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Eurocres-Mitgründer Sven Wingerter Der Unternehmer, der Unternehmen erklärt, wie ein Büro funktioniert

Eurocres berät Dax-Konzerne bei der Gestaltung ihrer Büroflächen. In der Coronakrise müssen Unternehmen sich dringend auf neue Strukturen einstellen.
25.08.2020 - 17:22 Uhr Kommentieren
Der geschäftsführender Gesellschafter bei Eurocre warnt seine Kunden, die Anforderungen der Coronakrise an das Büromanagement zu unterschätzen. Quelle: Eurocres Consulting GmbH
Sven Wingerter

Der geschäftsführender Gesellschafter bei Eurocre warnt seine Kunden, die Anforderungen der Coronakrise an das Büromanagement zu unterschätzen.

(Foto: Eurocres Consulting GmbH)

Düsseldorf Seit Sven Wingerter 1999 Eurocres mitgegründet hat, eine Strategieberatung für Büroinfrastruktur, beschäftigt ihn die Frage, wie sich die Arbeitsplatzgestaltung auf den Unternehmenserfolg auswirkt. In Corona-Zeiten sind auch Wingerters eigene Tagesabläufe anders: morgens im Homeoffice, danach im Büro etwa.

Wingerter steht als Berater zwischen den CEOs der Konzerne, die die Ziele vorgeben, und deren Immobilienmanagern, die sie umsetzen. Eurocres plant mit seinen rund 30 Mitarbeitern für Dax-Konzerne wie Allianz oder Telekom, aber auch für Mittelständler wie die SMS Group die Bürokonzepte der Zukunft. Auch US-Unternehmen gehören zu den Kunden. Büroflächen in einem Umfang von 730.000 Quadratmetern hat Eurocres in den 20 Jahren seit Gründung eingespart.
Seit Beginn des Lockdowns haben 90 Prozent aller Anfragen aber nur ein Thema: die Zukunft der Arbeitswelt in Corona-Zeiten. „Wir werden nicht mehr fünf Tage die Woche ins Büro zurückkommen, keiner will das“, lautet Wingerters Erkenntnis der vergangenen Monate. Alle müssen zurück in die Büros, aber eben nicht gleichzeitig und nicht täglich.

Die Kommunikation ist dann wichtiger als die Arbeit. Die Firmenzentrale mit ihren Satelliten daheim und an anderen Orten werde zum analogen „Lagerfeuer“, sagt Wingerter.

Die Aufgaben der Konzerne und Mittelständler für die künftige Büroorganisation sind riesig. In Deutschland gebe es 380 Millionen Quadratmeter Büroflächen, konservativ geschätzt würden 20 Prozent davon nicht mehr gebraucht, erläutert der Unternehmer. Das wären alle Büroflächen Bayerns. Die meisten Unternehmen gehen sogar davon aus, dass sie lieber 30 bis 40 Prozent einsparen wollen.

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    Nicht nur wegen des Homeoffice-Bedarfs, auch um Kosten zu sparen. Derzeit funktioniert die Präsenz in Büros nur mit Notlösungen. Da werden Plexiglasscheiben aufgehängt, Sticker auf die Fußböden geklebt und Büromöbel auseinandergezogen. Doch drei Trends ermahnen die Unternehmen, das Thema zugleich sehr schnell und trotzdem langfristiger anzugehen, findet Wingerter.

    Mehr als Teams und Zoom

    Erstens: Die Firmen wollen und müssen die Büroflächen reduzieren, wissen aber nicht, in welchem Ausmaß. Zweitens müssen die verbliebenen Flächen den neuen Anforderungen der Präsenzkommunikation dienen und drittens zugleich so gestaltet werden, dass sie auf künftige Pandemien vorbereitet sind. Der Unternehmer rät, nicht auf den Gesetzgeber oder Verbände zu warten. Bislang gebe es einen Wildwuchs von Regeln, jedes Unternehmen müsse selbst aktiv werden.

    Elementar sei darüber hinaus die Antwort auf die Frage, welche Mitarbeiter kommen müssen, dürfen, können. Denn die Zweiklassengesellschaft gibt es nicht nur zwischen Angestellten in Verwaltung oder Management und den Mitarbeitern in der Produktion, sondern auch bei all jenen, die eigentlich mobil arbeiten könnten, aber vielleicht nicht dürfen.

    Wingerter hat bereits eine Unzufriedenheit in den Belegschaften ausgemacht, die sich Bahn brechen werde, sobald sich die Corona-Situation entschärfe. Das bestätigen auch Betriebsräte. Betriebsvereinbarungen zu Telearbeit und mobilem Arbeiten müssten angepasst werden. Bis dahin bräuchten die Unternehmen ein Konzept, sagt der Unternehmer. Dieses solle so viel Auslastung wie möglich erreichen, sagt Wingerter: „Wer das nicht beachtet, macht einen Managementfehler.“
    Mit Videokonferenztools wie „Teams“ und „Zoom“ sei es nicht getan: „Wir plädieren für weitere wohnortnahe Satelliten-Büros oder Co-Working-Spaces, die Arbeit muss zu den Menschen kommen.“ Er träumt von einem digitalen Zwilling der Bürowelt.

    Mehr: Was Homeoffice-Rückkehrer jetzt beachten müssen

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