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Einkaufsberatung Ein neuer „Sous-Chef“ soll es bei der Kerkhoff Group richten

Der Düsseldorfer Einkaufsberater wechselt die Führungsspitze aus. Nach überstandenem Liquiditätsengpass soll ein Ex-Maschinenbaumanager die Zukunft sichern.
16.06.2020 - 13:37 Uhr Kommentieren
Nach einer Liquiditätskrise war der 62-Jährige zeitweise wieder stärker ins Tagesgeschäft eingestiegen. Quelle: German Select/Getty Images
Gerd Kerkhoff

Nach einer Liquiditätskrise war der 62-Jährige zeitweise wieder stärker ins Tagesgeschäft eingestiegen.

(Foto: German Select/Getty Images)

München Stürmische Wochen liegen hinter Unternehmer Gerd Kerkhoff – sie enden mit einem Führungswechsel. Nach elf Monaten verlässt der bisherige CEO Frank Wiethoff zum Monatsende „aus persönlichen Gründen“ die auf Einkaufsfragen spezialisierte Düsseldorfer Kerkhoff Group. Das ist aus dem Umfeld der Firma zu erfahren. Kerkhoff wird nun wieder als alleiniger Geschäftsführer die strategische Ausrichtung verantworten.

Operative Führungsaufgaben als eine Art „Sous-Chef“ übernimmt Thorsten Schmidt – nebst einem Paket von 20 Prozent der Anteile, das der langjährige KPMG-Berater Wiethoff gehalten hat. Der neue starke Mann im Management, der viele Jahre im Maschinenbau bei DMG Mori (vorher als Gildemeister bekannt) gearbeitet hat, begann erst am 1. Januar 2020 als Chief Technology Officer bei der Beratungsfirma; schon damals hatte er zehn Prozent der Anteile erhalten.

Offenbar hat Schmidt nun alle Chancen, einmal die neue unternehmerische Führungsfigur zu werden, falls er sich bewährt – und Kerkhoff eines Tages zu ersetzen.

Der am Tegernsee lebende 40-Prozent-Gesellschafter Kerkhoff hat die Firma zusammen mit Ehefrau Stefanie vor 21 Jahren gegründet. Nach einer Liquiditätskrise, die zur verspäteten Auszahlung der März-Gehälter führte, war der 62-Jährige zeitweise wieder stärker ins Tagesgeschäft eingestiegen. Bedingt durch Corona brachen Aufträge weg. Zwischenzeitlich hatte die Krise sogar die Existenz des ganzen Unternehmens gefährdet, das insgesamt rund 100 Mitarbeiter hat.

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    Zur Sanierungsstrategie des wieder aktivierten Haupteigentümers gehörten eine Wiederbelebung der zuvor offenbar erlahmten Vertriebsaktivitäten sowie der Abbau von Fixkosten. Ein neuer Mietvertrag sieht beispielsweise die Abgabe eines großen Teils der Bürofläche in der Düsseldorfer Zentrale vor. Das alles war ein höchst ungewohnter Parforceritt für die Berater-Crew der Kerkhoff Group – die davon lebt, anderen guten Rat zu erteilen. Er sei „stolz“ darauf, die Mannschaft nochmals zusammengeschweißt zu haben, gibt er zu Protokoll.

    Einen neuen Kreditvertrag über 2,9 Millionen Euro mit der Staatsbank KfW und der Sparkasse Vest Recklinghausen hat die Kerkhoff Group bisher nicht genutzt. Man habe „hart gearbeitet, um die hohen Anforderungen an den KfW-Kredit zu erfüllen, und könne sich nun wieder voll auf die Kunden konzentrieren“, kommentiert der Patriarch. Die KfW habe die gesamte Firma genau durchleuchtet. Er habe gelernt, wie wichtig es ist, in einer Krise belastbare, über Jahre gewachsene Beziehungen zu Finanziers zu haben.

    Mehr geschäftliche Termine – virtuell

    Der auch als Buchautor aufgetretene Kerkhoff sieht nach der Coronakrise neue Geschäftschancen. Man wolle an die beiden Rekordmonate Januar und Februar 2020 direkt anschließen und baue auf das gute Feedback langjähriger Kunden, die sich in der Krise gemeldet hätten. Wichtige Gespräche mit der Klientel führt er jetzt virtuell bei einem Glas Wein im Internet. Großartig findet er, vor der Krise vielleicht zwei Kundentermine pro Tag pro Ort geschafft zu haben – heute seien es bis zu zehn Videokonferenzen mit den Geschäftspartnern.

    Er wolle den Einkaufschefs von Unternehmen im härter werdenden Preiskampf mit den Kunden helfen, bessere Konditionen herauszuschlagen, heißt es beim Düsseldorfer Berater. Krisengeschüttelte Firmen, so Kerkhoff, sollten die Krise als Katalysator für Veränderungen nutzen. Er selbst hat es gerade vorgemacht.

    Mehr: Der Patriarch meldet sich in der Coronakrise zurück.

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