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Edward Brenninkmeijer Der neue Europa-Chef von C&A setzt sich von seinem Vorgänger ab

Edward Brenninkmeijer korrigiert die Strategie von Alain Caparros. Aggressive Billig-Werbung passt nicht mehr ins Konzept – und Manager müssen gehen.
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Keine Bratpfannen und Bobby-Cars mehr im Traditionstextilhaus. Quelle: dpa
C&A Filiale in Düsseldorf

Keine Bratpfannen und Bobby-Cars mehr im Traditionstextilhaus.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Vor drei Monaten gab es den großen Paukenschlag bei C&A: Alain Caparros trat als Europa-Chef aus gesundheitlichen Gründen zurück, und Edward Brenninkmeijer, 48, von der Eigentümerfamilie übernahm den Posten in Düsseldorf. Seitdem war es ruhig rund um die große Textilkette. Alles schien so weiterzulaufen wie bisher.

Doch der Eindruck täuscht. Der neue Chef hat Strategie und Zahlenwerk genauestens analysiert. Jetzt nimmt der Manager aus der verschwiegenen Brenninkmeijer-Familie, von dem es kein offizielles Foto gibt, Korrekturen an den Entscheidungen seines Vorgängers Caparros vor.

Dazu gehören auch Personalien. So soll Mohamed Bouyaala seinen Posten als COO für Europa abgeben, ist zu hören. Ein Unternehmenssprecher meinte dazu, dass sich „der Konzern nicht zu Gerüchten äußert“.

Caparros hatte den ehemaligen Deutschlandchef erst im Januar dieses Jahres zum COO in der Europazentrale befördert. Beobachter des Textilhauses rechnen damit, dass dies nicht die letzte Veränderung im Topmanagement sein könnte. Offen ist, ob sich Europa-CFO Tjeerd van der Zee, 48, und Deutschlandchef Jean-Marie Malbranke unter dem neuen CEO halten werden.

Denn mit Brenninkmeijer, der seit 2014 schon für C&A Brasilien, Mexiko und China verantwortlich ist, soll es in Düsseldorf nicht einfach ein „Weiter-so“ geben. Er ist dabei, die Caparros-Strategie zu korrigieren. Er selbst äußert sich bislang nicht dazu.

Aber es ist zu hören, dass es sein Vorgänger mit seiner Doppelstrategie wohl etwas zu weit getrieben hat. Der Ex-Rewe-Chef holte Marken wie Mustang Jeans ins Haus, um sein Sortiment nach oben mit höherwertigen Marken abzurunden. Gleichzeitig führte er die Linie Best Deal ein, wo er sich mit Kampfpreisen gegen die irische Billigkette Primark wehrte.

Diese Billiglinie mit T-Shirts für drei und Pullover für 4,90 Euro ist dem neuen CEO wohl zu extrem. Aggressive Werbekampagnen mit solchen Billigprodukten schaden dem Unternehmen mehr, als sie ihm im Konkurrenzkampf mit den Discountern nutzen, lautet die neue Erkenntnis. Schließlich ist es Kunden schwer zu vermitteln, wenn C&A einerseits mit Nachhaltigkeit und Bio-Baumwolle wirbt und gleichzeitig mit Tiefstpreisen die Wegwerfmentalität fördert.

Aber eine radikale Kurskorrektur dürfte es mit Edward Brenninkmeijer nicht geben. Schließlich hatte Martijn Brenninkmeijer, Chairman der Schweizer Familienholding Cofra, nach dem Caparros-Abgang im März betont: „Er hat C&A in die richtige Richtung gelenkt, und das in einer Zeit mit vielen Herausforderungen im Einzelhandelssektor.“ Demnach stimmt die grundsätzliche Richtung aus Sicht der Eigentümerfamilie.

Caparros hat die traditionsreiche Textilkette für neue Konzepte geöffnet. Dabei hat er vieles ausprobiert, vielleicht zu viel: vom Verkauf der Bobby-Cars bis zu Bratpfannen. Manches wird nun wieder zurückgenommen. Doch das wird der temperamentvolle Manager inzwischen mit dem nötigen Abstand betrachten. Seit er sich entschieden hat, nach seinem Herzinfarkt kürzerzutreten, wird der 62-Jährige häufiger in der Düsseldorfer City gesehen: ganz entspannt beim Einkaufsbummel auf der Kö oder im Design-Kaufhaus Stilwerk.

Mehr: Bald gibt es Mustang-Jeans in 370 Filialen des Textildiscounters. Das ist Teil der C&A-Strategie, mit hochwertigen Marken mehr Kunden anzulocken.

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