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Ernst Prost Software-Pannen bringen den Chef von Liqui Moly auf die Palme

Der Gewinn des Schmierstoffherstellers sackt deutlich ab. Schuld waren Probleme bei der Softwareumstellung. Firmenchef Ernst Prost macht seinem Ärger Luft.
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„Wären wir börsennotiert, müsste ich eine Gewinnminderungswarnung herausgeben.“ Quelle: LIQUI MOLY
Liqui-Moly-Chef Ernst Prost

„Wären wir börsennotiert, müsste ich eine Gewinnminderungswarnung herausgeben.“

(Foto: LIQUI MOLY)

DüsseldorfErnst Prost ist erbost. „Was wir zurzeit an Leistung abliefern, schmerzt mich zutiefst“, schimpft der Geschäftsführer des Schmierstoff- und Autopflegespezialisten Liqui Moly aus Ulm. In den vergangenen Monaten musste er den bitteren Gang zu wichtigen Kunden antreten und sie um Entschuldigung bitten.

Seine Gefühle darüber will er öffentlich gar nicht verbergen: Eine Pressemitteilung am Donnerstag ließ er mit einem Foto garnieren, auf dem sein vor Ärger verzerrtes Gesicht zu sehen ist.

Was ist los bei dem erfolgsverwöhnten Familienunternehmen, dessen Performance jahrelang nur nach oben zeigte? Eigentlich sollte Liqui Moly nach dem vergleichsweise schwächeren vergangenen Jahr nun wieder durchstarten. „2019 soll es wieder krachen“, kündigte Prost noch im Februar an.

Das bewahrheitet sich nun ganz anders, als Prost, 62, es gemeint hat. Gekracht hat es intern im Unternehmen bei der Einführung einer neuen Unternehmenssoftware. Mit ihr sollten die Abläufe vereinfacht und Kosten gesenkt werden. Das Gegenteil ist nun der Fall. „Wären wir börsennotiert, müsste ich eine Gewinnminderungswarnung herausgeben“, sagt Prost, der das Unternehmen 2017 an den Schraubenhändler Würth verkaufte, aber auf dem Chefposten blieb.

Die neue Software sollte die jahrzehntealten IT-Programme bei Liqui Moly ablösen. Einkauf, Produktion, Versand sollten von modernen Algorithmen gesteuert werden. Doch die Einführung brachte massive Schwierigkeiten, die bis heute andauern. Die Firma kann nicht produzieren und liefern, wie die Kunden das gewöhnt sind.

Das kommt Prost teuer zu stehen: Container werden nur zur Hälfte befüllt, Speditionen und Luftfrachtfirmen warten auf Ware. „Unsere Kunden können nichts für unsere Probleme, daher tun wir alles, um die Auswirkungen für sie so klein wie möglich zu halten, und übernehmen die Extrakosten dafür“, sagt er.

Die Folgen sind in der Halbjahresbilanz bereits deutlich erkennbar: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging der Umsatz zwar nur leicht auf 260 Millionen Euro zurück. Der Gewinn jedoch sackte um rund 30 Prozent auf elf Millionen Euro ab. Prost ist frustriert: „Ich hätte nie gedacht, dass eine Softwareumstellung im Jahr 2019 ein ganzes Unternehmen dermaßen ins Schleudern bringen kann.“

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