Energiekrise: Dieser Mittelständler trotzt der Krise – und investiert in autarke Energieversorgung
„Wir haben seit Langem in regenerative Energien investiert, aber seit Ausbruch des Kriegs in einem deutlich höheren Maße Investitionen in diese Energieträger gelenkt“, sagt der Chef von Koenig & Bauer.
Foto: Koenig & BauerDüsseldorf, Berlin. Die Energiekrise beschleunigt den grünen Umbau der Industrie in Deutschland. 72 Prozent der mittelständischen Unternehmen haben zuletzt in grüne Energieträger investiert oder planen kurzfristig solche Ausgaben. Damit wollen sie in erster Linie ihre dramatisch gestiegenen Energiekosten drücken, modernisieren auf diesem Weg aber auch ihre Anlagen.
Das zeigt eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa unter 152 Mittelständlern im Auftrag der Beratungsfirma FTI-Andersch und der Universität Lüneburg, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. „Die Energiekrise führt im deutschen Mittelstand zu einem grünen Schub“, sagt FTI-Andersch-Berater Steffen Puhlmann. 40 Prozent der Mittelständler würden eine Rückkehr zu fossilen Rohstoffen sogar vollständig ausschließen.
Die hohen Energiekosten haben die Unternehmen unter Handlungsdruck gesetzt. So liegt der Gaspreis mit knapp 130 Euro pro Megawattstunde 188 Prozent über dem Vorjahreswert, der Börsenstrompreis stieg in der Zeit von 100 auf 237 Euro. Bei solchen Kosten lohnen sich für immer mehr Firmen Investitionen in erneuerbare Energien.
Auch die Banken bestätigen: „Die aktuelle Energiesituation verstärkt diese Entwicklung“, sagt DZ-Bank-Firmenkundenchef Stephan Ortolf. Ökonomen rechnen ebenfalls schon länger damit, dass die Energiekrise die Industrie zu mehr Effizienz zwingt – und sie so deutlich besser durch die Krise kommt als zunächst befürchtet. Auf Letzteres deutet auch der jüngste Konjunkturindex des Ifo-Instituts hin. „Die Rezession dürfte weniger tief ausfallen, als viele erwartet haben“, sagte Ifo-Chef Clemens Fuest.