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Erwin Müller Drogerie-Patriarch Erwin Müller wird zum Brexit-Flüchtling

Der Unternehmer verlagert seine Holding von London nach Liechtenstein. Offenbar scheut Erwin Müller die unklare Rechtslage in Großbritannien.
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Der 86-Jährige hat sein Unternehmen seit 15 Jahren von London aus verwaltet. Quelle: dpa
Erwin Müller

Der 86-Jährige hat sein Unternehmen seit 15 Jahren von London aus verwaltet.

(Foto: dpa)

DüsseldorfRund 15 Jahre lang hatte Drogerie-Patriarch Erwin Müller sein Unternehmen von London aus geführt – zumindest auf dem Papier. Denn die britische Gesellschaft Muller Management Ltd. mit Sitz in London war persönlich haftender Gesellschafter seiner operativen Unternehmen in Ulm. Und bei der Limited war Erwin Müller Geschäftsführer.

Doch nun hat der 86-Jährige seinen persönlichen Brexit vollzogen. Rechtzeitig, bevor die Briten aus der EU austreten, hat er den Sitz seiner Holding nach Liechtenstein verlegt. Als Gesellschafter seiner Unternehmen ist jetzt die MVG Beteiligungs GmbH eingetragen. Und die hat ihren Sitz in Vaduz.

Nach Recherchen der „Lebensmittel Zeitung“, die als erste über den Umzug berichtet hatte, sollen die Gesellschaften in London jetzt deaktiviert werden.

Laut dem Liechtensteiner Handelsregister wurde die MVG Beteiligungs GmbH am 4. Februar 2019 eingetragen. Offenbar hat die ungeklärte Rechtslage rund um den Brexit Müller zu der Veränderung veranlasst. Das Unternehmen hat sich auf Anfrage nicht dazu geäußert.

Praktische Auswirkungen auf den Betrieb hat der Wechsel der Holding ohnehin nicht. Spekuliert wurde immer, dass der Firmensitz in Großbritannien ein Mittel war, um die Bildung eines Betriebsrates zu verhindern. Mit dem Sitz der Holding in Liechtenstein dürften sich jetzt neue steuerliche Möglichkeiten eröffnen.

Beim Drogerieimperium beginnt aber in Kürze auch operativ eine neue Ära. Ab Juni wird Günther Helm das Unternehmen leiten. Der 40-Jährige hatte zuvor bei Aldi Karriere gemacht und zuletzt die österreichische Aldi-Tochter Hofer geleitet. Müller werde sich „fast vollständig“ aus der operativen Führung zurückziehen, sagte Helm.

Es ist der nächste Versuch eines Generationswechsels. Denn Müller hat schon mehrere Topmanager vergrault, die mit großen Hoffnungen gestartet waren. Und auch seinen eigenen Sohn hielt er offenbar nicht geeignet für die Nachfolge . Er hat ihn mittlerweile ausbezahlt.

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