltet“, ergänzt Alex. „Die Bereiche sind nicht mehr voneinander zu trennen. Neben dem finanziellen Erfolg von Unternehmen werden auch die Nachhaltigkeit und Einfluss auf die Umwelt wirklich zählen. Hier setzt unser Geschäftsmodell an.“

    Mehr: Wie Co-Gründerin Julia Bösch die Modeplattform Outfittery weiter ausbauen will.

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